LebensWert: Glaube und Identität

Benny Sünkel

#8 – Glaube, Wissenschaft & Identität | mit Kai Schlepckow

02.01.2026 150 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode spreche ich mit Kai Schlepckow über seinen Lebensweg zwischen Glaube, Wissenschaft und persönlicher Verantwortung. Er erzählt von seinem Aufwachsen in einem christlichen Elternhaus, prägenden Entscheidungen in jungen Jahren und davon, wie seine Beziehung zu Jesus im Laufe der Zeit tiefer und persönlicher geworden ist.

Wir sprechen offen über Selbstwert, Identität und darüber, warum unser Wert nicht aus Titeln, Leistung oder Anerkennung kommt, sondern aus der Beziehung zu Jesus. Kai gibt ehrliche Einblicke in seinen akademischen Weg, den Umgang mit Druck und Erwartungen sowie die Bedeutung von Demut und innerer Klarheit.

Du hörst, wie wir über Trauer, emotionale Begegnungen mit Jesus und schwierige Lebensphasen sprechen – und darüber, wie Glaube gerade dann trägt, wenn Antworten fehlen. Auch Themen wie Familie, Erziehung und Verantwortung spielen eine wichtige Rolle.

🎧 Diese Folge ist für alle, die ihren Glauben bewusst im Alltag leben wollen – reflektiert, ehrlich und tief verwurzelt.

🙏 Danke fürs Zuhören! Ich wünsche dir, dass dich dieses Gespräch stärkt und ermutigt.

👉 Thema: Glaube und Wissenschaft, Identität, Selbstwert, Verantwortung, Familie
👉 Format: Tiefes Gespräch über Lebensweg, Glaubensreise und persönliches Wachstum

KAPITELMARKEN
00:00:00 Intro & Vorstellung
00:48:48 Forschung und Verantwortung
01:00:12 Selbstwert und Glaube
01:16:35 Kinder und Glauben
01:18:14 Schönheitsideale und Herausforderungen
01:19:56 Navigieren in der Gesellschaft
01:21:47 Christliche Schulbildung
01:22:50 Glaubensreise und persönliche Begegnungen
01:25:56 Emotionale Erfahrungen mit Jesus
01:30:12 Trauer und persönliche Offenbarung
01:32:50 Umgang mit schwierigen Phasen
01:42:16 Vergebungsbereitschaft im Glauben
01:55:29 Essenzielle Elemente des Glaubens
01:57:29 Berufliche Veränderungen und Verantwortung
02:27:58 Ausblick auf die Zukunft

Transkript

Kai
00:00:00
Das war für mich eigentlich so dieses, wenn ich was mit Jesus persönlich wirklich erlebt habe, wirklich in diesen ersten Jahren, war es so dieses, meine Güte, dieser Gott, der will mit mir Beziehung haben. Der will wirklich mit mir Beziehung haben, der will mit mir reden. Ja, das war für mich, das hat mich völlig geflasht.
Benny
00:00:12
Selbstwert bedeutet für mich, zu erkennen, was Jesus für mich getan hat, wäre ich in den Augen des Schöpfer des Universums. Hi und herzlich willkommen, Kai. Danke dir, dass du dir Zeit genommen hast.
Kai
00:00:54
Sehr gerne.
Benny
00:00:55
Ja, voll witzig. Ich habe dich heute, ich habe mal ein bisschen recherchiert in der Vorbereitung so und ich habe herausgehoben, was du in PhD hast. Das fand ich ja voll spannend. Ich habe immer so eine, wie kann man sagen, besondere Haltung zu Leuten mit Titeln, so Doktor und PhD und sowas, weil meine Erfahrung ist, viele lassen es im Ultra raushängen. Und für die, und dann ist das voll das volle Statussymbol und so, weißt du, und ich kenne dich jetzt schon so lange, und keiner hat sich das mal gehört, dass du eigentlich gemerkt, dass du einen Doktortitel hast und dass du einen PhD halt hast und es war nicht voll merkenswert, wie demütig du damit umgehst, dass du quasi in der Gemeinde das noch nie irgendwie, Quasi so groß rum erzählt hast und so. Und das fand ich voll bemerkenswert, dass du quasi da einfach quasi das so einfach raushältst. Wie ist es so für dich, wenn du quasi, du hast deine Arbeitswelt und du hast so deine Gemeindeleben und so. Und da hast du dann so, hast du da ja so voll den, wie nennt man das, akademischen Status quasi, sag ich mal. Und PhD ist ja schon ein bisschen mehr als ein Doktor, oder?
Kai
00:02:08
Nee, ist eigentlich genau das Gleiche. Also PhD ist eigentlich so das Äquivalent im angelsächsischen Raum für den deutschen Doktor. Ich habe auch de facto einen Doktor gemacht in Deutschland und jetzt, also streng genommen keinen PhD, sondern einen Doktor, aber es ist eigentlich vergleichbar.
Benny
00:02:23
Okay, weil online stand quasi PhD bei dir.
Kai
00:02:26
Ja, es kommt darauf an, wo man wahrscheinlich nachschaut.
Benny
00:02:28
Okay, dann steht da Dr. Kai Schlepko und dann steht da drauf irgendwie noch PhD oder sowas.
Kai
00:02:35
Genau, streng genommen habe ich keinen PhD, sondern einen Doktorteteln in Naturwissenschaften.
Benny
00:02:41
Das fand ich voll interessant, weil ja PhD heißt ja einfach nur Doktor Philosophy.
Kai
00:02:45
Eigentlich ursprünglich.
Benny
00:02:47
Was ja ganz interessant ist und genau, meine Frage war so, um einzusteigen, wie ist es so für dich, wenn du das so, ich hab mir so, ist jemand, der hat so ein PhD oder Doktor halt und voll so akademisch voll unterwegs, voll lange und dann auch so ein gemeines Leben und trennt es voll so? Ist es für dich so eine bewusste Trennung, dass du sagst, hey, ich hab da Ich will da einfach nicht quasi, das gibt mir nichts oder eigentlich will ich schon eigentlich, dass Leute so sind. Wie ist das so für dich?
Kai
00:03:19
Also ich habe es für mich selber selten als etwas erlebt, was irgendwie jetzt widersprüchlich wäre oder sich irgendwie gegenseitig ausschließen würde. Ähm... Ich muss sagen, dass beides, und das kommt mir vielleicht, weiß ich nicht, zugute, das kommt mir jetzt eigentlich erst gerade in den Sinn, ich bin eigentlich mit beiden Welten sehr früh in Berührung gekommen. Also sowohl mit der akademischen Welt, als auch mit der, sag ich jetzt mal, christlichen Welt. Einfach weil ich komme, wenn man so will, aus einem Akademikerhaushalt. Mein Vater ist Arzt, meine Mutter ist studierte Juristin, wobei sie nie in diesem Job gearbeitet hat. Sie hat ihr zweites Staatsexamen geschrieben, als sie mit mir im siebten Monat schwanger war. Und danach gab es erstmal nur Kinder, sozusagen. Bis sie dann in den Beruf eingestiegen ist, allerdings nicht als Juristin. Aber das nur so als Randnotiz. Also insofern Akademikerhaushalt, sage ich mal, auch die zumindest teilweise die Geschwister meiner Eltern und auch teilweise Großeltern schon Ärzte gewesen. Also das war, Akademiker zu sein, war nichts Besonderes. Ein Doktortitel zu haben, war fast auch schon normal. Also bin ich einfach aufgewachsen. Aber ich bin auch gleichzeitig in einem christlichen Setting einfach aufgewachsen, weil meine Eltern haben sich bekehrt, als sie, glaube ich, 18 und 19 waren. Das war vor, bevor ich eben auf der Welt war. Und insofern bin ich in einem christlichen Elternhaus groß geworden und nicht unbedingt so klassisch mit Gemeinde. Meine Eltern sind in einer christlichen Arbeitsgemeinschaft, kann man sagen, die so überregional aktiv ist, am Marburger Kreis, zum Glauben gekommen. und auch da bin ich, habe ich auch meine ersten Glaubensschritte unternommen. Das war jetzt keine so klassische Gemeinde, nicht so ein klassisches Gemeindesetting, aber ich bin einfach, sage ich mal, ja, in einem christlichen Elternhaus groß geworden. Insofern hat sich für mich beides gar nicht ausgeschlossen. Aber ich muss schon sagen, mh, Dass der Glaube für mich trotzdem lange eher eine Randnotiz war. Also ich habe Jesus mein Leben gegeben, als ich acht oder neun war. Ich erinnere mich auch heute noch an das Gebet mit meiner Mutter zusammen. Aber trotzdem ist es für mich eher so, ja, ich wende mich an Jesus, wenn es mir nicht so gut geht und wenn ich echt Hilfe brauche. Und ansonsten ist es eigentlich eine Randnotiz. Und war auch eher durch Freunde und so in einem sehr weltlichen Umfeld, muss ich ehrlicherweise sagen. Genau, also ich bin erst so mit Anfang 20, als ich dann ernsthaft wirklich gesagt habe, okay, ich will mit Jesus gehen, erst dann hat sich für mich wirklich geistlich gesehen eine komplett neue Welt geöffnet, die ich so vorher nicht kannte, obwohl ich in einem christlichen Elternhaus groß geworden bin. Also ich bin, würde ich mal sagen, in beiden Welten parallel groß geworden. Vielleicht hat mir das geholfen, dass das für mich eigentlich nie sich gebissen hat.
Benny
00:06:03
Das heißt aber, vor euch war das so, das Akademische war einfach nur eine Art, Vocation, einfach eine Art Arbeit, aber es war nicht so, dass man sagt, hey, das gibt uns jetzt einen Elite-Status und wir, egal wo wir hingehen, weil ich gebe dir ein Beispiel, es gibt voll viele, in Deutschland ist es eher weniger verbreitet, man merkt es mehr so im internationalen Kontext, dass wenn immer Prediger vorgestellt werden, dann heißt es immer Doktor sowieso oder, Bischof sowieso, weißt du, so höher die Titel und so wichtiger ist es, dass es gesagt wird. Und genau, und das ist ja bei dir halt gar nicht, und du predigst aber ja schon echt lange. Also ich meine, ich habe deine erste Predigt, die ich jetzt gefunden habe, von uns in der Gemeinde, war 2017 im Februar. Genau, im internationalen Frühgebet quasi, als du übersetzt wurdest von einer Schwester, die jetzt bei uns nicht mehr in der Gemeinde ist. Genau, und ja, deswegen finde ich es halt so bemerkenswert, deswegen interessiert mich so, wie deine euer Weib so in der Familie war. Das war dann eher nicht so, nehme ich an, dass man sagt, hey, Das ist voll wichtig.
Kai
00:07:18
Teils, teils würde ich sagen. Und da muss ich sagen, da kommt es auch darauf an, ob man die mütterliche oder die väterliche Seite anschaut. Ich glaube, meiner Mama ist dieses, ob man studiert oder nicht und ob man einen Doktortitel macht oder nicht, das ist ihr nie so wichtig gewesen. Also natürlich hat sie sich gefreut über Erfolge, die ich hatte. Immer mitgefreut, aber das ist ihr nicht so wichtig gewesen. Bei meinem Papa ist es ein bisschen anders. Der kommt halt schon stark aus einem Akademikerhaushalt. Sein Großvater war schon Chirurg und da ist über mehrere Generationen einfach so eine Ärztetradition da gewesen. Also dieses akademische Setting und sich gewählt ausdrücken können und ein gewisser Anspruch, sage ich mal, das ist meinem Vater schon wichtig gewesen.
Benny
00:08:12
Wie hat sich das im Alltag wieder gespiegelt? Habt ihr so quasi, wie der Tisch gedeckt wird, musste so die Gabel hier, die ist besser da?
Kai
00:08:23
Ein Stück weit schon. Also mein Papa hat sehr auf Manieren bei Tisch geachtet. Also nicht, dass meine Mutter darauf nicht geachtet hätte, aber mein Vater mehr. Und ich merke, ich habe das voll übernommen. Also das ist auch bei mir heute, wenn wir zu Hause sitzen mit unseren zwei Kids. Ja, also ich gucke darauf, es ist mir wichtig. Es ist mir einfach wichtig. Nicht ganz so krass, glaube ich, wie mein Papa, aber es ist mir schon wichtig. Wahrscheinlich überdurchschnittlich wichtig, würde ich schon sagen. Finde ich aber auch nicht an sich verkehrt. Also natürlich, man muss irgendwie ein gewisses Maß haben. Du musst ja auch mit deinem Partner oder Partnerin, meine Frau, muss man ja auch eine gemeinsame Linie finden. Genau, da muss man ja zusammenkommen. Ja. Ja, genau. Und wie hat sich das vielleicht noch geäußert? Ich habe das erst rückblickend, glaube ich, gemerkt. Dadurch, dass ich in der Schule nie Probleme hatte. Und ich wusste mit 14, 15, dass ich nicht nur studieren werde, sondern Doktorarbeit machen werde. Das wusste ich einfach mit 14, 15. Da gab es für mich gar keinen, das war gesonnen klar. Mit 14 schon, wow. Mit 14, 15 wusste ich das. Und ja, das hat mein Papa natürlich gefreut, weil, ja, auch so akademisch und kommt in der Schule klar und wird mal eine Doktorarbeit machen und so. Also das war schon, der Paar fand das schon gut und seine beiden Eltern, also väterlicherseits sowohl meine Großmutter als auch Großvater, beides auch Ärzte gewesen, wirklich aktive Ärzte gewesen. Meine Tante, also Schwester meines Vaters, auch Ärztin. meine Mutter Juristin, ihr Bruder auch Jurist, der ist als Richter aktiv gewesen und Wenn man so will, ziemlich weit oben, bundesweit gesehen auch. Also da war einfach so ein akademisches Setting. Und ich glaube, dadurch, dass ich mich da so eingefügt habe, aber ich glaube, weil einfach Gott mich auch so begabt hat in der Richtung, war das für mich immer ziemlich easy und angenehm. Aber ich habe später dann auch gemerkt, gerade mit, ich habe noch vier jüngere Geschwister, und beispielsweise mein Bruder, der Nummer vier ist, und dann auch die jüngste Nummer fünf Schwester, die, nicht dass die in der Schule Riesenprobleme hatten, aber da lief es nicht immer so rund, würde ich mal sagen. Und da hat man gemerkt, dass mein Papa das nicht so gewöhnt war und damit hatte er auch ein bisschen Mühe umzugehen. Also da hat man schon gemerkt, dass ihm das schon nicht unwichtig war. Ja, okay. Bei meiner Mama war das nicht so ausgeprägt.
Benny
00:10:47
Ja, okay. Und wenn du jetzt so, auf die Jugend, auf die dir Familiezeit so zurückdenkst, dann würdest du sagen, dass ihr alle so den Wunsch gespürt habt von euren Eltern, dass ihr in die akademische Laufbahn geht? Oder war das so, ich freue mich, wenn ihr es macht, aber ihr könnt auch Buchhaltung machen, wenn ihr wollt?
Kai
00:11:16
Ja, da kann ich im Prinzip anknüpfen an dem, was ich auch gerade gesagt habe. Also ich glaube, ich würde es jetzt mal rückblickend so beurteilen, dass mein Papa, das glaube ich schon im Großen und Ganzen erwartet hat, dass jeder studieren wird. es hat auch jeder studiert ähm Meine Mama hat das nie so zum Ausdruck gebracht. Die ist einfach ein ganz krasser Herzensmensch, voll Blutmutter, also wirklich pur, bis unter die Decke auch heute noch. Und nicht, dass ihr das unwichtig war, aber ihr war immer wichtig, dass eine Herzensbeziehung da ist, dass wir einfach einen Weg finden, wo jeder glücklich werden kann. Kann man ja weltlich sehen, kann man auch mehr geistlich-christlich sehen, Aber das war ihr immer wichtig. Das war ihr immer wichtiger. Mein Papa war schon so dieses Äußere, das Erscheinungsbild nach außen und so. Und da würde ich schon sagen, das ist ihm nicht unwichtig gewesen. Also nicht, dass es super krass und super unangenehm gewesen wäre, aber es hat schon eine Rolle gespielt, würde ich sagen.
Benny
00:12:19
Und wurdet ihr dann auch so in Rhetorik erzogen, wie man sich richtig äußert und sowas? Weil ich meine, du kannst ja schon, oder würdest du sagen, das kommt durch die Erziehung oder eher so durch deine Erfahrungen jetzt in der akademischen Laufbahn? Du bist ja Rhetorisch schon sehr begabt für mich und deswegen würde es mich mal interessieren, war das zu Hause wichtig, wie ihr euch äußert, wie ihr euch artikuliert? Oder ist das eher so?
Kai
00:12:44
Das war nicht unwichtig, aber wir sind jetzt nicht gezielt darin geschult worden. Das hat nicht stattgefunden. Also ich glaube, wenn du das so sagst und mir Gott eine Gabe gegeben hat, vielleicht in der Rhetorik, dann glaube ich, hat es zwei... Zwei Punkte würde ich mal benennen. Der eine ist, und ich glaube, dass der wesentlich war, ich habe als Jugendlicher viel Tageszeitung gelesen. Und das hat meinen Bordschatz einfach erweitert. Dadurch habe ich, glaube ich, denke ich schon, ein Stück weit gelernt, wie man formuliert, wie man Sätze aufbaut. Ich glaube, das ist wirklich Rückblick des Tageszeitunglesen über mehrere Jahre. Und das habe ich viel gemacht, das habe ich konstant gemacht, das habe ich gerne gemacht. Es gab gewisse Bereiche in der Zeitung, die ich sehr gerne gelesen habe. Ich habe andere, also weiß ich nicht so, ich sage mal, nationale, internationale Politik und Sport, der Rest, Kultur und so, fand ich nicht so spannend, wenn ich ehrlich bin. Aber genau, das habe ich gemacht und ich denke natürlich auch dann durch Studium und auch durch die Arbeit, die ich tue, hat es das weiter vielleicht noch ausgefeilt.
Benny
00:13:50
Ja, weil du die Arbeit gerade ansprichst. Ich habe mal ein bisschen geschaut, was du so gemacht hast und ich habe eine Zusammenfassung von dir, so eine kurze, was du machst. und du kannst ja mal kurz sagen, ob das so stimmt. Kurz gesagt, er ist ein Forscher, der sich mit Proteinen im Gehirn beschäftigt und daran arbeitet, neue Medikamente gegen Hirnerkrankungen zu entwickeln. Er erforscht, warum das Gehirn krank wird und arbeitet daran, neue Behandlungen dagegen zu entwickeln. Würdest du das so sagen?
Kai
00:14:25
Gibt es keinen Halbsatz, der falsch wäre.
Benny
00:14:27
Wenn man so ein bisschen nach dir schaut, dann findet man so Sachen wie jetzt, dem Rinderwahnsinn auf der Spur und sowas. Ich bin jetzt keiner der, du hast ja Biochemistry studiert. Wie heißt das? Biochemie. Biochemie auf Deutsch. Das ist jetzt ganz anders von dem, was gar nicht mein Bereich ist. Deswegen klär mich doch mal und die Hörer so ein bisschen auf. Ich habe das ja jetzt schon in einfacher Sprache zusammenfassen lassen, was du quasi machst, aber wie würdest du so einen Laien sagen, was du so machst, wie das, was das mit Rinderwahnsinn zu tun hat damals, was ich gelesen habe, vielleicht noch ein kurzer Satz dazu, dass ihr quasi du in einem Arbeitskreis warst und ihr habt herausgefunden, warum das passiert ist mit BSE und, oder erforscht, was in welchem Stadium passiert und dass wenn eine Zelle krank ist, die macht die anderen Zellen krank. Ja genau, das ist, wo mein Wissen endet. Jetzt kannst du ein bisschen helfen.
Kai
00:15:46
Genau, ich kann dir mal vielleicht kurz das mit dem Rinderwahnsinn aufgreifen und dann vielleicht auch noch zu dem gehen, was ich jetzt eigentlich eher so mache. Das mit dem Rinderwahnsinn ist, wie gesagt, etwas über zehn Jahre schon her. Ähm... Ich würde es ein bisschen anders formulieren, weil es, glaube ich, angemessener ist. Wir haben einen kleinen Beitrag geleistet. Der ist damals durch die universitäre Presse und so, diese Dinge werden gehypt. Das darf man nicht vergessen. Wir haben einen kleinen Beitrag geleistet, dazu zu verstehen, wie dieser zentrale, es gibt einen zentralen Eiweißstoff im Kontext von Rinderwahnsinn oder BSE. Das ist ein Eiweißstoff, der natürlicherweise im Gehirn vorkommt, der seine Funktionen hat, der also gar nichts Schlechtes ist, aber der unter bestimmten Bedingungen unter einem Funktionsverlust leidet. Sagen wir es mal so. Und das hat was mit der sogenannten Faltung der Proteine zu tun. Da geht es letztlich um die dreidimensionale Struktur eines Eiweißstoffs im Raum. Wir sind ja auch 3D. Breite, Länge, Höhe. Und genauso ist jeder Eiweißstoff hat auch, wenn man so will, eine breite Länge, Höhe. Natürlich super, super, super klein, sodass man das nur mit hochentwickelten technischen Methoden sich wirklich anschauen kann. Und dieser dreidimensionale Aufbau des Eiweißstoffs, der verändert sich unter bestimmten Bedingungen. Und wenn das so ist, dann geht es mit dem Funktionsverlust einher, beziehungsweise es kann auch zu einem Gewinn, Man spricht im Englischen von Toxic Gain of Function. Also es kommt nicht nur unter Umständen zu einem Loss of Function, also dass die natürliche Funktion verloren geht, sondern es kann auch zu einem Toxic Gain of Function kommen. Das heißt, dass also eine toxische Funktion dieser Eiweißstoff plötzlich hinzubekommt oder gewinnt. Und das ist in dem Kontext auch so. Und dann macht dieser Eiweißstoff eben Dinge, die nicht gut sind fürs Gehirn. Und dann kann es zu diesem Ausbruch der Krankheit kommen. Aber wirklich zu verstehen, einfach wirklich auf dieser wirklich molekularen Ebene, wirklich auf der Ebene dieses Eiweißstoffes wirklich zu verstehen, warum diese 3D-Struktur sich verändert und warum das funktionale Spektrum dieses Eiweißstoffs sich verändert, das haben wir versucht zu adressieren und da haben wir einen kleinen Beitrag geleistet. Aber ich würde sagen, es ist wirklich ein kleiner Beitrag.
Benny
00:18:10
Und was heißt kleiner Beitrag? War das ein großer Arbeitskreis und ihr wart ein Teil? Oder kannst du so ein bisschen erzählen, gab es einen Bundesauftrag und ihr als Uni wart dabei?
Kai
00:18:22
Nein, es gab keinen externen Auftrag oder sowas. Es gab da jetzt auch kein Programm, was irgendwie ausgeschrieben gewesen wäre, worauf wir uns dann irgendwie beworben hätten, sodass wir da irgendwie Mittel gekriegt haben. Wir haben uns in der Tat damals bei einer Forschungsgesellschaft in Deutschland beworben für Forschungsgelder, auch mit diesem Projekt. Aber es war nichts etwas, was gezielt ausgeschrieben gewesen wäre. Wir haben in dem Zusammenhang auch eigentlich nicht mit sonderlich vielen Leuten zusammengearbeitet. Wir als Arbeitskreis haben unterschiedliche Themen bearbeitet. Und das, was ich da bearbeitet habe, war eines dieser Themen. Und ich habe das eigentlich mit relativ wenig Leuten bearbeitet. Also diese eine Publikation, ich glaube, wo das mit dem Rinderwahnsinn auf der Spur dann so beschrieben wurde von 2013. Da stehen zum Beispiel nur mein damaliger Chef und ich drauf. Also es gab dann noch eine, wenn man so will, naja, was heißt Folgepublikationen, aber etwas, was auch ein Stück weit dazu passt. Und da standen dann noch zwei weitere Leute drauf. Also relativ überschaubar, nicht so viele Leute. Und ja, was meine ich mit einem relativ überschaubaren Beitrag? Also ich würde sagen, das, was wir da an Ergebnissen veröffentlicht haben, hat das Verständnis für das, was da im Gehirn falsch läuft, ein klein wenig verbessert. Aber es war jetzt kein Durchbruch oder so. Es war jetzt kein Breakthrough.
Benny
00:19:43
Aber das heißt, es gab die Rinder, also die Tiere waren krank. Ihr habt quasi als Uni gedacht, hey, wir wollen das erforschen, wir machen das mal. Und dann kann man sich vorstellen, dass einfach ganz viele verschiedene Unis forschen irgendwie in diesem Bereich, gerade weil es gerade eine aktuelle Krankheit ist. Und ihr werft euer Wissen, quasi eure Erkenntnisse dann sozusagen rein, geht dann auf Foren und tragt es dann sozusagen vor. So kann man sich das vorstellen dann. Ja, ja, ja. Wenn man so schaut, von dem BSE-Skandal von Anfang bis Ende, habt ihr dann sozusagen beigetragen, dass es dann eine Lösung gibt dafür?
Kai
00:20:24
Nee, so weit ist es nicht gegangen.
Benny
00:20:27
Ich meine, ich weiß gar nicht mehr genau, wie das Ganze, ich erinnere mich nur daran, dass es dann immer dieses BSE-Skandal überall beschrieben wurde. Und passt auf dein Hackfleisch auf oder sowas. Aber im Endeffekt wurde dann eine definitive Lösung gefunden, wie man damit umgehen kann jetzt. Oder ist es einfach aufgehört sozusagen, wenn man lernt damit zu leben oder wie war das?
Kai
00:20:51
Also wir haben jetzt nicht wirklich dazu beigetragen, dass es zu einer Lösung kam. Das ist zu dem Zeitpunkt auch, als wir daran gearbeitet haben, eigentlich schon eine ganze Weile ein Thema gewesen, weil so dieser Ausbruch von BSE in Großbritannien, meine ich, wäre 1997 gewesen. Also das ist ja auch dann 2013, also 15, 16 Jahre schon gewesen. Das war schon eine Weile her eigentlich. Das war gar nicht mehr so extrem aktuell. Ich habe offen gestanden, diesen Bereich der Forschung gar nicht mehr so sehr verfolgt, seitdem ich diesen Arbeitskreis verlassen habe, was jetzt auch schon über elf Jahre her ist. Deswegen kann ich gar nicht so genau sagen, wo die Forschung da aktuell steht. Ich weiß, dass es immer noch bearbeitet wird und ich meine auch, das so weit zu überblicken, dass es da auch nach wie vor keine wirklich effektiven Therapeutika gibt, mit denen man jemanden, der daran erkrankt, behandeln könnte. Also wir haben auch, das sollte ich vielleicht auch kurz dazu sagen, wir haben selbst nicht mit Rindern gearbeitet. Das sollte ich vielleicht auch dazu sagen. Vieles, was man so im Kontext von Krankheiten bearbeitet, wird in Modellsystemen bearbeitet. Das können Tiermodelle sein. In denen man versucht, die Krankheit eines Menschen einfach abzubilden, nachzuahmen. Oder es können auch zelluläre Systeme sein.
Benny
00:22:00
Aber sind es dann Computer, die dann berechnen oder wie kann man sich das vorstellen?
Kai
00:22:04
Ja.
Benny
00:22:05
Also was ist ein Modellsystem?
Kai
00:22:07
Genau, also mit Modellsystem meine ich jetzt wirklich ein lebendiges Modellsystem. Also ich meine damit jetzt nichts, was computergestützt ist. Ich meine natürlich inzwischen mit KI und so weiter, das explodiert. Also die Forschung ist in dem Bereich auch, also ich glaube, dass ein großer Teil der Menschheit überhaupt nicht überblickt, was KI jetzt schon alles macht. Aber das ist ein anderes Thema. Was ich meine, sind lebendige Modellsysteme. Das können Mausmodelle sein. Es können Rattenmodelle, Affenmodelle, Schweinemodelle sein. Mit den meisten dieser Modelle habe ich selber gar nie gearbeitet. Zu der Zeit, als wir dieses Thema Rinderwahnsinn bearbeitet haben, habe ich nur rein mit zellulären Systemen gearbeitet. Ich habe mit E. Coli gearbeitet, das ist ein Bakterium.
Benny
00:22:52
Okay, also alles so im Labor sozusagen.
Kai
00:22:54
Ja, genau, ja, laborgestützt. Und natürlich generierst du Daten, die es dann auch auszuwerten gilt. Also Computerarbeit ist auch zu dem Zeitpunkt schon ein wesentlicher Bestandteil gewesen.
Benny
00:23:04
Ja, und das ist ja halt schon lange her, wo bist, stehst du, jetzt wirst du ja, wenn ich es richtig verstanden habe, bist du jetzt ein... Senior Post-Doktor, Doktor, Rat, ja, bei mir steht es auf Englisch.
Kai
00:23:23
Senior Post-Doc, ja.
Benny
00:23:24
Ja, Senior Post-Doc, genau. Und das heißt, wenn ich es richtig verstanden habe, dass du quasi, ein Post-Doc ist ja jemand, der nach seinem Doc an der Uni weiter vor Schuhe seinen Doc gemacht hat. Senior heißt jetzt, dass du andere anleitest oder dass du eine leitende Funktion hast. Und kannst du das einmal kurz erklären? Und dann machst du ja was mit Alzheimer-Forschung. Genau, vielleicht kannst du so die zwei Sachen dann sagen, was du so machst und so.
Kai
00:23:56
Hilf mir mal, was das erste war?
Benny
00:23:58
Senior Postdoc, was ist das?
Kai
00:24:00
Genau, was ist das? Also in der Tat, Post kommt vom Lateinischen nach. Also es geht um die Nachdoktorzeit. Ein Postdoc kann immer nur jemand sein, der schon an der Doktorarbeit gemacht hat. Ähm... Genau, das bedeutet das Wort Postdoc und Senior bedeutet einfach, dass es in der Tat mit einer gewissen Verantwortung einhergeht. Es hat aber auch etwas mit Erfahrung zu tun, dass man einfach schon, dass eine ganze Weile ist, dass man einfach eine gewisse Expertise mit der Zeit erarbeitet hat, die nicht jedermann hat, wenn man so will. Das meint Senior, würde ich sagen. Ich habe auch ein bisschen Leitungsfunktion, aber das hält sich in Grenzen. Das ist nicht sehr viel. Also wenn es um Personalleitung geht zum Beispiel, das hält sich bei mir relativ in Grenzen. So Projektleitung, das ist schon eher ein Thema. Und zum Thema Alzheimer, genau, das ist der Schwerpunkt dessen, was ich jetzt bearbeite. Ich bin, wenn man so will, ein Stück weit der Thematik erhalten geblieben. Ich beschäftige mich immer noch mit Erkrankungen, die das Gehirn oder das zentrale Nervensystem betreffen. Aber es ist natürlich jetzt eine andere Erkrankung. Viele verbinden das sicherlich mit Demenz, sofern es jemanden interessiert. Verschiedene Arten von Demenz und die Alzheimer-Demenz ist eine davon. Also jemand, der dement ist, hat nicht zwingend Alzheimer, aber das würde ich nur so als Randnotiz. Genau, ich arbeite weiterhin mit zellulären Modellsystemen, also die auch lebendig sind. Das sind Zellen, man kann sich das in dieser klassischen Petrischale vorstellen, so 10 cm Durchmesser und da hat man so eine Nährlösung und da schwimmen halt ein paar Zellen drin rum oder die arterieren an dem Boden dieser Platte und wachsen da und ziehen sich halt die Nährstoffe aus diesem Lernmedium, dieser Lösung, die sich über ihnen befindet. Ich arbeite aber auch mit Mausmodellen.
Benny
00:25:47
Das ist eine kurze Verständnisfrage. Das heißt, du bist dann in einem Labor, hast dann dein Glas und, Machst du damit dann Sachen?
Kai
00:25:57
Genau, wir experimentieren. Es fängt eigentlich immer damit an, dass man das Modellsystem, ob das jetzt zellulär ist oder ob es wirklich ein intakter Organismus ist, wie zum Beispiel eine Maus, eine lebendige Maus. Es fängt immer damit an, dass man auf der genetischen Ebene Veränderungen vornimmt, die letztlich dazu führen, dass die Zelle sich unnormal verhält oder der ganze Organismus wie eine Maus. Mit dem Ziel, dass man eben die Krankheit nachbildet oder nachahmt, so gut es eben geht. Und dann versucht zu verstehen, was läuft denn in diesem Organismus, meinetwegen jetzt in der Maus, schief. Und können wir dann ein Stück weit etwas auf den Menschen übertragen? Und können wir dieses Wissen nutzen, um möglicherweise sogar Therapeutika zu entwickeln?
Benny
00:26:41
Das heißt? Man kann Alzheimer in einem Reagenz, ich nenne es jetzt einfach mal Reagenzglas, nehmen und auf quasi einen Lebedingung, das muss ich mal tragen sozusagen. Aber also was ist dann Alzheimer? Also ist es dann quasi einfach ein Brei aus der Zusammensetzung von verschiedenen Sachen, weißt du? Ich versuche also, wie kann man das sich vorstellen, wenn man es jetzt materialisieren, also wenn du jetzt, ich jetzt leige jetzt in ein Labor und ich habe so ein Ding mit Flüssigkeit in mir drin, woher weiß ich, aha, das ist Alzheimer.
Kai
00:27:17
Wirst du was sagen? Also wenn es wirklich nur ein zelluläres System ist, darin lassen sich Krankheiten nicht wirklich abbilden. Dafür brauchst du wirklich einen intakten Organismus, dafür brauchst du wirklich ein lebendiges Wesen. Ich würde jetzt bei Zellen nicht unbedingt von einem lebendigen Wesen sprechen, das ist meinetwegen, das kann sogar eine ethische Fragestellung sein. Ich weiß nicht, jemand, der vielleicht mit Ethik sehr bewandert ist, würde das vielleicht anders beantworten als ich. Das sind für mich jetzt keine intakten Organismen. Also wenn ich wirklich etwas über den Krankheitsprozess an sich wirklich verstehen will, muss ich eigentlich in den intakten Organismus gehen. Natürlich, der Organismus besteht aus Zellen. Ja, wir auch. Jeder Mensch besteht auch ungefähr aus 100 Milliarden Zellen, die auch ständig erneuert werden. Also Zellen sterben ab und werden ständig erneuert. Ich kann gewisse Teilprozesse, die für eine Krankheit relevant sind, kann ich in einer Zelle nachbilden. Deswegen arbeiten wir auch mit zellulären Systemen. Aber ich kann jetzt nicht aus ein paar Zellen, die in einer Schale rumschwimmen, kann ich nicht wirklich... Ja, ich kann nicht wirklich etwas Stichhaltiges über die Krankheit selber aussagen. Ich kann gewisse fundamentale Prozesse, die in der Zelle ablaufen, die kann ich untersuchen und versuche dann Rückschlüsse darauf zu ziehen, inwieweit das auch im lebendigen Organismus relevant sein könnte. Aber im lebendigen Organismus reden sozusagen die Zellen miteinander. Die sind ständig miteinander in Verbindung und reden miteinander, wenn man so will. Kommunizieren miteinander. Und das kann ich so, sag ich mal, in ein paar Millilitern Flüssigkeit, wo ein paar Zellen drin rumschwimmen, nur sehr begrenzt nachbilden.
Benny
00:28:56
Und wie, aber wie machst du das dann, dass du das in einem Modellobjekt überprüfst und überwachst? Wie, weißt du, also wie kriegst du die Substanz von Alzheimer?
Kai
00:29:09
Also, Wenn ich jetzt zum Beispiel mal die Maus nehme, der liegt halt gleich von Geburt an im Regelfall eine genetische Veränderung zugrunde. Und diese genetische Veränderung sorgt dafür, dass irgendwann in der Maus etwas schief läuft.
Benny
00:29:27
Die Maus hat schon.
Kai
00:29:28
Wenn sie geboren wird, nicht zwingendermaßen schon die Krankheit. Es gibt auch für Alzheimer sehr viele verschiedene Mausmodelle. Also man kann das hinreichend komplex angehen.
Benny
00:29:39
Also Mäuse können Alzheimer kriegen sozusagen?
Kai
00:29:42
Nein, das kann man so nicht sagen. Man kann die Alzheimererkrankung in Mäusen nicht zufriedenstellend bisher nachahmen, obwohl man schon seit über 30 Jahren ein Mausmodell hat für diese Krankheit. Man kann gewisse Prozesse, die für die Alzheimererkrankung relevant sind, in der Maus nachbilden. Aber den gesamten Krankheitsverlauf hat noch niemand zufriedenstellend geschaffen. Das ist immer noch ein Gegenstand aktueller Forschung. Wirklich bemerkbar. Bessere Mausmodelle sozusagen zu entwickeln. Weil man kann, also grundlegend genommen gibt es bei der Alzheimererkrankung, wenn man so will, zwei Sachen, die wichtig sind. Ich versuche das möglichst verständlich runterzubrechen. Es fängt damit an, dass einfach ein Eiweißstoff, es geht wieder um einen Eiweißstoff, diesmal ein anderer Eiweißstoff als beim Rinderwahnsinn, der auch wieder Sachen macht, die er normalerweise nicht macht. Und was er macht, ist, er klumpt zusammen. Und dadurch kommt es zu diesen Eiweißablagerungen im Gehirn. Das sagt vielleicht dem einen oder anderen was, wenn man so ein bisschen vielleicht in der Presse was gehört hat oder mal einen Zeitungsartikel gelesen hat. Diesen Teil können wir in der Maus sehr gut nachahmen. Aber irgendwann findet sozusagen ein Switch statt, der dazu führt, dass die Nervenzellen betroffen sind, dass sie gestresst sind, dass sie geschädigt werden und dann auch absterben. Also dass es wirklich zu einem Tod von Nervenzellen kommt. Und wenn das wirklich mal irgendwann ein gewisses Maß erreicht hat, dann wird die Gedächtnisleistung beeinträchtigt und dann Und dann kommen diese Symptome von Demenz, dass man sich Dinge nicht mehr merken kann. Das kann ja dann leider so weit gehen, dass man irgendwann die eigene Verwandte nicht mehr erkennt. Und diesen Teil der Alzheimererkrankung, den kann man nicht so gut nachbilden. Okay.
Benny
00:31:30
Und wo greifst du an? Oder was ist von deinem Arbeitsalltag sozusagen die Aufgabe?
Kai
00:31:39
Mein Schwerpunkt so? Genau. Es gibt unterschiedliche Zelltypen im Gehirn, die unterschiedliche Funktionen haben. Es gibt z.B. Zellen, die sind für das Blutgefäßsystem wichtig. Da gibt es natürlich Nervenzellen, unterschiedlichste Arten von Zellen. Dann gibt es eben auch Zellen, die gehören zum Immunsystem. Das Immunsystem sagt auch noch jedem irgendwie was. Das Immunsystem ist auch hinreichend komplex. Aber es gibt einfach gewisse Zellen im Gehirn, die zum Immunsystem gehören. Und die scannen, wenn man so will, die ganze Zeit das Gehirn und schauen, ist im Gehirn alles okay. oder stimmt da irgendwo was nicht? Und wenn ja, dann müssen wir vielleicht da hin und was tun und etwas dagegen tun. Und mein Arbeitsschwerpunkt sind wirklich diese Immunzellen. Das heißt, wir versuchen, diese Immunzellen besser zu verstehen in ihren Funktionen. Wir versuchen, sie zu verstehen im Kontext dieser Verklumpungen von Eiweiß zum Beispiel. Was machen diese Immunzellen damit? Weil die Immunzellen erkennen diese Verklumpungen. Und die versuchen, diese Verklumpungen abzubauen und zu entfernen, weil sie eben schädlich für den Organismus sind. Und was wir versuchen, ist, diese Immunzellen eigentlich... Ja, viele Wörter, die fallen mir erst mal im Englischen ein, also zu boosten, also dass man quasi zu stärken, dass man natürliche Funktionen, die diese Immunzellen haben und die gut sind für den Organismus, dass man die noch weiter fördert, dass man die noch verstärkt, damit sie etwas, was im Organismus, also im Gehirn in diesem Fall, schief geht, damit sie das einfach noch besser adressieren können, damit sie das schneller erkennen zum Beispiel, dass sie es schneller erkennen können oder dass sie es besser abbauen und wieder eliminieren können, damit die Nervenzellen nicht beeinträchtigt werden. Also der Fokus ist auf diesen Zellen, die zum Immunsystem gehören und wir versuchen, gerade mit Blick auf diesen therapeutischen Ansatz, was können wir tun, um betroffenen Menschen zu helfen, wir versuchen einfach diese natürlichen Funktionen der Immunzellen zu verstärken, um einfach die Immunantwort auf das, was im Gehirn schief läuft, zu verbessern.
Benny
00:33:41
Und ist es dann so, dass ihr, auch so Real-World-Tests macht? Also das heißt, ihr habt echte Betroffene, die dann, beispielsweise Medikamente oder eine Spritze nehmen. Das ist dann halt Versuchstherapie, nehme ich an. Also habt ihr das auch? Oder falls du es überhaupt sagen darfst?
Kai
00:34:02
Nee, nee, da kannst du gar nicht schon was sagen. Also die Arbeit, die wir machen mit den Mäusen, das ist sogenannte präklinische Forschung. Das ist also vor der Klinik. Also es ist, bevor man in den Patienten wirklich reingeht. Jetzt, wenn es um das Testen vielleicht neuer Therapeutika in Menschen geht, da sind wir wirklich, wenn nur am Rande, involviert. Also ich bin mit Patienten selber gar nicht involviert. Wir haben Leute, mit denen wir zusammenarbeiten, Kollaboratoren. Das sind dann auch durchaus Mediziner. Die führen dann sogenannte klinische Studien oder man spricht von klinischen Phasen. Die führen das dann durch. Und da sind wir, ja, wir leisten vielleicht hier und da einen relativ überschaubaren Beitrag dafür, würde ich sagen. Ja, genau.
Benny
00:34:50
Und... Wenn man jetzt sozusagen deine Arbeit nimmt, man hat ja es gibt wahrscheinlich viele Arbeitskreise nenne ich es jetzt mal, viele Leute, die in diesem Bereich arbeiten, habt ihr dann alle irgendwie so ein großes Forum, wo ihr dann zusammenkommt und euch dann so, Netzwerkarbeit halt macht und austauscht, hey, wir haben diese Lösung gefunden, der andere sagt USA beispielsweise, wir haben diese Lösung gefunden und wenn man das verbindet, hat man Alzheimer gelöst, sage ich jetzt mal ganz übertrieben, ist es so? Also, weil ich denke, es ist ja nicht nur dieser eine Teil, der das Problem von Alzheimer lösen würde, sondern das ist ja eine Summe an Unis, die zusammenkommen. Wie kann man sich das vorstellen? Habt ihr so ein weltweites Netzwerk oder wie ist das?
Kai
00:35:36
Ja, wir sind international sehr vernetzt. Das ist... Das gehört zur Forschung. Also die Forschung geht eigentlich gar nicht anders und das ist auch schon lange der Fall so und das macht auch total viel Sinn. Also wir haben viele Kollaboratoren, sowohl in Deutschland als auch im Ausland, einige auch in den USA und so klassische Foren, wo man sich wirklich trifft und auch austauscht, sind einfach Konferenzen oder nennen es Kongress oder Konferenzen, also wissenschaftlichen Meetings, die häufig an sehr schönen Orten auch stattfinden. Ja, genau. Da kommt man zusammen für unterschiedlich, wenn es kleinere Meetings sind, vielleicht drei Tage, wenn es größere Meetings sind, können das auch mal fünf bis sechs Tage sein. Und dann trifft man sich und dann sind das so große, also entweder sind das größere Konferenzen, da können teilweise mehrere tausend Leute zusammenkommen, die dann so Convention Centers irgendwie stattfinden, da gibt es in den USA einige. Aber es gibt natürlich auch kleinere Meetings und ich bin eigentlich jetzt auch, muss ich sagen, in den letzten Jahren wenn, bin ich auf kleineren Meetings wo eher so vielleicht 100, 200 Leute zusammenkommen und das sind dann relativ ausgesucht auch wer dahin kommt und wer dahin eingeladen wird und man kennt viele Leute einfach auch von den Veröffentlichungen das ist, alle die daran arbeiten, veröffentlichen regelmäßig in entsprechenden internationalen Journalen, das ist natürlich alles online zugänglich und insofern weiß man, was die anderen machen und es ist immer wieder spannend, die da auch persönlich mal kennenzulernen.
Benny
00:37:04
Gibt es so ein... Ein weltweites Institut, wo man alles dann publischt und die suchen dann aus, wer zu Konferenzen kommt? Oder gibt es so verschiedene Veranstalter, die dann Institute, die Foren veranstalten und da wird man eingeladen? Wie kann man sich das vorstellen? Ja, eher letzteres. Letzteres, okay.
Kai
00:37:25
Letzteres, genau. Also es gibt einfach dann Leute, die vielleicht aufgrund ihrer Forschungsarbeit sich einfach einen Namen gemacht haben. Die haben einen gewissen Einfluss, die haben ein gewisses Standing und die haben dann, sage ich mal, auch die Vernetzung und damit auch dann die Ressourcen, so ein Meeting zu veranstalten. Man kann sich vorstellen, das kostet viel Geld, sowas auch zu veranstalten. Du brauchst Sponsoren. Dafür musst du vernetzt sein und Kontakt da einfach haben. Das sind eigentlich meistens so die Leute, die einfach ein gewisses Standing im Feld haben. Die sind dann initiativ und organisieren sowas. Ja.
Benny
00:37:53
Und ja, Die Unis quasi, die sind ja dann, ich meine, es ist okay, ich sage, in welcher Uni du bist oder willst du lieber einfach nur eine Münchner Universität sagen?
Kai
00:38:05
Belassen wir es vielleicht bei Münchner Universität.
Benny
00:38:07
Genau, die Münchner Universität, in der du jetzt zum Beispiel bist, das ist, es ist so, dass die dann so viele Arbeitskreise oder Forschung, Bereiche hat zu diesem Thema oder gibt es quasi pro Uni so einen Bereich und wir haben ja verschiedene Unis in München. Die hat einen, die hat einen und dann schaut man, wer hat was gebracht und dann geht man da zusammen zu diesen Foren oder ist das so, wenn du, jeder publischt individuell und je nachdem, ob du halt dann das gefunden wird von diesem Veranstalter, lädt er dich ein? Beides eigentlich. Beides.
Kai
00:38:47
Also wenn ich jetzt an die Uni Münchner Unis denke, Alzheimer wird an beiden Münchner Unis bearbeitet. Klar, die Unis sind nicht gleich, sie haben unterschiedliche Schwerpunkte, aber sie sind beide sehr stark in den Naturwissenschaften. Und dann gibt es auch dann nicht nur einen Arbeitskreis, der an dem Thema arbeitet, sondern es gibt verschiedene Arbeitskreise, die dann verschiedene Teilaspekte vielleicht bearbeiten, sodass nicht zu viel Überlapp da ist. Aber klar, also der Austausch, von dem leben wir sehr. Sei es bei uns selbst im Arbeitskreis, wo wir auch wöchentlich unterschiedliche Anzahl von Meetings haben, sei es mit weniger Leuten, sei es mit mehr Leuten oder dann eben auch in regelmäßigen Abständen auch mal national oder auch international. Ja, okay. Okay. Genau. Ja.
Benny
00:39:28
Und gibt es so ein... Übergeschriebenes Ziel für diese Forschung, sage ich mal, oder weil Forschung hört ja eigentlich nie auf. Richtig. Das heißt, es ist ja, man entdeckt immer Neues und wenn man denkt, man hat was verstanden, merkt man, man ist erst am Anfang. Würdest du sagen, wenn du jetzt, sagen wir mal, ganz psychotisch gesehen, ihr löst Alzheimer. Ihr habt jetzt das gefunden und jetzt ist Alzheimer gecured. Würde es dann so sein, dass bist du dann arbeitslos oder wirst du da woanders vorgeschrieben, weißt du? Also jetzt ist es total hypothetisch, aber es ist interessant zu wissen, wie funktioniert sowas.
Kai
00:40:10
Ja, also ich glaube, die Gefahr, dass man dadurch arbeitslos wird, ist eher klein. Also wenn wir, angenommen, wir würden tatsächlich substanziell zu sowas beitragen, zu so einem Breakthrough-Drug oder so, dann ist es eigentlich immer mit Patentierung auch verbunden. Das heißt, dass man Erfindungen patentiert, dass man die schützt. Manch einer geht dann in eine Firmengründung rein. Das ist ehrlich gesagt auch ein Gedanke, mit dem ich mich auch selber schon mal getragen habe. Noch nicht so super ernsthaft, aber ist schon durchaus eine Überlegung gewesen. Ist inzwischen relativ weit in den Hintergrund getreten, aber nicht komplett erledigt. Genau, Firmengründung kann etwas sein. Meistens ist es auch so, dass man, wenn man in einem bestimmten Forschungsbereich aktiv ist, dass man auch automatisch gewisse Verbindungen in benachbarte Forschungsbereiche hat. Das ist eigentlich auch, liegt in der Natur der Sache. Und insofern ist man auch in anderen Bereichen involviert. Also angenommen, es würde jetzt tatsächlich im Kontext von Alzheimer zu einem krassen Durchbruch kommen und wir wären daran substanziell beteiligt, dann wäre das jetzt nicht so, dass man danach nicht mehr weiß, was man machen soll, sondern man ist einfach in anderen Bereichen auch aktiv. Zum Beispiel sind wir jetzt mit einer Arbeitsgruppe in München, das entwickelt sich sehr spannend und sehr verheißungsvoll aktuell zumindest, sind wir jetzt auch in dem Bereich von Hirntumoren vorgedrungen. Auch da ist unser Anteil vergleichsweise überschaubar, aber das, was wir da beitragen können, ist trotzdem, glaube ich, wichtig für den Gesamtprozess. Und da sind wir super gespannt, wie sich es weiterentwickelt.
Benny
00:41:45
Das heißt, man kriegt sozusagen einfach einen neuen... Du bist ja dann bei der Uni wahrscheinlich angestellt oder bei der Regierung oder so in dem Bereich so...
Kai
00:41:54
Genau, also streng genommen bin ich bei einem Forschungsinstitut beschäftigt, das in einem Gebäude ist, das zu einer dieser beiden Unis gehört. Das heißt, ich bin streng genommen gar nicht an einer der Münchner Unis angestellt, sondern bin an diesem Forschungsinstitut angestellt.
Benny
00:42:11
Und wenn das sozusagen gelöst wird, das Thema ist abgeschlossen, kriegt man sozusagen einen neuen Forschungsauftrag, kann man sich vorstellen. Das heißt, du bist nicht auftragsgebunden angestellt, sondern...
Kai
00:42:23
Richtig.
Benny
00:42:24
Ich meine, das ist ja wie so ein Projekt, wenn jetzt irgendeiner bei... Irgendeinem Autounternehmen angestellt wird, die komplette Flotte soll jetzt auf E-Autos umgestellt werden. Irgendwann sind alle Autos hier auf E-Autos umgestellt, dann ist das Projekt abgeschlossen und dann geht er. Bei euch ist es in der Forschung ist es mehr so, man hat den Auftrag und dann macht man den nächsten Auftrag. So kann man es sich vorstellen?
Kai
00:42:55
Ein Stück weit. Ich glaube, dieses sehr auftrags- oder projektgebundene Arbeiten ist nochmal stärker in der Industrie. Du hast gerade die Automobilindustrie schon genannt. Da gibt es ja auch die Pharmaindustrie, die ganz groß ist. Auch da geht es letztlich am Ende des Tages darum, ob Geld gemacht wird oder nicht. Ich weiß, es wird viel Geld mit der Krankheit von vielen Menschen verdient. Aber das ist ein anderes Thema. Darum geht es letztlich, dass Geld verdient wird. Das kann immer sein, dass auch Schwerpunkte bei einer Firma sich sehr schnell verändern und plötzlich ist dein Aufgabenbereich nicht mehr relevant. Und dann stehst du vor der Tür. Das kann dir eigentlich an der Uni im akademischen Umfeld nicht so schnell passieren. Also wir sind da ein bisschen flexibler in unserer Arbeitsweise. Wir haben ein bisschen mehr Freiheiten. Uns wird nicht ganz so stark, sag ich mal, hierarchisch von oben vorgegeben, was wir zu tun haben. Also zumindest da, wo ich bin, ist die Struktur so von Chef und Mitarbeitern nicht sehr hierarchisch. Und wir arbeiten einfach mit anderen Leuten zusammen auch. Und auch durchaus Interessen getrieben. wo wir eine Begeisterung haben, wo wir einfach merken, Mensch, da können wir unser Wissen einbringen und dadurch dringen wir dann auch automatisch in andere Bereiche vor.
Benny
00:44:08
Das ist ja anders, wenn du jetzt zum Beispiel wenn man jetzt zum Beispiel an deiner Uni angestellt ist oder bei der Regierung in dem Fall dann, dann ist es ja so, oder beim Freistaat, ich weiß es nicht genau, dann ist es ja so, dass man ja für ein Projekt zum Beispiel forscht und dann ist es aber so, dass natürlich der Geldgeber, in dem Fall der Staat zum Beispiel, hat ja Interesse an einem Ergebnis. Das heißt, man ist ja auch ein bisschen abhängig davon, wie viel Geld man kriegt. Das heißt, die Forschung ist ja dann auch immer, ich meine, du hast es jetzt in dem Fall nicht so, aber in dem Fall wäre ja die Forschung immer auch ein bisschen so, dass man premature, ich weiß nicht, wie das auf Deutsch heißt, dass man zu früh ein Ergebnis präsentiert aufgrund des Gelddrucks, sozusagen. Ich meine, das ist jetzt bei dir, wie gesagt, nicht der Fall so, aber kannst du sagen, das ist eine Forschung, weil du gemeint hast, ihr seid jetzt nicht von oben hierarchisch so. Aber ist es in der Forschung so, dass man dann manchmal aufgrund von Geld Mittel, weil man nicht genug Mittel hat, gezwungen wird, frühzeitig ein Produkt zu präsentieren, zum Beispiel. Ja, doch.
Kai
00:45:23
Also es ist eine sehr wichtige und berechtigte Frage, die du stellst. Also das betrifft uns in der akademischen Forschung an der Uni auch. Ich würde nicht sagen, ganz so krass wie vielleicht in der Pharmaindustrie, aber es ist in der Tat so, dass sich das in den letzten, weiß ich nicht, Ich spreche jetzt mal vielleicht für die letzten zwei Jahrzehnte, weil das ist so die Zeit, die ich persönlich überblücken kann in meinem eigenen Werdegang. Hat sich das schon auch im universitären Umfeld dahingehend entwickelt, dass das, was man an Ressourcen, an Finanzen vom Staat bekommt, in diesem Fall jetzt Bayern, Freistaat Bayern, das ist immer weniger geworden. Das heißt, wenn man expandieren möchte, wenn man andere Themen bearbeiten möchte, wenn man irgendwelche Technologien vielleicht auch nutzen möchte, die sehr teuer sind, wo Geräte in der Anschaffung durchaus Millionen kosten können und dieses Geld der Freistaat aber jetzt in dem Fall oder meinetwegen ein anderes Bundesland nicht bereitstellen kann oder möchte, dann ist man gezwungen, dass man sich an externe Geldgeber, an sogenannte Drittmittelgeber wendet. Und das machen wir sehr viel. Das machen wir sehr viel, weil wie gesagt, das, was an Finanzen durch die Länder Bereitgestellt wird, immer weniger geworden ist, ist man immer mehr darauf angewiesen, dass man sogenannte Drittmittel einwirbt. Und das machen wir auch. Und da ist es in der Tat so, du bewirbst dich mit einem konkreten Projekt und dann ist Reporting auch angesagt. Also je nachdem, wo man sich bewirbt, kann es sein, dass du alle drei Monate einen Report abzuliefern hast. Was hast du die letzten drei Monate gemacht? Was willst du die nächsten drei Monate machen? Also ich habe das selbst schon erlebt. Oder aber du hast zumindest einen Annual Report zu liefern. Und dann gucken die, was machst du mit dem Geld? Und bist du erfolgreich? Und bei uns ist in der Wissenschaft ein Stück weit leider, ich denke, es hat in gewissen Grenzen seine Berechtigung, aber ein Stück weit leider sind die Publikationen unsere Währung. Wer publiziert, ist in einer besseren Lage, Gelder einzuwerben, als jemand, der nicht so viel publiziert. Und dann wird natürlich, es wird versucht, dass man in den renommiertesten Fachjournalen publiziert, weil wenn die Leute das sehen, oh, dann sind sie beeindruckt und dann sind sie eher gewillt, ihr Geld zu geben. aber manchmal wird gar nicht so genau hingeguckt, ob das qualitativ funktioniert. Substanz hat? Ja, so viel Substanz hat, wie es nach außen hin scheint. Ja, okay. Also wir haben da schon auch einen gewissen Druck. Wir müssen reporten, wir müssen liefern, wir müssen performen und deswegen werden manchmal auch Dinge publiziert, also früher, als man eigentlich möchte.
Benny
00:47:43
Du hattest vorher auch so ein bisschen die Pharmaindustrie angesprochen. Ich will jetzt keine Stichwörter sagen, weil sonst wird das Video geflaggt und mit unten drunter liest du diese Informationen mehr. Deswegen versuche ich es ein bisschen so zu beschreiben, dass das Video nicht jetzt irgendwie, Entschuldigung geflaggt wird mit irgendwelchen inneren Sachen und zwar vor zwei Jahren hatten wir ja ein ein, Ein besonders großes Ereignis, was die ganze Welt beeinflusst hat. Ich glaube, du weißt, was ich meine.
Kai
00:48:21
Ja, ich denke schon.
Benny
00:48:22
Und da war es ja so, dass totaler Druck war, weil Menschen sterben und krank sind, dass man forscht und was rausbringt. Und dann gab es Leute, die waren mit dem Ergebnis zufrieden, die haben das, ich nenne es jetzt mal ganz glatt, das Medikament zu sich geben lassen und manche haben es verweigert. Und jetzt frage ich mich so als Forscher, du bist jetzt auf der Forscherseite, das Medikament sozusagen, nenne ich es jetzt mal einfach, das haben ja Forscher, haben ja daran gearbeitet und dann ging es an ein Pharmaunternehmen, weil das Medikament, man kennt ja so diese Namen, hast du den, hast du den, das Medikament genommen, Das war ja immer der Name der Firma. Warum heißt das Medikament so wie die Firma und warum heißt das Medikament nicht anders? Alzheimer ist ja ein Name. Alzheimer ist ja der Name. Also deswegen frage ich mich halt, das ist ja anders wie HIV, was jetzt eine Beschreibung eines Virus ist. Und deswegen frage ich mich so und dann gibt es einen Impfstoff der quasi nach einer Firma benannt ist und quasi wie hängt das damit ich will das Thema ganz kurz halten, aber warum ist das quasi so es gibt ein Forschungsteam wie du jetzt hier arbeiten an etwas und dann kommt die Lösung raus und am Ende kriegt ein Pharmaunternehmen euer Ergebnis und arbeitet damit Mhm.
Kai
00:50:11
Ja, also ich denke, das liegt einfach daran, du willst ja dann, wenn du wirklich was gefunden hast und du hast ein ernsthaftes Interesse daran, dass Patienten, Menschen, die wirklich leiden, dass denen wirklich substanziell geholfen wird, dann musst du dir Gedanken machen, wie mache ich das? Du musst ja dann in der Lage sein, diese Substanz, die du identifiziert hast oder die du erforscht hast und die du jetzt an Mann und Frau, die es brauchen, bringen möchtest, du musst ja in der Lage sein, das zu produzieren. Du musst ja in der Lage sein, das in entsprechenden Mengen zu produzieren. Dann gibt es hohe Qualitätsstandards, die eingehalten werden müssen, damit ein Medikament zugelassen wird, damit es überhaupt verabreicht werden kann. Und das sind Sachen, die jemand, der in der akademischen Forschung tätig ist, In keinster Weise leisten kann. Das ist absolut nicht machbar. Das heißt, du musst in den Business-Bereich reingehen. Natürlich, du kannst, das hatte ich vorhin schon mal kurz adressiert, du kannst selbst eine Firma gründen. Manche Leute machen das auch, dass sie mit ihrem Produkt wirklich erstmal selber eine Firma gründen und klein starten. Und wenn sich das wirklich erfolgreich entwickelt, dann ist der Weg häufig, vielleicht nicht immer, aber häufig so, dass natürlich größere Firmen Wind davon bekommen und sagen, das sieht interessant aus, damit könnten wir richtig Geld machen. Okay, wir kaufen das Produkt oder wir kaufen möglicherweise die ganze Firma. Ja, ich verstehe. Und dann ist es natürlich in der Hand eines größeren Konzerns und dann entwickeln die das weiter und dann benennen die das natürlich auch, wie sie es wollen. Ja. Also das kann natürlich sein, dass du als Erfinder vielleicht über ein Patent, Sage ich mal, ein gewisses Maß an Finanzen dann auch regelmäßig bekommst, also dass du was dadurch verdienst, aber ich sage mal, das Hauptsächliche wird immer in der Pharmaindustrie verdient.
Benny
00:51:52
Es ist natürlich auch, ich glaube, moralisch schwierig. Stell dir vor, du hast die, die die Lösung für Alzheimer gefunden und weil man jetzt seinen Namen nicht an das Etikett kriegt, hält man die Lösung weg. Also ich meine, moralisch ist das ja voll schwierig. Man hat ja auch irgendwo eine Verpflichtung. Aber es ist ja auch manchmal so, Ein Schauspieler zum Beispiel, der kriegt Geld für den Teil, den er gemacht hat in dem Film, aber der Film gehört nicht dem Schauspieler, sondern der Film gehört dem Studio und das Studio hat die Rechte für immer. Und wahrscheinlich ist es in der Forschung auch so, dass die Geldgeber, quasi die haben das Recht an dem Medikament und nicht der Forscher in dem Sinne. Aber ist es dann so, dass schon zum Beispiel jetzt vor ein paar Jahren bei dieser Situation, die wir weltweit hatten, dass vorher Pharmainstitute an Forschungsinstitute gegangen sind und gesagt haben, findet uns das Lösungsmittel und wir fanden den ganzen Prozess oder kommen die quasi erst danach? Das wäre immer ganz interessant. Ich meine, vielleicht weißt du es auch gar nicht, aber ich fände es mal interessant, zu wissen, wie sowas abläuft.
Kai
00:53:04
Das überblicke ich ehrlich gesagt wirklich nur sehr wenig. Da kann ich wirklich gar nicht so viel zu sagen.
Benny
00:53:12
Ja, ich glaube, aber ich habe noch ein paar andere Sachen, die wir reden wollen, deswegen glaube ich, aber mir war wichtig, erstmal so eine auch einfach so entspannt, so ein bisschen eine solide Basis zu machen, dass Leute ein bisschen auch wissen, was du so machst und so.
Kai
00:53:26
Ich hoffe, es war einigermaßen verständlich, was ich gesagt habe.
Benny
00:53:30
Heutzutage, was sich ich auch viel mache. Ich hatte ja die Sophia da und die hat ja auch Physik studiert und ich habe zum Beispiel ihre Arbeit mir einfach von der KI ein bisschen erklären lassen. So kann man es ja auch machen. Das wird ja auch alles, es gibt ja auch ein Transkript für diesen Podcast und die Leute können sich alles reinholen und erklären lassen oder einfach E-Mail schreiben und Fragen stellen. Genau, ich werde die Fragen nicht beantworten können, aber ich kann sie ja nicht weiter.
Kai
00:53:56
Kannst du gerne machen.
Benny
00:53:59
Ja, was ich voll spannend finde, das hatte ich ja Anfang schon mal angerissen, so ein bisschen so also mit dem, dass du ja quasi, finde ich, sehr demütig damit umgehst, was du, ähm, akademisch hast sozusagen und, ähm, der Podcast geht ja so um, wie du wie du ja weißt, um Glaube, Identität und so und wie würdest du sagen, das, was du hast, akademisch, weltlich gesehen, wirkt das auf deinen Selbstwert auf? Also, gibt es dir mehr, also wenn du jetzt beispielsweise keinen Abschluss hättest, gar nichts, würdest du sagen, hey, mein Selbstwert ist so in Jesus fundiert, dass mich das gar nicht juckt? Oder sagst du, hey, es gibt Momente, da baue ich mich dran auf, ich brüste mich darin. Mich wird es einfach so ein bisschen jetzt in die Schiene Glaube und Identität gehen wollen. Mich würde es ein bisschen interessieren, wie du das so navigierst für dich, dieses Thema.
Kai
00:55:00
Ja, das ist eine sehr wichtige und sehr fundamentale Frage. Also ich kann auf jeden Fall, wenn ich zurücksehe, ich hatte ja vorhin schon so ein bisschen mein Elternhaus und so benannt, ich habe das natürlich immer erst rückblickend verstanden und zu dem Zeitpunkt, als ich Kind oder Jugendlicher war, habe ich das gar nicht überblickt. Und ja, also zumal ich auch da, das hatte ich ja schon gesagt, ja, wie gesagt, ich hatte Jesus in mein Herz aufgenommen und ich habe mich auch im Gebet immer wieder mal an ihn gewandt, aber das Glaube war trotzdem für mich wirklich eher eine Randerscheinung. Es hat mein Leben nicht fundamental geprägt zu dem Zeitpunkt, würde ich sagen. Und die Tatsache, dass ich in der Schule Erfolg hatte und auch viel Erfolg hatte und nie Probleme hatte und viel gute Noten hatte und natürlich auch gesehen habe, dass es meine Eltern, natürlich vor allem mein Vater, auch freut, das hat meinen Selbstwert, glaube ich, rückblickend schon ziemlich stark geprägt und ausgemacht. Also, das heißt nicht, dass ich zu Hause jetzt irgendwie keine Liebe von meinen Eltern erfahren hätte. Also ich habe schon gesagt, meine Mama ist eine Vollblutmama, also die hat uns ganz viel Liebe gegeben. Mein Vater natürlich auch, aber anders. Also insofern nicht, dass das gar nicht präsent gewesen ist, aber ich glaube, rückblickend muss ich schon sagen, dass so diesen Erfolg, den ich einfach in der Schule damals schon hatte, dass der schon meinen Selbstwert sehr, sehr geprägt hat. Also ich weiß nicht, wie es mir gegangen wäre, wenn ich jetzt plötzlich, aus welchen Gründen auch immer in der Schule, plötzlich große Probleme gekriegt hätte. Ich glaube, ich hätte, ja, ich glaube, ich wäre wahrscheinlich in ein Loch gefallen, vermute ich schon, rückblickend. Und dann habe ich mit im Alter von 22, habe ich meine Entscheidung für Jesus nochmal festgemacht und das natürlich auch mehr überblickt, was das eigentlich alles heißt und habe gesagt, okay, ab jetzt, ich will ernsthaft wirklich mit Jesus gehen Und erst dann hat es auch keinen Tag gegeben, an dem das nicht so gewesen wäre, ich habe das nie wieder in Frage gestellt oder von mir getan oder weggeworfen oder so und dann hat Jesus wirklich ja, Ich würde wirklich sagen, gerade so in den ersten zwei, drei Jahren, nachdem ich so diese Entscheidung mit Jesus festgemacht hatte, ganz viel in mir verändert. Also ich habe gemerkt, dass Glaube zum Beispiel sehr wohl auch mal den emotionalen Bereich inkludiert, also mit einschließt, dass das nicht eine reine Kopfsache ist, eine reine Verstandessache. Und damit will ich jetzt gar nicht sagen, dass es nur um Emotionen im Glauben geht. Nein, auf keinen Fall. Das Wort Gottes ist unabhängig von Emotionen. So schwierig das auch sein kann durchaus. Weil man mit seinen eigenen Emotionen kämpft. Aber das war für mich was ganz Wesentliches, dass ich diesen emotionalen Bereich entdeckt habe. Und dass mein Glaube, dass der auch diesen emotionalen Bereich mit einschließt, für mich war das ein Gamechanger. Wirklich. In den ersten Jahren war das der absolute Gamechanger für mich. Das hat mein Leben wirklich umgekrempelt. Oder Jesus hat das benutzt, um mein Leben umzukrempeln. Und ich habe dann schon früh auch Erfahrungen gemacht, einfach auch mit seiner Liebe und seiner Zuwendung. und so. Und das hat natürlich angefangen, meinen Selbstwert zu verändern und meine Identität zu verändern. Und ich glaube, ich stehe auch heute noch in einem Prozess der Veränderung, weil ich mache die Arbeit, die ich mache, sehr gerne. Ich bin, finde ich wirklich, seitdem ich hier in München bin und da arbeite, wo ich arbeite, ich bin wirklich beschenkt, ich bin privilegiert, dass ich da bin, wo ich bin. Ich bin auch durchaus gut herausgefordert. Also es ist nicht immer easy going, ich habe gut zu tun, ich bin schon auch herausgefordert, aber ich bin da wirklich sehr privilegiert und insofern gibt es, auch jetzt, es gibt Tage, da komme ich nach Hause und da, keine Ahnung, da hat das geklappt und das Ergebnis ist da und wir können da jetzt was veröffentlichen oder haben da irgendwie eine neue Möglichkeit, mit jemandem zusammenzuarbeiten. Und ich bin völlig begeistert und komme nach Hause und will das auch meiner Frau möglichst schnell erzählen. Aber die Kids sind mit am Tisch. Insofern dauert es dann manchmal einen Moment. Also ich glaube, wenn ich jetzt diese Arbeit plötzlich nicht mehr hätte, aus irgendeinem Grund, was auch immer, keine Ahnung, Finanzen brechen weg, meine Stelle kann nicht mehr finanziert werden oder irgendwie sowas. Ich glaube schon, dass es nicht einfach für mich wäre. Aber ich glaube, dass ich so weit auf jeden Fall in Jesus gegründet bin und ihn soweit kenne, dass es mich nicht umhauen würde. Ähm... Das ist natürlich auch etwas, was ich in meinem Herzen trage, aber das ist ein Thema für sich. Ich kann mir vorstellen, dass in meinem Leben etwas anderes kommen wird, noch etwas ganz anderes. Was mit der Arbeit, die ich jetzt aktuell tue, vielleicht überhaupt nichts mehr zu tun haben wird. Also das halte ich für möglich. Und ich versuche, mir das auch in meinem Herzen zu bewahren und die Arbeit und auch den Erfolg oder auch die Freude, die ich darin habe, nicht zu groß werden zu lassen. Also insofern, das hat sich im Laufe der Zeit, die ich mit Jesus gegangen bin, definitiv verändert. Und ich weiß, ich brauche letztlich nichts mehr als Jesus selbst, um glücklich zu sein und Frieden zu haben und eine Perspektive zu haben. Also insofern, selbst wenn jetzt irgendwie das mit der Arbeit sich fundamental verändern würde, ich glaube, es wäre nicht einfach, weil natürlich da jetzt auch, ich da schon ein paar Jahre bin und da was gewachsen ist und man auch auf mich zählt, was natürlich sich immer schön anfühlt. Ich glaube, es wäre nicht unbedingt einfach, aber es würde mich nicht umhauen.
Benny
01:00:20
Und was bedeutet es für dich dann, deinen Selbstwert in Jesus zu haben? Wie würdest du das beschreiben?
Kai
01:00:28
Kannst du das vielleicht ein bisschen konkretisieren? Oder was genau meinst du damit?
Benny
01:00:32
Also es ist ja so, Und manche Leute, die haben keinen Selbstwert, weil sie nicht die Offenbarung haben, dass sie Jesus zum Beispiel, dass Jesus sie liebt, dass es einen Gott gibt, der für sie gestorben ist und so. Und dann gibt es die Leute, die das wissen, aber trotzdem sehr viel darauf bauen, was sie erreichen, sehr performancebasiert sind. Und dann gibt es Leute, die sagen, hey, ich habe meine Arbeit, die geben mir einen Sinn, das ist, was ich gerade mache. Ich weiß, ich habe eine Berufung, ich glaube aber auch an Jesus und so wie du gerade ein bisschen beschrieben hast. Und ich würde einfach so interessieren, was so Selbstwert dann in dem Sinne für dich bedeutet. Ist es so die Erkenntnis davon, was Jesus für dich getan hat und dadurch... Vielleicht machen wir es so, ich sage dir, was es für mich ist und dann fällt es dir vielleicht für mich ist es so, zum Beispiel Selbstwert bedeutet für mich, zu erkennen, was Jesus für mich getan hat, wer ich in den Augen des Schöpfer des Universums bin geliebt, wertvoll, angenommen akzeptiert, so sehr hat Gott mich geliebt, dass es einen Sohn gab, und das zeigt mir einfach wow, krass, ich bin geliebt, ich bin gewollt, ich bin auserwählt und es zeigt mir so, ich habe etwas, da ist jemand, der mich durch und durch kennt. Und trotzdem entscheidet, mich zu lieben und das bedeutet mir so viel, weil ich dann meine Identität darin finde, dass ich, weiß, wenn ich das Wort Gottes öffne, da steht drin, was wir alles sind in Gott, König und Priester und so ganz viele Sachen einfach und wenn man die Summe so zusammenholt und dann versteht, was die Bibel über einen sagt, darin finde ich meinen Selbstwert, weil ich erkenne, dass es das, weil die Bibel mir so sehr sagt, wer ich bin und dadurch habe ich die Wahrheit, weil es alles Gott über mich ausgesprochen hat und dadurch ist es so, dass unabhängig davon, was andere Leute sagen oder unabhängig davon, was ich erreiche oder was ich nicht erreiche, was Gott sagt, ist unabhängig von all dem. Deswegen ist mein Selbstwert das, was Gott über mich sagt und darin finde ich meinen Selbstwert sozusagen. Ich finde das so spannend, mir dir darüber zu reden, weil du jemand bist, der offensichtlich akademisch viel erreicht hat oder auch am Erreichen ist. Und wie Paulus aus der Bibel sagen könnte, hey, ich habe das und das erreicht und es ist mir alles Dreck geworden. Ja, genau. Weil ich weiß, weil ich jetzt Jesus erkannt habe und dadurch viel mehr erreicht habe. Ich könnte mich allem rühmen, aber ich rühme mich nichts außer dem Kreuz von Jesus Christus. weil es alles Dreck ist, den wir gleich Gott so kennen. Verstehst du, was ich meine?
Kai
01:03:26
Ich denke Stück weit schon, ja. Wo fange ich an oder wie fange ich an? Also wenn ich jetzt so das noch so im Ohr habe, was du gerade gesagt hast, dann, das denke ich übrigens regelmäßig, wenn ich deine Predigten im Frühgebet höre, dass glaube ich, dass du viel Offenbarung darüber bekommen hast, wie sehr Gott dich liebt und dass er dich annimmt, so wie du bist. Und da würde ich jetzt persönlich zum Beispiel sagen, dass ich vielleicht nicht ganz so viele Offenbarungen habe wie du. Also ich glaube, Gott hat mir das immer wieder auch ganz persönlich zugesprochen. Zum Beispiel war das vor drei Jahren zum Geburtstag. Und da wollte ich unbedingt die erste halbe Stunde am Tag einfach mit Gott verbringen. Und ich wollte einfach auch hören, was er mir sagen möchte oder so. Und er hat mir ganz gezielt gesagt, ich liebe dich, bleib in meiner Liebe. Und das macht natürlich auch was mit mir. Aber ich habe auch Phasen gehabt, wo ich das, sage ich mal, stärker erlebt habe und auch leichter annehmen konnte. Aber ich habe auch schon Phasen in meinem Christsein erlebt, wo ich das nicht ganz so leicht annehmen konnte. Warum auch immer, weiß ich jetzt gar nicht so genau oder will ich auch gar nicht großartig drüber grübeln. Es gibt ja auch gewisse Erfahrungen, die man vielleicht auch macht, die nicht so einfach sind, wo man auch erstmal irgendwie durch muss, wo man vielleicht auch mal ein Stück weit mit Gott ringt. Also ich habe so eine Phase vor ungefähr 20 Jahren gehabt, da war ich ein relativ junger Christ. Die mich sehr geprägt hat, aber die Gott nutzt hat, um mich sehr in die Tiefe zu führen. Genau. Ja, also... Klar, ich definiere auch meinen Selbstwert natürlich über das, was Jesus für mich getan hat, aber das ist eine beständige Bitte, die ich Jesus immer wieder bringe, dass ich noch viel mehr mit dem Herzen erfassen kann, was er da eigentlich getan hat am Kreuz. Für mich ist das so, fühlt sich das für mich zumindest an, vielleicht würde Gott selber das allem anders sagen, aber für mich fühlt es sich immer noch ziemlich so an, dass es für mich so mit dem, was Jesus am Kreuz getan hat und mit der Auferstehung, das ist für mich immer noch relativ stark verstandes. Ich will nicht sagen, Verstand ist getrieben, aber dass der Verstand da immer noch eine relativ große Rolle spielt. Und ich will auch nicht sagen, dass der Verstand da verkehrt ist oder so, oder Fehler am Platz ist. Aber ich merke, da ist eine Sehnsucht da, das stärker mit dem Herzen zu erfassen. Und da bin ich auf dem Weg. Also da bin ich einfach auf dem Weg und es gab Phasen, wo das eine meiner Hauptbitten auch Gott gegenüber war, mehr zu erkennen und in der Tiefe zu erkennen, dass ich von ihm geliebt bin, dass ich bedingungslos geliebt bin und dass ich nicht mehr brauche, als genau das zu wissen und auch mit dem Herzen zu wissen und zu verstanden, dass ich von ihnen geliebt bin. Denn ich brauche nicht mehr als das. Und ich habe Phasen gehabt oder auch Erlebnisse gehabt, die mir das ganz deutlich gezeigt haben. Aber ich habe auch Phasen gehabt, wo das zumindest gefühlt ein bisschen in den Hintergrund getreten ist. Genau. Also es ist, ja.
Benny
01:06:20
Hast du Momente, wo du stolz bist, was du akademisch geschafft hast? Und dann ein bisschen, du Jesus so zur Seite schiebst.
Kai
01:06:36
Bisschen, aber ich glaube nicht sehr viel.
Benny
01:06:41
Also würdest du sagen, wenn jetzt, ich kann mir die Frage selber beantworten, aber es ist nur Gemeindekontext, aber wenn du jetzt zu einem Arzt gehst, stellst du dich dann mit Dr. Schleppkopf vor oder tust du einfach Hi, ich bin der Kai oder man tut sich nicht beim Arzt, aber du weißt, was ich meine.
Kai
01:07:03
Ne, also ich stelle mich im Blick gerade, ob ich mich Da lege ich mich jemals als Dr. Schleppke vor.
Benny
01:07:10
Ich wusste bis heute nicht, dass du einen Doktortitel hast.
Kai
01:07:13
Ich denke darüber, dass ich einen Doktortitel habe, denke ich wirklich sehr, sehr wenig nach. Der ist zum Beispiel auch nicht bei uns am Klingelschild. Der war bei mir noch nie am Klingelschild.
Benny
01:07:20
Auch nicht bei den Briefen dann?
Kai
01:07:22
Da schreibe ich es manchmal drauf als Absender. Manchmal schreibe ich es drauf, ja.
Benny
01:07:26
Ja, wenn es arbeitsbezogen ist. Aber ich meine, wenn du jetzt eine Postkarte schickst, dann irgendjemandem schreibst du dann, okay, Postkarte ist übertrieben, aber jetzt an das Finanzamt oder sowas schickst?
Kai
01:07:41
Nee. Also ich überlege gerade, vielleicht teilweise, also ich habe festgestellt jetzt, wo du das sagst, weil ich jetzt auch zu Weihnachten ein paar Weihnachtskarten verschickt habe, dass ich als Absender jetzt häufig schreibe, Familie Dr. Kai Schlepko, wenn ich ehrlich bin. Vielleicht mache ich das, weil mein Papa das auch immer so gemacht hat. Ich will nicht sagen, dass ich da komplett frei von Stolz bin. Ich glaube, das wäre gelogen. Aber ich glaube, dass es keine sehr große Rolle spielt. Ich denke wirklich wenig darüber nach. Ich gebe diesen Titel eigentlich aktiv selten irgendwo an. Eher auch im akademischen Kontext, wenn ich danach gefragt werde.
Benny
01:08:21
Öffnet er dir Türen?
Kai
01:08:23
Ja.
Benny
01:08:24
Schon, oder?
Kai
01:08:24
Ja, ist schon so. Also ich gebe dir ein Beispiel. Das ist aber wirklich schon lange her. Da habe ich noch gar nicht in München gewohnt. Da habe ich nach der Wohnung in Frankfurt geguckt. Und ich hatte über Freunde von der Wohnung erfahren, also Freunde auch aus der Gemeinde damals. Und habe da angerufen und habe gesagt, ja, ich habe gehört von dieser Wohnung und ich bin interessiert. Und da war der am Telefon einfach super, also sagen wir es so, ich will etwas vorsichtig sein, nicht sehr freundlich. Und hat das ziemlich schnell das Telefonat beendet. Und ich bin aber einigermaßen ruhig geblieben, habe gesagt, ja, kein Problem. Ich schicke ihn einfach mal, ich schicke ihn das einfach nochmal per Post. Und da hatte ich meinen Titel angegeben. Ich überlege rückblickend, ob ich das absichtlich gemacht habe oder nicht. Aber der hat das bekommen. Der rief an, Herr Dr. Schleppkoyer, der war wie ausgewechselt. Das war so ein krasses Beispiel dafür, ich habe die Wohnung dann gar nicht genommen, aber das war so ein krasses Beispiel dafür, dass es schon was gebracht hat, wenn man so will. Also frei von Stolz, ich würde sagen komplett 100% nein, wenn ich ehrlich bin, aber ich glaube, dass es keine sehr große Rolle spielt. Also ich halte das Jesus immer wieder hin, in dem Wissen, dass es, es kann ja das Berufliche sein, es können ja auch andere Sachen sein, es kann ja zum Beispiel auch sein, dass du im gemeindlichen Kontext sehr aktiv bist und vielleicht auch da dir viele Leute rückmelden, dass sie dich mögen und keine Ahnung, was weiß ich was. Und auch wegen sowas kann man stolz werden. Also das kann der berufliche Kontext sein, aber es können ja auch andere Kontexte sein.
Benny
01:09:58
Ich weiß, dass... Ich habe vor Jahren, vor neun Jahren, ein prophetisches Wort gekriegt und das ist in meiner Bibel immer noch. Und ich habe es erst heute gelesen wieder. Und eine der Sachen steht drin, was wir auch oft einfach hören als Christen, das ist jetzt nicht unbedingt die Prophetie speziell auf mich, aber das ist so ein Satz, den man oft auch als Christ hört, in der Prophetie benutzt wurde, ist genau in dem Bereich, wo Gott dich berufen hat, wird der Feind dich am meisten angreifen. Und wie heißt mein Podcast, unser Podcast? Lebenswert, Glauben und Identität. Warte mal, in welchem Bereich ich am meisten den Kampf spüre. Ich spüre den meisten Kampf im Thema Selbstwert, im Thema Identität. Das sind die Themen, die Gott mir aufs Herz gelegt hat, die ich so wichtig finde, dass Menschen das hören. Und ich weiß aber, das ist auch der Bereich, weil er mich am meisten angreift, weißt du, wo du gesagt hast, wo auch in meinen Predigen merkt man das im Frühgebiet und das ist mir auch so wichtig, weil das ist so die Message, die Gott mir aufs Leben, aufs Herz gelegt hat für mein Leben, ist Menschen das zu zeigen und ich finde das, das hatte ich eingangs gesagt, eben, dass ich es immer besonders finde, wenn Leute Titel haben, weil sie dann immer ein bisschen hochnäsig sind, ist ein bisschen. Leider, ich finde es halt aber, also nicht nur Titel im Sinne von Doktor, sondern auch im kirchlichen Kontext. Das ist manchen Leuten mega wichtig, wie sie angesprochen werden und ja, ich finde das äh, interessant. Ich finde, es ist so, ich bin da immer so im inneren Konflikt so, ich denke mir so, andererseits ist es voll wichtig, Ämter zu ehren, die Gott Leuten gegeben hat, aber ich habe mal ein Reel gesehen auf Instagram, wo, ein Prediger kam, und ging aus dem Auto raus oder ins Haus rein einzubeiden und vor ihm war dann, ein Gemeindemitglied und ist jetzt hingekniet vor ihm und er ist so gegangen und damit quasi er nicht mit der Seite zu dem. Pastor Bischof kam, was für eine Rolle der hatte, Amt der hatte, steht, ist er quasi auf den Knien so mitgegangen halt so. Und das war für mich so und das fand ich voll krass, weil ich mir dachte, wow, also ich will die Kultur gar nicht herabreden, deswegen würde ich auch nicht sagen, was für eine Kultur das war. Aber ich finde das so krass, weißt du, und ich finde, das bin ich mit Ämtern immer so, bin ich so gespannt und deswegen interessiert es mich auch so, mit jemandem mal zu reden wie dich, der das halt hat und einfach, was das für ihn bedeutet einfach. Mein Vater, der hat zwei Doktortitel und hat, beziehungsweise hatte einen Proftitel. Ich meine, es ist ja so, dass er ist ja in den Ruhestand gegangen. Das heißt und so, ich weiß, hast du den Proftitel ja nur, solange du lehrst.
Kai
01:13:06
Ja, ja. Ja, gibt verschiedene Voraussetzungen.
Benny
01:13:09
Genau, deswegen weiß ich nicht, aber auf jeden Fall. Aber Lehre gehört dazu, ja. Aber ich erinnere mich immer an die Briefe mit Prof, Doktor, Doktor und dann sein Name. Genau. Aber für mich im Alltag, ich meine, meine Eltern haben sich getrennt vor 16 Jahren. Das heißt, ich erinnere mich nicht mehr so viel daran, wie es war. Aber ich meine, als ich mit meinem Vater in den Bergen war, war das total egal, ob was, wie viele Doktortitel, Proftitel der hatte. Weil da war das einfach, da sind wir einfach wandern gegangen. Ja, genau. Oder mit meinen, als wir Geschwister was gemacht haben und ähm, Man merkt das halt, wie tief das in die Facetten von Leuten geht. Manche Leute sind am Esstisch und sie können nicht anders, als es raushängen zu lassen. Und diese Leute, die kriegen halt sehr viel ihren Wert durch ihren Status. Und das merkt man ja auch voll durch heutzutage Instagram, TikTok, all diese Social Media Plattformen, wo Jugendliche draufgehen, die kriegen ihren Wert so stark von dem, wie viel Anerkennung sie kriegen. Und wenn sie keine Anerkennung kriegen, dann brechen sie auf einmal zusammen. Oder wenn. Manche Mädels trauen sich nicht, ohne Make-up aus dem Haus zu gehen, weil sie sich hässlich fühlen. Und das ist voll traurig, weil sie ihre wahre Schönheit der Welt quasi voranhalten. Und ich finde das so krass, weil wir in einer Gesellschaft leben, die so den Wert verdreht hat von Menschen. Ja, ich finde das so, ich meine, du bist ja auch, du bist ja Vater. Wie ist es so für dich, wenn du jetzt an unsere Gesellschaft denkst, wo du merkst, dass es sehr leistungsgetrieben, aber auch, aussehengetrieben und akademisch getrieben, was ist so dein oder von euch jetzt, von Nicole und dir, so euer Wunsch für eure Tochter, ist es so, dass ihr sagt, hey, wir wollen frei von Expectation im Sinne von, hey, du musst nicht akademisch sein, aber auch wollt ihr sie schützen vor dem, wie Social Media sagt, so muss eine Frau aussehen, weißt du? Wie ist so, vielleicht kannst du ein bisschen was dazu sagen.
Kai
01:15:24
Also, Ich erwarte weder von unserer Tochter noch von unserem Sohn, dass sie studieren werden. Also ob sie das machen oder nicht, darüber denke ich nicht nach. Natürlich, wenn sie mal darauf zusteuern, dann klar wird man da natürlich als Eltern mehr daran denken. Aber für mich ist wichtig, dass sie das, was sie mal machen, dass sie das mit Freude machen, dass sie in dem drin sind, wozu Gott sie übergabt hat. Und das größte Anliegen ist mir wirklich, dass sie frühzeitig, und dafür beten wir auch immer wieder, dass sie frühzeitig Jesus wirklich persönlich kennenlernen. Und damit meine ich nicht nur, dass sie Jesus ihr Leben übergeben, was natürlich wichtig ist und fundamental wichtig ist, aber dass Jesus sich ihnen persönlich offenbart, so wie er sich dir offenbart hat, so wie er sich mir in manchen Punkten einfach in einer Weise offenbart hat, sodass es ein Feuer in mir einfach angezündet hat. Das ist das, wofür wir beten. Und das ist mir das Wichtigste, dass sie Jesus im Herzen tragen werden, dass sie ihn lieben werden, dass sie ihn wirklich kennen werden. Also dass sie ihn persönlich kennen werden. Nicht nur aus Predigten, nicht nur aus Gemeindealltag, aus dem, was sie sehen oder erleben, sondern dass sie aus eigenen Erfahrungen sagen können, ich kenne Jesus und ich weiß, wer er ist und ich trage ihn in mir und ich will mit ihm leben und ich liebe ihn von ganzem Herzen. Das ist das, was mir für unsere Kinder am allerwichtigsten ist. Und was sie dann mal beruflich machen, ist natürlich nicht unwichtig, aber ist für mich wirklich zweitrangig. ähm Ja, genau. Und so zu diesem Thema, das Schönheitsideal, also gerade für Frauen und so weiter und diese Herausforderungen. Also es ist ganz interessant, weil Nicole erzählt mir das immer wieder mal, weil darüber redet unsere Tochter natürlich eher mit Nicole als mit mir. Aber so dieses, was sie anzieht und was man mit Fingernägeln als Frau alles machen kann und so weiter, ja, darüber redet sie und darüber spricht sie, ja, auch schon in diesem jungen Alter. Wie hat es sie? Sie ist sechs. Sie wird sieben bald. Sie wird demnächst sieben. Und ich finde das schon krass, wie früh das losgeht. Einerseits denke ich, hat es sein Gutes, weil sie ist ein Mädchen und so hat Gott sie gemacht. Und es ist auch gesund, dass sie über diese Dinge nachdenkt und dass ihr das nicht unwichtig ist. Aber mir ist ganz wichtig, dass sie weiß, dass sie hübsch ist, so wie sie ist. Völlig unabhängig davon, was sie anhat. Völlig unabhängig davon, ob sie sich geschminkt hat oder nicht. Beziehungsweise, dass sie umso mehr weiß, dass sie hübsch ist ohne jede Schminke. Und dass sie das in sich trägt. Und dass sie, wenn sie mal irgendwann sich schminken wird, dass sie das in der Freiheit tut. Aber nicht aus Sorge davor, sie würde nicht irgendwie geliebt oder angenommen werden. Also das ist mir ganz wichtig, ihr das mitzugeben. Oder es ist uns wichtig, ihr das mitzugeben. Natürlich sind wir jetzt nicht auf dem Standpunkt, dass sie, keine Ahnung, bis sie mal 18 ist, nie wird einen Ohrring haben dürfen. Ich spitze es mal ein bisschen zu. Aber was sie wann dürfen wird, ist absolut ein Thema. Und das einzig und allein, um sie zu schützen. Und sie nicht zu schnell durch die Gesellschaft in eine Richtung ziehen zu lassen, wo so viele Frauen sind und auch sehr unglücklich sind.
Benny
01:18:23
Und ja, Wie navigiert ihr so das Thema, die Standards, die jetzt unsere Gesellschaft trägt, zum Vergleich zu dem, wie die Bibel ganz klar ist? Also es ist dann so, dass ihr jetzt proaktiv sagt, hey, du wirst in der Schule dies und jenes hören, aber pass auf, die Wahrheit aus der Bibel ist das. Und das sind ja auch so Sachen einfach, jeder Elternteil macht das anders, du und ich, wir sind ein bisschen länger vor mir, aber wir sind aufgewachsen im letzten Jahrhundert vor dem es Brokenness gab, ja und deswegen unsere Eltern mussten, uns diese Sachen nicht vorher sagen, weil bei uns war das nicht so, dass ich bin 2000 eingeschult worden. Im Jahr 2000 hat niemand daran gezweifelt, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Und weißt du, ich meine, deswegen frage ich mich so, wie jetzt älter zu sein, ist ja tough. Und ich meine, ist das so, wo du sagst, hey, du Nicole, ihr redet darüber, wie ihr das navigieren werdet oder tut ihr eurer Kinder du musst es nicht sagen, wenn du nicht willst. Ich meine, das ist mit aufgenommen. Deswegen. Ist es so, dass ihr vorher sagt, hey, wir müssen das proaktiv machen oder wir nehmen es, wie es kommt und so.
Kai
01:20:04
Ähm, Also proaktiv in gewissen Punkten auf jeden Fall. Wir nehmen, wie es kommt, nur bedingt. Also wir steuern natürlich schon bewusst, aber wir machen das jetzt auch nicht unentwegt und am laufenden Meter. Weil das ist zumindest unsere Haltung aktuell. Ich meine, wir als Eltern, wir wachsen auch konstant mit. Das habe ich sehr früh dann als Papa gelernt. Dass es nicht nur um Wachstum bei den Kindern geht, sondern bei den Eltern genauso. Genau, also wir steuern natürlich, aber wir möchten Kinder auch nicht konstant mit diesen Themen aktiv adressieren und sagen, du hör mal, jetzt muss ich dir das sagen, jetzt muss ich dir das sagen, jetzt muss ich dir das sagen, weil wir sie natürlich auch nicht überfordern wollen, sondern sie sollen auch Kind sein dürfen, sie sollen nicht überfordert werden. Ich finde, unsere Tochter versteht schon ziemlich viel, wo es um Glaubensdinge geht. Sie hat mich jetzt erst diese Tage Fragen gestellt, wo ich denke, meine Güte, das hast du schon verstanden. Das sind Fragen, die sie mir stellt. Da habe ich jetzt als Erwachsener, als Christ, der ich seit 22, also seit 25 Jahren wirklich ernsthaft mit Jesus gehe, da habe ich selber keine Antwort drauf. Immer noch nicht und werde ich vielleicht auch nie haben, solange ich auf dieser Erde bin. Und diese Frage stellt sie jetzt schon. Das ist echt krass. Also das finde ich einerseits ein Segen, auf der anderen Seite, wie gesagt, ist auch eine gewisse Umsicht einfach auch wichtig. Und man muss auch sehen, was für ein Kind hat Gott mir auch anvertraut. Was für ein Wesen, was für ein Charakter, was kann ich meinem Kind schon anvertrauen, was kann ich schon erwarten, was ist vielleicht eher noch eine Überforderung. Aber wir haben nicht umsonst unsere Tochter auf eine christliche Schule gegeben jetzt. Und das ist etwas, was Gott uns ganz deutlich gemacht hat. Also das war für uns durchaus ein Thema, dass das mal vielleicht sein könnte, aber zu dem Zeitpunkt, als sie drei Jahre alt war, das sind jetzt dreieinhalb Jahre her, hat Gott über einen längeren Zeitraum sehr deutlich zu uns gesprochen, dass das für sie der Weg ist. Und wir hätten nicht damit gerechnet, dass Gott so früh das so deutlich macht. Aber da bin ich auch in einer gewissen Entspannung und auch in einem Vertrauen, dass Gott uns auch auf Dinge, die da für unsere Kinder relevant sind, auch hinweisen wird. Ich bin nicht so auf dem Standpunkt, dass ich sage, ich lege mich zurück und verschränke die Arme und Gott wird es schon machen. Wir haben unseren Teil und Gebet ist ganz zentral. Super wichtig. Das haben wir fokussiert und da gibt es feste Tage für uns, wo wir ganz gezielt für bestimmte Tage, wir beten auch so für die Kinder natürlich, aber es gibt definierte Tage für uns im Monat, wo wir ganz gezielt in diese Themen reinbeten.
Benny
01:22:51
Ja, eine, um das mal ein bisschen in die weitere Richtung zum Glauben nochmal zu lenken, wenn du jetzt gerade schon, wie du sagtest, jetzt 25 Jahre im Glauben bist, deine Glaubensreise hat ja so mit 14, hast du gesagt, 13 angefangen und mit 22 hast du dich nochmal so bekehrt. Kannst erzähl mal so ein bisschen so, Was ich, also was quasi, worauf ich hinaus will, ist, von dem einem christlichen Elternhaus oder von Werten als Kind zu hören, zu einer persönlichen Begegnung mit Gott, diesen Prozess sozusagen und was es am Ende dann bedeutet hat, diesen, vielleicht kannst du so anfangen, chronologisch vielleicht.
Kai
01:23:43
Ja, es fängt damit an, dass ich nie daran gezweifelt habe, dass es Jesus gibt, weil das habe ich so zuhause gehört und mitbekommen. Ich weiß nicht mehr genau, wie das kam, aber mit 12, 13 war nicht so, sondern dieses Gebet, was ich meiner Mutter hatte, wo ich Jesus mein Leben gegeben habe, da war ich 8 oder 9.
Benny
01:24:03
Stimmt, hast du gesagt. Kein Thema.
Kai
01:24:05
Und daran erinnere ich mich. Und ich wollte das offensichtlich. Also ich bin von mir aus auf meine Eltern zugegangen und habe gesagt, ich will das. Also ich muss das irgendwie mitgekriegt haben durch das Christsein meiner Eltern, dass das möglich ist, sage ich mal. Und ich erinnere mich an das Gebet heute noch. Und ich glaube auch, dass zu dem Zeitpunkt Jesus in mein Herz reingekommen ist. Also ich glaube auch, dass ich in dem Moment auch wirklich gerettet war. Natürlich war mein Verständnis davon, wer Jesus ist und was alles christlicher Glaube bedeutet, natürlich längst nicht das, was es heute ist. Aber ich glaube, Jesus sieht das Herz und ich wollte das. Und ich glaube, da ist er auch in mein Herz reingekommen. Aber klar, ich habe als Jugendlicher nicht unbedingt so gelebt, wie es die Bibel sagt. Ich habe schon auch etwas über die Stränge geschlagen. Ich nenne nur das Thema Alkohol. Da habe ich mich auch nicht mit rumbekleckert. Aber das Interessante war, ich habe in dieser Zeit, wo ich bewusst auch Dinge getan habe, also wirklich bewusst von denen ich wusste, dass sie Gott nicht gefallen. Ich wusste, ich werde irgendwann auf jeden Fall zu ihm zurückkehren. Das wusste ich. Ich wusste auch, ich werde mal glücklich verheiratet sein. Also das sind Dinge, die hatte ich irgendwie tief in meinem Herzen drin. Und dann würde ich sagen, hat sich ein bisschen was verändert zu dem Zeitpunkt, als ich von zu Hause ausgezogen bin. Da war ich 20 und zu dem Zeitpunkt, wie gesagt, war Glaube für mich eher Randerscheinung und Randnotiz und ich habe das eher sehr passiv alles gelebt. Aber als ich ausgezogen bin, wusste ich, okay, wie mache ich das jetzt mit dem Glauben und mit Jesus und mit dem Christsein und so. Und ich wusste, ja, das ist mir schon wichtig. Ich will auch jetzt, wenn ich nicht mehr zu Hause wohne, schon auch noch da einen Bezug zu haben. Also ich bin an der Uni, ich bin eine Weile zu Campus für Christus gegangen, ich bin aber lange ein Mitläufer gewesen, ehrlich gesagt, und habe es nur gemacht zu meiner Gewissensberuhigung. Und dann kam eben der Januar 2001, das war der 6. Januar, wo ich diese Entscheidung dann für Jesus bekräftigt habe. Im Grunde war es ein evangelistisches Seminar, auf dem ich war, sehr akademisch aufgebaut, was mir aber zu dem Zeitpunkt, glaube ich, sehr geholfen hat. Es hat mich abgeholt einfach auf dieser verkopften akademischen Ebene, aber wo ganz klar über mehrere Tage wirklich auf Jesus hingeführt wurde und auf Lebensübergabe und auch Sündenbekenntnis und Sündenvergebung und wirklich Lebensveränderung, Lebenswandel. Also das war sehr umfassend. Und ich wusste, worauf ich mich einlasse, als ich diese Entscheidung für Jesus festgemacht habe. Ich wusste, dass es eine Veränderung bedeutet. Und ich wusste, dass es auch mit Herausforderungen verbunden sein wird. Das gesamte Spektrum habe ich auch da nicht überblickt. Ich meine, wir alle sind Lernende. Aber dann habe ich da meine Entscheidung für Jesus festgemacht. Genau, da war ich 22 und du meinst jetzt auch so ein bisschen, wie sich das dann noch insgesamt der ganze Glaubensweg sich weiterentwickelt hat?
Benny
01:26:42
Ich finde einfach, wie bist du zu einer persönlichen Begegnung mit Gott? Weißt du, man hört ja viel in der Kirche. Man hört und was ich halt gerne will, ist halt einfach jemand, der vielleicht zuhört oder zuschaut und der lange in die Kirche geht. Und das einfach auch einfach wissen, wer Jesus hat, aber nicht diese Begegnung.
Kai
01:27:10
Das Persönliche. Element. Also der Punkt ist, als ich mit 22. am 6. Januar 2001 die Entscheidung für Jesus festgemacht habe, Fakt ist, dass für mich danach erstmal eine schwierige Zeit kam. Was ich ganz klar im Kontext von Anfechtung sehe. Auch damals schon durchaus in dem Kontext gesehen habe. Und da war mit persönlicher Begegnung mit Jesus noch nicht so viel. Und dann bin ich ein Dreivierteljahr später, das war im Oktober 2001, bin ich auch wieder auf ein Seminar gefahren, von dem gleichen Veranstalter, ein weiterführendes Seminar. Und Da bin ich wirklich, also da gab es einfach auch die Möglichkeit, dass man für sich beten lässt, dass man zu jemandem geht, dem man vertraut, wo man in die Seelsorge auch gehen kann, vielleicht um irgendwas loszuwerden, um Vergebung zugesprochen zu bekommen oder einfach auch mit bestimmten Anliegen vielleicht. Und ich bin da wirklich auf dieses Seminar gefahren und bin, ich weiß auch noch, wer das war, zu wem ich da gegangen bin und habe da unter anderem einfach darum gebeten, er soll doch für mich beten, dass ich anderen von Jesus erzählen kann. Und das weiß ich auf jeden Fall, dass ich diese Bitte hatte, ob ich jetzt so konkret so Bitten hatte, dass Jesus mir da persönlicher begegnet oder so, das weiß ich gar nicht so genau, aber ich glaube, es war primär so dieses, ja, von Jesus auch berichten können und Ähm, und was danach kam, also Die Monate danach waren wirklich dieser Game-Changer für mich. Also Gott hat dieses Gebet einfach erhört. Er hat mir Möglichkeiten gegeben, über meinen Glauben zu reden. Aber diese Möglichkeiten, finde ich, kamen erst, nachdem ich persönliche Begegnungen mit Jesus hatte. Und ich kann das gar nicht so, also ich versuche mal so ein bisschen zu beschreiben, wie diese persönlichen Begegnungen kamen. Es sind teilweise Bibelferse gewesen, die ich gelesen habe, die so krass in meine Situation reingesprochen haben, dass ich genau wusste, das ist jetzt ein Wort Gottes für mich in dieser Situation. Ich kann das gar nicht so genau beschreiben. Das kann vielleicht nur jeder nachvollziehen, der selber eine persönliche Begegnung mit Jesus gehabt hat. Aber das geht so tief, also das geht so in dein Innerstes rein, dass du einfach weißt, okay, Gott hat mir hier gerade was gegeben, was super wertvoll ist. Es sind aber auch emotionale Erlebnisse wirklich gewesen. Ich habe einfach auch die Nähe von Jesus einfach gespürt, immer wieder im Gebet, im Lobpreis. Lobpreis war für mich ein ganz zentrales Element. Jetzt, wo ich darüber rede, fällt es mir wieder ein. Lobpreis war für mich ganz zentral. Das hat mich auch sehr auf dieser emotionalen Schiene abgeruht. Hören oder machen? Eher hören. Machen weniger. Aber vor allem hören.
Benny
01:29:55
Das heißt zu Hause einfach Lobpreis an der Autofahrung?
Kai
01:29:57
Zu Hause oder auch im Gottesdienst. Also auch in Gottesdiensten, in die ich gegangen bin nach diesem Seminar. Ich bin damals in eine Gemeinde in Wiesbaden regelmäßig gegangen. Und das war prägend für mich. Also das war einfach Gegenwart Gottes. Das war einfach spürbar. Ich hatte es greifen können. Ich wusste, er ist da. Ich wusste, er meint mich. Und ich wusste, es geht um mich persönlich und dass da einfach eine Liebe von Gott ist für mich. Dass Gott nicht einfach auch nur jemand ist, der, keine Ahnung, auf mich guckt, macht da alles richtig und der auch rein verstandesgetrieben ist, sondern nein, dass es ein Gott ist, der Beziehung sucht. Also das war für mich eigentlich so dieses, wenn ich was mit Jesus persönlich wirklich erlebt habe, wirklich in diesen ersten Jahren war es so dieses, meine Güte, dieser Gott, der will mit mir Beziehung haben. Der will wirklich mit mir Beziehung haben. Der will mit mir reden. Das hat mich völlig geflasht. Und das hat mich wirklich umgekrempelt. Und dass es eben auch die emotionale Ebene mit einschließen darf. Also ich glaube wirklich, dass Gott Anfang oder Jesus wirklich ganz speziell Jesus war. Es waren wirklich ganz zentrale Jesus-Erfahrungen in den ersten zwei Jahren, würde ich sagen. Vor allem in den ersten zwei Jahren. Wo er mich immer wieder auf der emotionalen Ebene abgeholt hat. Und wo ich einfach seine Nähe wahrgenommen habe. Wo ich einfach seine Liebe wahrgenommen habe. Wo Dinge in mir heil geworden sind. Genau. Und in den Folgejahren hat sich schon ein bisschen verändert. Ich habe irgendwann gemerkt, und das war für mich kein einfacher Prozess, wo Gott mir deutlich gemacht hat, es ist wichtig jetzt für dich, Kai, dass du an Tiefe gewinnst und dass diese Bedeutung der Emotionen wieder etwas kleiner wird. Das habe ich am Anfang nicht so realisieren wollen und ich habe versucht, dem aus dem Weg zu gehen. Ich habe versucht, diese Emotionen wieder herzuholen. Und das hat nicht funktioniert weil Gott ist ja kein Automat er ist eine Person Und das war nicht so einfach aber das war ganz wichtig und das hat mich sehr in die Tiefe geführt und in diesen und dann waren es persönliche Begegnungen mit Jesus ich habe vorhin kurz angerissen die schwierigste Phase, die ich in meinem Leben hatte die ist ungefähr vor 20 Jahren gewesen und das war einfach so ich habe das auch vereinzelt schon mal in der Predigt in der Gemeinde erzählt, mein damals bester Freund, der auch Christ war mit dem ich alles geteilt habe der ist bei einem Unfall von einem Tag auf den anderen ums Leben gekommen und das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen das war super krass das war 2003 und ich Ja, und dann kam wirklich eine schwierige Phase, die ich so nicht nochmal machen möchte, aber wo Gott so viel verändert hat in mir und wo ich angefangen habe, ganz anders zu beten auch, ernsthaft zu beten und auch in dem Wissen oder auch immer mehr in dem Realisieren, dass Gott meine Gebete wirklich hört und dass er sie ernst nimmt, so wie ich sie bete. Es gibt ja diesen Ausspruch, manche Gebete sind gefährlich. Gefährlich finde ich ein bisschen schwierig, so als Formulierung oder als Adjektiv, aber ich glaube, der eine oder andere, der das vielleicht hören oder sehen wird, der wird vielleicht verstehen, was ich mache.
Benny
01:33:01
Ja, sowas wie Gott schickt mir Geduld. Ja, zum Beispiel.
Kai
01:33:04
Oder Gebete, die einfach eine Tragweite haben. Oder keine Ahnung. Gott, ich bin bereit, dieses oder jenes für dich zu tun. Genau. Und was ich noch sagen wollte, ist, in dieser schwierigen Phase, die ich hatte, ich hatte jemanden, an den ich mich wenden konnte, einen Bruder im Herrn, der zu dem Zeitpunkt verheiratet war, vier Kinder, der stand im Leben, der war ungefähr so allzu dem Zeitpunkt, wie ich jetzt bin. Und der hat mich so treu einfach in dieser Zeit begleitet. Ich habe ihm jetzt auch zu Weihnachten geschrieben, eine Karte, weil ich bin immer wieder, wenn ich an ihn denke, so dankbar, dass der einfach so unspektakulär, der war unaufgeregt. Der hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen durch meine Schwierigkeiten. Und das hat mir so geholfen.
Benny
01:33:44
Von Dr. Kai oder nur Kai? Die Postkarte, die du ihm geschrieben hast.
Kai
01:33:50
Ach so, äh, gute Frage. Es könnte sein, Doktor Kai. Er ist selber ein Doktor, keine Ahnung, ob es damit zusammenhängt, aber genau. Auf jeden Fall war ich dafür super dankbar. Aber es gab Tage, da habe ich ihn angerufen abends. Und also gefühlt war bei mir lichterloh, hat es gebrannt, weil es mir so schlecht ging. Und ich habe ihn nicht erreicht. Und Gott hat diese Momente zugelassen, um mich in die Tiefe zu führen. Und mich auch nicht zu sehr wieder von Geschwistern abhängig zu machen. Ich will Ihnen nicht falsch verstanden werden. Gemeinschaft ist super wichtig, die Gemeinschaft der Heiligen, Geschwister sind super wichtig, aber es gibt Prozesse im Leben, wo Gott Dinge mit dir alleine machen will. Und das kann hart sein, aber es ist super wichtig. Und ich habe dann, in solchen Momenten bin ich häufig abends rausgegangen und ich bin einfach in der Nachbarschaft spazieren gegangen und habe einfach meine Not bei Jesus gelassen. Und irgendwann kam der Zeitpunkt, das habe ich regelmäßig gehabt, so vielleicht nach der halben, dreiviertel Stunde, manchmal erst nach einer Stunde. und ich habe so krass die Gegendwart Gottes plötzlich wahrgenommen. Und ich habe einfach gemerkt, er ist da, er ist souverän, er ist so erhaben über all den Schwierigkeiten und den Problemen und das hat mir eine Tiefe gegeben. Und das hat auch eine ganz andere Art von persönlicher Offenbarung, die ich da von Gott bekommen habe. Und das war auch dann so eine Zeit, wo ich auch mehr dann, Schritt für Schritt glaube ich, dahin gekommen bin, wo Gott sich mir auch mehr als Vater offenbart hat. Aber das ist ein anderes Thema. Kann ich auch gerne was zu sagen, aber genau.
Benny
01:35:10
Und wenn ich dich jetzt so richtig verstehe, ist es so, dass du durch die, Dass deine persönliche Begegnung mit Jesus kam, zum einen durch eine schwere Zeit. Auch, ja. Also zum einen eine schwere Zeit, wo du einen Zerbruch erfahren hast. Zerbruch für die, die nicht gläubig sind, heißt einfach, wo man emotional zerbricht, wo man einfach alles, was man hinter Festungen lässt, losgelöst wird. Und dann ist es so, wenn ich dich verstehe, dass du auch am Lobpreis in der Gemeinde mitgesungen hast oder gehört hast, zu Hause Lobpreis gehört hast und einfach angefangen hast, Bibel zu lesen und dann hat Gott in eine Situation reingesprochen. Das war so dein persönlicher Weg mit Jesus und wenn du jetzt so zurückschaust, dann hast du jetzt einen großen Bereich an Erfahrungen mit Jesus gehabt, würde ich sagen. Und jetzt siehst du jemanden, vielleicht einen Akademiker wie du, der am Anfang meinem Leben mit Gott steht oder zweifelt mit Gott und er fragt sich, Wie kann ich in meinem akademischen Verstand eine nicht spürbare Kraft erleben? Also ich meine, nicht für ihn nicht spürbar. Gott ist ja absolut erlebbar. Aber er in seinem Bereich denkt vielleicht, er hat Gott noch nie erlebt. Oder Gott ist so abstrakt. Ich glaube, dass es einfach Akademiker gibt, wo der Verstand im Weg ist. Und ich glaube, du hast da vielleicht auch eine Möglichkeit reinzusprechen, für die, die es jetzt hören oder zuschauen. Hast du sowas, wie würdest du sagen, du hast ja wissenschaftliche Erfahrungen und wie... Was könntest du zu diesen Menschen sagen, die vielleicht sich die Frage stellen, wie versteht es, dass du das erlebst, aber wie kann ich auch sowas erleben? Kannst du einen Tipp geben, du kannst Beispiel sagen, wie du es gemacht hast?
Kai
01:37:25
Also, ich habe ja schon gesagt, für mich war am Anfang, aber das ist etwas, worum ich nicht jetzt so konkret unbedingt gebeten hatte, sondern das ist für mich wirklich ein gnädiges Eingreifen Gottes einfach gewesen. Und ich glaube, dass mir das bis heute einfach sehr hilft. Und Gott wusste wahrscheinlich auch, warum es so wichtig ist, dass das so wichtig ist für mich. Einfach diese Momente, wo Jesus mich so auf der emotionalen Ebene abgeholt hat. Weil ich war bis dahin in meinem Leben, das war alles total, also beidesgehend würde ich sagen, aber das war das Verstandesgetrieben. Ich war Akademiker und ich schaue, dass ich die Dinge durchdringe und verstehe und analysiere und mir daraus einen Vorteil mache und so weiter. Aber ich habe das dann ganz stark, wirklich gerade in den ersten Monaten oder ersten zwei Jahren, immer wieder erfahren, dass gerade auf dieser emotionalen Ebene mir Jesus einfach ganz, ganz stark begegnet ist. Ich meine, dafür kann man natürlich bitten, darum kann man bitten. Ich habe jetzt gar nicht so viel darum gebeten, würde ich sagen. Gott hat mir das, glaube ich, einfach geschenkt. Was kann man tun, um in diese persönliche Offenbarung reinzukommen? Also ich denke, es fängt einfach damit an, dass man darum bittet. Wie diese persönliche Offenbarung dann aussieht, das ist individuell auch verschieden. Ich kann gerne von dem, was ich erlebt habe, erzählen, aber das heißt ja nicht, dass es bei einem anderen Akademiker genauso sein wird. Jeder ist einzigartig von Gott. Die Art und Weise, wie Gott sich jedem Einzelnen offenbaren will, ist einzigartig. Und das ist auch wunderbar so. Natürlich können wir voneinander lernen. Natürlich gibt es Erfahrungen, die ähnlich sind, die vielleicht sehr ähnlich sind, die man macht. Was kann ich als Tipp geben? Wirklich darum bitten, dass Jesus sich persönlich zeigt. Das kann ja zum Beispiel auch einfach in Gedanken geschehen. Ich habe das auch immer wieder erlebt, dass ich so, sei es im Gebet oder auch teilweise gar nicht im Gebet, plötzlich wie so ein Wort im Ohr habe. Und das ist so klar, das ist so deutlich. Ich höre das zwar jetzt nicht akustisch, so wie ich dich höre, wenn du redest, aber das ist so deutlich in meinem Ohr. Das ist für mich auch persönliche Offenbarung. Wenn Gott mir irgendwie plötzlich sagt, ich liebe dich oder bleib in meiner Liebe. Also wenn ich das so klar höre, das hat auch was mit persönlicher Offenbarung. Ich denke, es gibt unterschiedliche Ebenen. Das kann die emotionale Ebene sein. Vielleicht ist es hilfreich, mit anderen Geschwistern, anderen Gläubigen zusammen zu beten, alleine mit anderen Gläubigen zusammen zu kommen. Der Lobpreis, also für mich war der Lobpreis am Anfang auch ganz wichtig. Also wirklich, insofern würde ich ermutigen, in Gottesdienste wirklich zu gehen.
Benny
01:40:04
Ja, nicht alleine sein, finde ich wichtig.
Kai
01:40:05
Wichtig, genau, in Gottesdienste zu gehen, nicht alleine sein. Und Lobpreis ist definitiv nicht das einzige Element, das Gott benutzt, um seine Gegenwart zu zeigen und sich persönlich zu offenbaren. Aber ich glaube, es ist ein wesentliches Element. Die Bibel sagt, der Herr wohnt in den Lobgesängen seines Volkes und das macht deutlich, dass er da präsent ist, wo er angebetet wird, wo Lieder zu ihm hin gesungen werden. Und ich glaube, wenn ich da hinkomme, wenn ich da regelmäßig bin und ich bringe Jesus diese Bitte, zeige dich mir persönlich, dann ist allein die Gemeinschaft mit Christen und der Lobpreis ist zumindest eine Möglichkeit. Sicherlich nicht die einzige, aber eine, die für mich persönlich sehr wichtig war.
Benny
01:40:43
Wie, oder anders gesagt, du hast vorhin erzählt, dass du auch einen Verlust erlebt hattest, was dir relativ den Boden und den Füßen weggehauen hat. Wie hast du diese Zeit, du hattest jemanden, der dir geholfen hat, hast du gesagt, dem du jetzt auch an Weihnachten geschrieben hast, aber wenn es diese One-on-One-Time mit Gott war, mit Jesus war, wie bist du mit dem Trauer umgegangen? Ich glaube, das ist auch voll ein besonderes Thema, weil Trauer auch so eine Sache ist, wo Leute echt voll, die, Kirche ist das falsche Wort, Menschen in der Kirche manchmal sehr unsensibel damit umgehen. Ich rede jetzt nicht von unserer Gemeinde, sondern ich rede jetzt allgemein. Einfach, genau.
Kai
01:41:43
Ähm, wie bin ich damit umgegangen? Ähm... Also ich glaube, was für mich ganz wichtig war, so wie wir das auch in den Psalmen, gerade bei David auch immer wieder lesen, vor Gott das Herz auszuschütten. Ehrlich zu sein vor Gott. Ihm die Dinge zu sagen. Kein Blatt vor den Mund zu nehmen und nicht zu meinen, ich muss da jetzt noch irgendwie Gott was beweisen oder muss da noch was erbringen oder muss ihn zufriedenstellen oder was weiß ich was. Nein, mit der Not, wirklich so wie sie ist, zu Gott zu kommen und ihm das hinzuhalten. Vor Gott darf ich auch schreien oder heulen oder wie auch immer. Gott kommt damit klar. Wichtig ist natürlich die Herzenshaltung irgendwo. Das habe ich auch gemerkt. Das war für mich auch ein ganz wesentlicher Punkt in dieser Zeit der Trauer und des Kampfes und des Schmerzes und der Unsicherheit. Dass ich schon immer wieder damit auch gerungen habe, von Gott nicht enttäuscht zu sein. Warum hat er das alles zugelassen? Warum bin ich jetzt in dieser Phase? Warum muss ich da durchgehen? Ich habe damit gerungen, immer wieder mal, dass ich Gott Vorgriffe eigentlich gemacht habe. Teilweise lief das so unbewusst, das war so in meinem Herzen. Und irgendwann kam ab der Punkt, dass ich es gemerkt habe und gemerkt habe, das ist eine Sackgasse. Das bringt mich nicht weiter. So hart es auch ist. Ich habe einfach auch immer wieder entschieden, ich werde Gott nicht anklagen, ich werde nicht auf ihn sauer sein, sondern meine Not, auch meine Not in meiner Beziehung zu ihm, weil ich ihn nicht verstehe, wie er gerade mit mir umgeht, ihm das zu sagen. Und das immer wieder an ihn abzugeben. Und auch zu sagen, ich kann mich da auch an ein Telefonat mit meiner Mutter in dieser Zeit erinnern, die auch irgendwann dann sagte, du, Es geht jetzt darum, dass du vertraust. Und manchmal ist es genau das, glaube ich, wo Gott uns hinführen möchte. Vertrau. Ja. Vertrau. Aber ich denke, die Gemeinschaft mit anderen Christen war trotzdem auch ganz wichtig. Also ich bin sehr dankbar, dass ich so schwierig die Zeit damals war. Und natürlich war ich irgendwie auch verletzt. Ich war unsicher. Ich habe auch Geschwister und anderen Gläubigen nicht mehr so vertraut wie vorher. Ich habe mich ein Stück weit isoliert, aus Selbstschutz wahrscheinlich. Ich wollte mich einfach schützen vor weiteren Schwierigkeiten, vor weiteren Enttäuschungen, vor weiteren Schmerzen. Aber ich habe nie aufgehört, in Gemeinde zu gehen. Und das war eine ganze Weile, also wahrscheinlich mal mindestens ein Jahr, wenn nicht zwei, wo ich wirklich rein aus dem Wissen, dass ich die Gemeinschaft brauche, sonntags in den Gottesdienst gegangen bin. Und nicht unbedingt, weil ich unbedingt wollte oder weil ich mich so gefreut habe auf die Gemeinschaft oder weil ich mich so gefreut habe auf den Lobpreis, sondern das war wirklich eine Verstandessache. Und da ist es eben wichtig, und ich will gar nicht sagen, dass das unbedingt leicht ist, mir ist es auch nicht leicht gefallen, aber da ist es wirklich wichtig, dann das Wort Gottes über deine Emotionen regieren zu lassen. Also so schwierig das auch ist, aber dann die Emotionen hinten anzustellen, zu sagen, so verletzt ich auch bin, so unsicher ich auch bin, aber ich weiß, dass das wichtig ist für mich und ich weiß, dass es mir nicht gut tun wird, wenn ich mich isolieren werde und ich werde weitergehen. Und ich werde gehen, bis es sich verändern wird und bis es sich verbessern wird. Und das kam dann auch. ja. Also das war schon auch wichtig, um mit der Trauer umzugehen. Natürlich dieser Bruder, mit dem ich mich regelmäßig getroffen habe, das war wichtig, ihm das immer wieder zu sagen. Der war sowas von geduldig mit mir, also meine Güte. Der ist ja echt einiges mit mir durchgegangen. Ähm... Ja, und ich glaube, für mich war auch wichtig in dieser Trauer, oder anders formuliert, Gott hat gewisse Umstände eben zugelassen, um mir einen anderen Blick auf meine Situation und meine Trauer zu geben. Eben mehr so diese Adlerperspektive. Und das ist ein bisschen das, was ich schon gerade gesagt hatte. Es gab Abende, wo ich diesen Bruder versucht habe, Telefonnummer zu erreichen und ich habe ihn nicht erreicht. Und ich hatte aber diese Not einfach gerade und habe gedacht, ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Also ich bin so unsicher und so durcheinander einfach in meiner Situation und dann bin ich halt raus und bin spazieren gegangen. Vielleicht ist das auch etwas, wenn du das vielleicht hörst oder siehst, etwas für dich, raus in die Natur, laufen, bewegen, frische Luft und dann beten. Das mache ich auch heute noch. Das ist für mich auch heute noch ein wesentliches Element, um runterzukommen, um in Gottes Gegenwart anzukommen, um sein Reden besser wahrnehmen zu können. Also und das war eben diese Situation, wo Gott mir dann nicht unbedingt in diesen spaziergängigen Antworten auf meine Fragen gegeben hat unbedingt. Aber die Tatsache, dass ich irgendwann so stark in seine Gegenwart reingekommen bin, hat meine Perspektive einfach auf meine Situation und diese Trauer verändert. Und das hat mir natürlich auch geholfen, damit umzugehen. Aber es war ein Prozess. Also ich weiß noch den Tag. Es war ungefähr viereinhalb Jahre später. Es war auch bei einem christlichen Seminar von einem anderen Veranstalter. Aber da hatte ich den Tag, da wusste ich, jetzt bin ich durch aber es hat viereinhalb Jahre gedauert und und wie
Benny
01:46:37
War das mit du sagst, du hast das an einem Tag erlebt war das dann einfach so, wie Schuppen von den Augen jetzt bin ich jetzt erst fertig, war in deinem Herz ist was abgefallen, wie würdest du das beschreiben.
Kai
01:46:53
Wie war das Ja, ich weiß nicht, irgendwie nach dem, also ich habe da auch eben das Gespräch mit jemandem gesucht in dem Seminar und habe da mir auch nochmal von dieser Situation und dieser Not berichtet und hatte da schon einige Schritte hinter mir und war da schon, also über einiges war ich schon hinweg, aber ich war irgendwie noch nicht so ganz durch. Und ich kann jetzt gar nicht mehr das in allen Details sagen, aber nach diesem Gespräch wusste ich, habe ich das einfach so irgendwie gespürt oder ich wusste es dann einfach, das ist der Baustein, genau, das ist der Baustein, der mir noch gefehlt hat. Ja, so würde ich es beschreiben.
Benny
01:47:35
Dann einfach noch eine Sache, die ich ganz spannend fand, was du gesagt hast mit den Emotionen. Das ist ja so, vor Loft ist man ja als Mensch, man ist ja ein, Deine mehr oder andere weniger von Emotionen geleitet. Und der Schlüssel ist ja zu lernen, dass unabhängig von dem, was man fühlt, die Wahrheit Gottes besteht. Die Wahrheit Gottes ist die einzige Konstante in unserem Leben. Und eine Sache zum Beispiel bei mir war so, als ich mich frisch neu für Gott entschieden hatte. Eine Sache, die ersten Sachen, die Gott mit mich gelehrt hat, war, dass er mich liebt, auch wenn ich es nicht spüre. Und dann war das voll krass, weil dann ich erinnere mich noch dann, als ich Autox haben bin und die Gefühle von Gottes Liebe einfach weg waren. Und es war einfach nicht mehr da. Ich habe nicht mehr Gottes Liebe gespürt. Ich hatte eine Zeit lang voll Gottes Liebe gespürt in diesem Heilungsprozess und auf einmal hat Gott angefangen, mich erziehen zu wollen. Und dann auf einmal waren die Gefühle weg und dann war es so, jetzt lernst du Benni, dass ich dich liebe, auch wenn du es nicht spürst. Und dann musste ich, hat mir quasi beigebracht, ich musste die Wahrheit, dass er mich liebt, proklamieren und aussprechen und sagen, ich glaube daran, auch wenn ich es jetzt gerade nicht spüre. Und es war so ein richtiger Erziehungsprozess, weil ich quasi wirklich mein Denken musste verändert werden, sodass ich jetzt. Realisiere, Gott liebt mich auch, wenn ich es nicht spüre. Und ich muss das glauben, auch wenn ich es nicht spüre. Und das war wirklich ein krasser Erziehungsschritt für mich. Aber bis heute ja, ich würde es fast jedem Christen, der mündig werden will und der gefühlsbasiert ist, weil ich war sehr gefühlsbasiert, diesen Schritt, diese Erziehung von Gott durchzugehen. Aber Gott hat jeder, hat für jeden einen anderen oder ähnlichen Weg. Und wie würdest du sagen, für dich so war das, Für mich war das so mehr so, die Gefühle waren weg, jetzt muss, jetzt hat Gott mir gesagt, jetzt muss, oder ich weiß nicht mehr genau, wie er es mir kommuniziert hatte, aber jetzt muss ich das halt lernen, die Wahrheit, dass er mich liebt und wie war das für dich so, als du so in diesen Emotionen von Trauer warst und diesen Emotionen von Überwältigung, wie hast du das navigiert, da Gott zu spüren, war das und, und, wie hast du, gewusst, dass Gottes Treue da ist, auch wenn du es gerade nicht spürst. Oder Gottes Gegenwart.
Kai
01:50:23
Überleg gerade, ähm, Also wie gesagt, gerade so die Anfänge, das habe ich jetzt schon so ein bisschen anklingen lassen, gerade so die Anfänge, nachdem ich eben meine Entscheidung als junger Erwachsener mit Jesus festgemacht hatte, gerade so die ersten zwei Jahre, da war gerade so auch diese emotionale Ebene, wo Gott eben, da war auch ganz viel innere Heilung, die da gelaufen ist. Ich weiß nicht, vielleicht war das auch ähnlich bei dir oder so, aber da lief ganz viel innere Heilung. Und da habe ich einfach schon die Liebe von Jesus einfach wahrgenommen. Oder auch im Gebet, in Gebetszeiten. Ich habe einfach seine Gegenwart, seine Nähe wahrgenommen. Ich kann es gar nicht beschreiben, aber du weißt einfach, er ist da und er ist so da und du willst gar nicht mehr weg aus dem Gebet. Und dann hat das schon nachgelassen. Ich weiß nicht mehr ganz genau, ob das jetzt zeitgleich dann war mit diesem Verlust, von dem ich gesprochen hatte. Aber es ist schon zeitlich relativ nah beieinander. Ich habe einfach irgendwann gemerkt, dass so diese emotionale Ebene nicht mehr ganz so ist, wie ich sie kenne. Und ich wäre gerne darin geblieben, weil es halt so angenehm war und so wohltuend war und so anders war als das, was ich einfach bis dahin auch erlebt hatte. Und ich habe versucht, das so eigentlich festzuhalten auch eine ganze Weile. Es hat eine Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, dass Gott mich da offensichtlich weiterführen will und dass er noch ein bisschen mehr für mich hat als das. Und jetzt konkret diese Trauer mit dem Verlust da muss ich ehrlich sagen, dass ich wirklich so wie ich Gottes Gegenwart davor eigentlich erfahren hatte, also mehr so auf dieser stark emotionalen Ebene, gerade auch im Lobpreis, im Kontext mit innerer Heilung und so, habe ich da fast gar nicht mehr erlebt, Was ich sehr schwierig fand zu dem Zeitpunkt, was ich bis heute nicht völlig verstehe, was ich bis heute nicht völlig verstehe, warum das im Einzelnen alles so gewesen ist, aber genau. Ich glaube, dass Gott dann einfach angefangen hat, sich mir anders persönlich zu offenbaren. Wie gesagt, ich komme immer wieder zu diesen Spaziergängen, die ich abends gemacht habe. Auch durchaus im Winter, wenn es kalt war, dunkel war. Aber ich bin einfach draußen gewesen, einfach nur Gott und ich. Und erst mal ohne das Wahrnehmen seiner Nähe oder seiner Gegenwart, sondern einfach erst mal dieser Schmerz und diese Unsicherheit und was mache ich nur und wie gehe ich nur damit um. Und irgendwann kam einfach eine Ruhe und ich habe einfach gemerkt, er ist da. Und das hat mir, das hat ein bisschen gedauert. Das habe ich einige Male gebraucht. Und parallel natürlich auch durch diese Begleitung mit dem Bruder. Ich denke, Gott hat verschiedene Faktoren einfach benutzt. Aber ich bin bis heute so dankbar um diese Gebetsschwärtshänge. Ich bin so dankbar um diese Situation, wo ich eben diesen Bruder nicht erreicht habe. So taff das auch in dem Moment war. Aber Gott hat es zugelassen, weil er wusste, du willst das ja auch und ich will mit dir auch tiefer gehen. Du brauchst ein stärkeres Fundament. Als dieser Verlust war, habe ich gemerkt, dass mein Fundament nicht so gut war, wie ich gedacht hatte, das wäre. Und dann hat Gott wirklich angefangen, ein Fundament auf einer anderen Ebene zu bauen. Und das hat eine Weile gedauert.
Benny
01:53:28
Ja, wow. Das ist, Also ich bin so dankbar, dass wir einen Gott haben, der so gnädig mit uns ist, dass wir manchmal denken, wir sind stark, aber dann sind wir eigentlich so schwach und er ist so gnädig mit uns und führt uns hindurch und selbst in Situationen, die wir nicht ganz verstehen, ist er da und wir dürfen ihn erfahren. Wie du gesagt hast, du verstehst nicht die Trauer, du verstehst nicht, warum vielleicht gewisse Dinge passiert sind, aber hey, man bleibt dran und was du ja gesagt hast, war dieses alleine gehen und wir sehen das ja in der Bibel, wie oft steht da und Jesus ging hinweg, um zu beten. Und das ist ja, was unsere Pastoren aus der CWG in München erkannt haben, das Frühgebet. Das ist diese Zeit, wo. Man halt dediziert wirklich einfach Gott sucht. Und das ist das Besondere. Und das haben wir halt, ich meine, man kann auch zu Hause stille Zeit machen und das ist gut, aber das Angebot vom Frühgebiet ist halt praktisch, weil du halt morgens so früh wohin fährst, um zu beten. Und das ist halt ein super Angebot. Und Jesus ging ja auch wohin, um zu beten. Und ich glaube, das war einfach, das ist einfach ein super Angebot, was wir jetzt hier zum Beispiel in der Münchner Gemeinde haben, aber für Leute, die zum Beispiel das nicht haben, sie können ja Gott auch zu Hause suchen und morgens suchen, aber ein Schlüssel ist es, morgens finde ich zum Beispiel, einfach Gott zu suchen, Gott einfach zu erleben. Für Leute, die jetzt immer Frühschicht haben, das ist ein 4 Uhr Anfang zu arbeiten, das ist vielleicht manchmal schwer dann. Aber dann, weißt du, das schön ist, Gott ist ja auch individuell. Dann wird ja Gott einem merken, hey, das ist deine Situation, dann werde ich dir halt so begegnen. Das ist ja auch so schön. Ja. was würdest du sagen ist essentiell für das Leben mit Jesus?
Kai
01:55:26
Was ist essentiell für das Leben mit Jesus? Was ist essentiell für das Leben mit Jesus? Also gerade dauerhaft, finde ich, um eben auch fest zu werden, um mündig zu werden, um im Glauben zu wachsen, um auch wirklich ein Herz zum Dienen auch im Reich Gottes zu entwickeln, glaube ich wirklich, ist persönliche Offenbarung absolut essentiell. Also, wie gesagt, wenn ich für unsere Kinder zum Beispiel bete oder auch für andere, manchmal bete ich, ich komme immer wieder mal an den Punkt, dass ich sage, Jesus, zeig dich ihnen einfach. Offenbare dich persönlich, dass sie wissen, du bist es und du meinst sie selbst und persönlich. Also ich glaube, das ist absolut essentiell. Da kann ich einfach verbitten, dass Jesus mir diese Offenbarung schenkt. Und ich glaube, das möchte er auch und das Gebet erhört er auch. Gemeinschaft mit Christen, absolut unerlässlich. Ich weiß, diese Phase, von der du vorhin gesprochen hattest, die die Welt so in Atem gehalten hat vor ein paar Jahren, hat es nicht unbedingt leichter gemacht. Und hat vielleicht den einen oder anderen auch eher dahin gebracht, das mehr auf online zu verlagern oder so. Und ich will nicht sagen, dass das, was online möglich heute ist im Leib Christi, irgendwie schlecht ist oder nicht eine Bedeutung hat. Ich glaube, es hat eine nicht unerhebliche Bedeutung. Aber es ersetzt das Zusammenkommen, das physische Zusammenkommen mit anderen Christen in meinen Augen nicht. Und kann es auch nicht ersetzen. Das ist mir wichtig, das auch so deutlich zu sagen. Absolut. Ich glaube, das ist absolut essentiell, also wirklich mit anderen Christen sich zu versammeln, das regelmäßig zu tun. Genau, ganz wichtig. Ein Gebetsleben ist super wichtig. Und das merke ich immer wieder. Jetzt bin ich im Moment in der Phase, wo das immer wieder mal auch ein bisschen herausfordernd ist, einfach durch die kleinen Kinder, weil man einfach natürlich Verantwortung hat, weil man sehr involviert ist, eingebunden ist, weil natürlich meine Frau da auch Unterstützung braucht. Und es ist wichtig, dass sie die auch kriegt, sodass ich nicht immer so den ganzen Freiraum für das Gebet habe, wie ich ihn vorher hatte und wie ich ihn immer noch sehr schätze. Aber Gebetszeit ist super wichtig. Und Gebetszeit kann ja ganz unterschiedlich aussehen. Aber für mich persönlich, wirklich um gerade tiefer zu gehen, um Jesus tiefer kennenzulernen, um tiefer in sein Wort einzutauchen, um ein tieferes Verständnis für das Reich Gottes einfach auch zu entwickeln und für das, was noch kommen wird, glaube ich, sind auch ausgedehnte Gebetszeiten wichtig. Ich will damit niemanden unter Druck setzen und sagen, du musst jetzt, keine Ahnung, zwei Stunden am Stück. Und wenn das nicht mindestens geschafft wird, dann kannst du es vergessen oder so. Nein, auf keinen Fall. Aber meine Erfahrung ist wirklich, gerade wenn ich mit viel Zeit zu Jesus komme und eigentlich noch keine Zeit im Kopf habe, wo ich diese Zeit beende, dann können Dinge passieren, wo es tiefer geht, wo einfach Dinge dann passieren mit ihm und in seiner Gegenwart, wo ich einfach danach, wenn diese stille Zeit dann doch zu Ende geht irgendwann, einfach dann so erfreut und so erfrischt bin. Also Gebet ist ganz wichtig. Gebet alleine, glaube ich, ist wichtig, aber Gebet in Gemeinschaft ist auch sehr wichtig. Gemeinschaft an sich ist wichtig. Persönliche Offenbarung ist wichtig. Ich glaube auch, ein Aktivwerden im Reich Gottes ist ganz wichtig. Ja, also wer über Jahre hinweg, und ich meine, ich bin da immer vorsichtig, weil ich versuche immer wirklich Verallgemeinerungen zu vermeiden, weil man schnell damit auch Leute vor den Kopf stößt oder auch Leute irgendwie sie vielleicht verletzt oder so, aber ich glaube, wenn man über Jahre hinweg ähm vielleicht nur sonntags in die Gemeinde kommt und ansonsten spielt das Christsein auch unter der Woche eigentlich keine Rolle, dann glaube ich, fehlt etwas. Beziehungsweise bin ich davon überzeugt, dass dann etwas fehlt und bin auch davon überzeugt, dass man dann auch im Glauben nicht wirklich weiterkommen kann. Also ein aktives Mitwirken im Reich Gottes ist biblisch und wir sind einfach gerufen, das, was Gott uns gegeben hat, in den Leib Christi einzubringen. Das ist so dieses Konzept, was mich immer wieder so begeistert, Leib Christi. Dieses Bild, einfach auch vielleicht ein bisschen durch meinen beruflichen Kontext, das ist absolut bombastisch, was da drin steckt. Ich glaube, da kann, das ist mein Empfinden, die Christen halt noch ganz viel Wachstum erleben, was Gott noch vorbereitet hat. Ja, lernen wirklich sich einzubringen. Im Epheser 4, 16, glaube ich, heißt es. Ich fände diese Übersetzung so schön. Ich glaube, in der Schlachter ist es und ich meine auch in der Luther. dass wir einander Handreichung tun im Leib Christi. Du gibst deine Hand deinem Bruder oder deiner Schwester mit der Gabe, die er dir gegeben hat. Was auch immer das ist, sei es zuhören, sei es Ermutigung, sei es ein prophetisches Wort, sei es ein Gebet um Heilung, was auch immer. Aber du machst Handreichung, du bietest Ohne etwas dafür zu erwarten. Sorry. Ihr habt das umsonst empfangen, also gebt es umsonst weiter. Also wirklich einander Handreichend zu tun. Ich gebe dir das, was Gott mir gegeben hat, damit du gestärkt wirst, damit du aufgebaut wirst. So vernetze ich mich im Leib Christi mit meinen Brüdern und Schwestern. Und wenn wir als Brüder und Schwestern, wenn jeder da immer mehr hinkommt, dann empfängst du ja auch automatisch die Handreichend, die du brauchst. Ja, weil du hast nicht alles von Gott bekommen, damit du alleine im Leben klarkommen kannst. Weil Gott hat dich nicht so geschaffen. Gott hat keinen von uns so geschaffen. Also ich glaube, das ist etwas ganz Wichtiges. Dieses Konzept, das, was Reich Gottes ist, was Gemeinschaft ist, was Leib Christi ist. Und ich glaube, da kann man wirklich ganz wunderbar reinwachsen, wenn man einfach anfängt, sich auch zu engagieren mit dem, was Gott einem gegeben hat. Und das kann am Anfang sehr unspektakulär sein. Aber das Wunderbare ist, es bleibt nie ungesehen. Gott sieht es und er wird es belohnen zu seiner Zeit. Ob Brüder und Schwestern dich dafür loben werden, ob sie dir dafür Danke sagen werden oder nicht. Aber Gott wird dich belohnen und er wird dir Danke sagen. So unspektakulär es aussehen mag. Ja, das sind mal so ein paar Sachen, von denen ich jetzt sagen würde. Ja, Lobpreis ist für meine Begriffe auch essentiell. Wort Gottes. Nicht die Bibel zu vergessen. Also ohne Wort Gottes geht es natürlich auch gar nicht. Wichtig, die Bereitschaft zu haben, wirklich zu sagen, ich glaube, die Bibel ist das Wort Gottes. Ich glaube, sie ist ja auch jetzt noch gültig. Ich glaube, sie ist der absolute Maßstab.
Benny
02:01:42
Komplett.
Kai
02:01:43
Das ist wichtig. Und ich glaube, dass alles andere sich dem unterordnen muss. Eben auch die Bibel in ihrer Komplettheit oder in ihrer Gänze, in ihrem ganzen Umfang kennenzulernen. Weil da, wo das fehlt, glaube ich persönlich, kann ein gewisses Wachstum und eine gewisse Weiterentwicklung stattfinden. Ja. Das sind für mich so essentielle Elemente, wenn ich ans Christsein denke. Ja, und geben auch. Also geben, sei es Finanzen, sei es Zeit. Auch ganz wichtig, bereit zu sein, etwas wegzugeben, andere zu unterstützen mit meinen Finanzen oder mit meiner Hilfe oder mit meiner Zeit.
Benny
02:02:24
Und wie gehst du persönlich Wachstum an, wenn du es zum Beispiel von Jesus eine Offenbarung kriegst? Gott klagt ja nicht an, aber er offenbart Dinge manchmal, damit wir wachsen, weil er was heilen will. Hey, in dem Bereich schau mal da da musst du noch was machen oder schau mal, der Person, da hast du gerade nicht so bist nicht so gut umgegangen wie der Person, klärt das, wie gehst du sowas an, wenn der Heilige Geist hier was offenbart.
Kai
02:03:01
Also wenn es so um zwischenmenschliche Dinge geht wo ich glaube, dass es auch sehr ja das ist zum Beispiel auch etwas von meinen Begriffen absolut essentielles, wenn es ums Christsein geht, ist es Vergebungsbereitschaft bereit zu sein, zu vergeben. Jemanden, der mir schuldig geworden ist, zu vergeben, das setzt frei. Das habe ich selber erlebt, immer wieder. Das setzt wirklich frei und schafft Raum für das, was Gott in deinem Leben wirklich tun möchte. Also Vergebungsbereitschaft, ganz wichtig. Hilf mir nochmal kurz mit deiner Frage.
Benny
02:03:32
Alles gut, wir sind ja auch schon lang unterwegs.
Kai
02:03:34
Alles gut.
Benny
02:03:36
Jetzt habe ich die Frage selber wieder vergessen. Meine Frage...
Kai
02:03:41
Wir kommen gleich wieder dahin.
Benny
02:03:43
Was war meine Frage?
Kai
02:03:44
Wie gehst du es mit Wachstum an?
Benny
02:03:46
Genau.
Kai
02:03:46
Wie gehst du mit Wachstum an? Was machst du, wenn der Heilige Geist dir was zeigt?
Benny
02:03:49
Dein Rausbringen hat mich selber rausgebracht.
Kai
02:03:51
Sorry, dafür sind wir jetzt wieder da. Der Heilige Geist. Genau, wenn der Heilige Geist dir was zeigt. Also wenn es gerade so im zwischenmenschlichen Bereich ist, etwas anzusprechen, jemanden um Vergebung zu bitten. Das ist schon etwas, was ich würde ich sagen also nicht nur ernst nehme, sondern versuche schnell aufzugreifen, schnell umzusetzen, weil ich einfach um die geistliche Tragweite davon weiß. Weiß, wie wichtig das ist. Wenn es um andere Dinge geht, ich überlege gerade, was das zum Beispiel sein kann. Also zum Beispiel ein Bereich Wo ich immer wieder mal ringe. Ich habe darauf auch dieses Jahr mal in einem Frühgebet Bezug genommen. So zur Sommerzeit meine ich. Wenn Gott mir, also es gibt ja, ich weiß nicht, ich kenne es wahrscheinlich auch, es gibt ja so Dinge, die der Heilige Geistergeburt zum Beispiel sagt, keine Ahnung, ruf den mal wieder an oder da hast du irgendwie die schuldig gemacht, such da einfach die Vergebung deines Bruders oder so. Das sind Dinge, die sind einmalig, da geht es um eine einmalige Sache vielleicht und wenn du das dann gemacht hast, dann ist das auch geklärt oder erledigt. Aber es gibt ja auch Dinge, wo Gott dir vielleicht auch etwas über deine Berufung offenbart. Wo er dir Dinge sagt, wo er mit dir hin will. Wo er dir was aufs Herz legt. Wo er sagt, hey, das sind Gaben, die habe ich dir gegeben. Und schau mal, dass du was damit machst. Oder da will ich mit dir hingehen. Da will ich dich hin entwickeln. Und das sind mehr so langfristige Sachen. Und ich finde es super wichtig, treu darin zu bleiben. Also diese Dinge, die Gott dir zeigt, das kann ein prophetisches Wort sein. Das kann etwas sein, was er dir selber gesagt hat. Das kann sein, ein Bibelvers, der dich krass angesprochen hat und der dich vielleicht immer wieder anspricht in unterschiedlichen Kontexten, wo du immer wieder merkst, hey, das ist ein Wort Gottes für mein Leben. Ich weiß genau, dass er da was machen will. Wie bin ich da ein treuer Haushalter? Solange ich da noch nicht drin bin. Solange ich noch nicht in diesen, ich sag's jetzt mal so im biblischen Jargon, solange ich noch nicht in diesen Gaben wandle. Also solange ich noch nicht diese Gaben ausübe, sag ich mal. Und wie mache ich das? Und das finde ich immer wieder gar nicht so leicht, weil ich glaube, da gibt es einen gewissen Teil, den tut Gott. Er hat auch gewisse Zeitpunkte festgesetzt. Paradebeispiel, das Kommen von Jesus jetzt zur Weihnachtszeit, da heißt es, als die Zeit erfüllt war. Ist Maria dann, ist dem Engel begegnet oder der Engel kam zu ihr und hat ihr gesagt, du wirst diesen Sohn gewähren, aber erst als die Zeit erfüllt war. Ja, und diese viele Prophezeiungen von Jesaja, 700 Jahre davor, ja, aber es hat 700 Jahre gedauert, bis die Zeit erfüllt war. Also es gibt gewisse, auch in unserem Leben, es gibt diese Kairos-Momente, es gibt Momente, die hat Gott einfach festgesetzt. Das ist natürlich seine Souveränität. Für die, die es nicht wissen,
Benny
02:06:44
Was es ist, kannst du kurz sagen.
Kai
02:06:45
Kairos. Es gibt im Griechischen, gibt es zwei unterschiedliche Worte eigentlich für Zeit, Kronos und Kairos. Kronos meint eigentlich mehr so die Zeit, die so kontinuierlich vergeht, aber Kairos meint mehr so ganz besondere Zeitpunkte in deinem Leben. Genau. Also da denke ich, da gibt es diesen Part, den Gott hat, in seiner Souveränität, da hat er auch gewisse Zeitpunkte festgestellt. Das habe ich auch immer wieder schon mal erlebt. Ich habe auch für was gebetet und ich habe versucht, dieses und jenes zu machen. Und Gott hat es dann irgendwie anders gemacht. Und im Rückblick habe ich einfach festgestellt, Gott ist souverän. Natürlich möchte er, dass ich dafür bete, aber er hat auch einfach gewisse Zeitpunkte und er macht es dann einfach, wenn er sagt, jetzt ist die Zeit. Was mich auch ein Stück weit entspannt hat, muss ich sagen, im Laufe der Zeit. Aber trotzdem empfinde ich manchmal auch die Herausforderung, du hast vielleicht etwas, was Gott dir aufs Herz gelegt hat und du guckst vielleicht so zurück und denkst so, ist jetzt irgendwie drei Jahre her, ist fünf Jahre her, ist vielleicht zehn Jahre her, hat vielleicht immer wieder meine Bestätigung auch bekommen, aber ich bin da einfach noch nicht drin, ich übe das noch nicht aus, was mache ich jetzt damit? Und das finde ich etwas, wo ich manchmal schon ein bisschen auch ringe, wo ich mich manchmal frage, was erwartet Gott hier von mir? Erwartet er von mir in erster Linie, dass ich warte auf seinen Zeitpunkt? Oder möchte er, dass ich auch aktiv Schritte in diese Richtung tue und darauf vertraue, dass er mich dann schon führt und dass er mir dann vielleicht schon sagt, ja super, ich mache dir hier eine Tür auf, guck mal, was ich vorbereitet habe. Oder er sagt, nee, du, hier ist die Tür erstmal noch zu, der Zeitpunkt ist noch nicht da. Und ich hatte dieses Jahr einen solchen Zeitpunkt. Da geht es mir wirklich um eine Sache, von der ich glaube, dass Gott sie mir anvertraut hat. Unser Erkenntnis ist immer Stückwerk. Also was davon wirklich von Gott ist oder nicht, will ich jetzt gar nicht so viel zu sagen. Aber es ist für mich zumindest so substanziell, dass ich glaube, da hat Gott was für mich oder da möchte er noch mich in einen bestimmten Bereich reinführen Und ich habe das dann sehr gezielt bewegt in dieser Kampagne-Woche, die wir am Pfingsten hatten. Sprich, jeden Abend Gottesdienst bei uns in der Gemeinde gewesen. Und habe einfach so mit einem Thema in diese Woche reingegangen. Und war ziemlich gewillt, einen Schritt in diese Richtung zu tun. Und dann hat Gott mir auf ganz, ganz, ganz erstaunliche Weise, hat er mir deutlich gemacht, das war das mit dem Dienstreiseantrag. Ich weiß nicht, ob dir das was sagt. Ich hatte die Predigt eigentlich Dienstreiseantrag genannt. Weil Gott mir eigentlich deutlich gemacht hatte, du möchtest eigentlich jetzt hier einen Schritt gehen, du möchtest dich auf eine Reise begeben, aber du hast sozusagen deinen Dienstreiseantrag bei mir noch nicht gestellt. Frag mich doch mal, ob der Zeitpunkt schon da ist. Und das war so krass, weil Dienstreiseantrag ist etwas, was ich auf der Arbeit immer wieder mal mache. Und ich habe einfach in dieser Gebetszeit mit Gott plötzlich so dieses DRA, dieser Abkürzung-Dienstreiseantrag vor mir gehabt und habe so gedacht, hä, was? Und dann wurde es mir so deutlich, dass Gott mir sagt, ich bin mit dir, wenn du das jetzt machst. Aber ähm Eigentlich würde ich deinen Dienstreiseantrag jetzt noch nicht bewilligen. Und besser, du machst die Reise mit einem bewilligten Dienstreiseantrag und nicht ohne einen bewilligten Dienstreiseantrag. Weil auf der Arbeit ist es auch so. Ich kann die Dienstreise machen. Aber wenn ich keinen Dienstreiseantrag gestellt habe, dann brauche ich nicht erwarten, dass meine Kosten mir nachher erstattet werden. Und Hotelkosten, Flugkosten, die können hoch sein. Also will ich sagen, dass man jetzt irgendwie gar nichts versuchen soll. Gott ist dabei und selbst wenn du vielleicht einen Schritt tust, der zu dem Zeitpunkt eigentlich nicht Gottes Wille war, er ist da und er lässt dich nicht alleine und er trägt dich durch. Aber es kann trotzdem mit gewissen Konsequenzen auch verbunden sein, die vielleicht nicht so angenehm sind. Das war so ein Moment, den ich dieses Jahr einfach hatte, wo ich gerungen habe, wo ich mich gefragt habe, hier muss es doch mal weitergehen. Es kann doch nicht sein, dass hier immer noch nicht vorangeht. Und ich dann echt tagelang irgendwie gedacht habe, ich glaube, ich werde was machen. Ich hatte eine konkrete Idee, was ich mache. Und dann kam das mit dem Dienstreiseantrag. Und ich wusste plötzlich so, okay, den würde Gott, glaube ich, aktuell nicht bewilligen. Und dann habe ich gesagt, okay Gott, dann lasse ich es erst mal liegen.
Benny
02:10:21
Aber wie cool, wie cool ist es doch, dass du eine Antwort gekriegt hast.
Kai
02:10:25
Oder? Ja, mega. Und eine, die mich begeistert hat.
Benny
02:10:29
Ich habe. Wir haben gefühlt ewig diesen Podcast vorbereitet. Der erste Wunsch kam letztes Jahr im September. Da habe ich meine Bachelorarbeit geschrieben, also es ist erst mal gestorben. Dann im Januar fing es dann wieder an. Und ich hatte so lange Ja. Zweifel, ob ich das machen soll oder ob das einfach nur mein Wunsch ist, mein eigener Wunsch, was zu machen. Und hab da mit Freunden, mit Pastoren, mit Pastor geredet und hab eigentlich überall so Ermutigung bekommen, hey, mach's und probier's, wenn du nicht von Gott ein klares Nein kriegst. Und für mich war das dann so, okay, wow. Und irgendwie dann hatten wir für was gebetet, hatte ich dafür gebetet und auf einmal hat sich eine Tür geöffnet. Und in dem Moment hat sich das dann im Prozess, hat sich das dann wie, das ist das Jahr, wir sollen es machen. Und dann, bis in Zeit vergangen, dann habe ich das vergessen, dieses Jahr, dieses passiert ist. Und ich habe immer wieder gebetet, ich brauche ein Zeichen, ich brauche ein Zeichen, es ist nichts passiert. Und irgendwann mal war ich dann am Punkt irgendwie, ich weiß nicht genau, wie die Umstände nun waren, aber dann haben wir. Angefangen und ich bereue es nicht, wir bereuen es nicht, dass wir jetzt angefangen haben, weil wir wissen, dass es Gott uns gesegnet hat, aber ich sage dir, wir haben nicht dieses, bis auf, dass wir für was gebetet haben, kann ich ja sagen, wir haben für eine Location gebetet, wo sollen wir das Ganze aufnehmen und ich weiß nicht, wie, das Timeframe war, Aber irgendwann kurz danach rufen ich meinen Bruder an, hey, es gibt da einen Raum, den haben wir angeboten gekriegt, weil mein Bruder und ich haben eine Firma mit einem Freund zusammen noch und wir haben diesen Raum angeboten bekommen. Was denkst du? Ich sage Bock. Und dann habe ich mir so, wow, ja, also ich meine, wir könnten diesen Raum für unsere Firma benutzen, wir könnten diesen Raum teilweise noch weiter vermieten. Und hey, ich habe eine Location, ich würde gerne einen Podcast chatten oder überlege was. Anzufangen, auch so studiomäßig. Und ja, das war dann so krass. In dem Moment war das voll so die Antwort, die wir hatten. Und Julia und mich hat das so motiviert. Wow, cool. Aber wir haben halt dann nicht so vor. Wir haben halt dann immer so, ich habe dann immer so stückweise passiv ein bisschen einen Podcast vorbereitet, aber nicht so ganz im Herzen so, ich mache das, weil ich immer noch so krasse Zweifel hatte. Weil ich so sehr Angst hatte, dass ich was auf eigene Faust mache, weil ich schon so oft was auf eigene Faust gemacht habe und es nicht geklappt hat. Dienstreiseantrag am Ende, du hast die Konsequenzen, wenn du zahlst und ich wollte nicht so weit meinen Kopf aus dem Fenster stecken, dass ich dann auf einmal aus dem Fenster falle und dann die ganzen Kosten tragen muss davon. Und ja, aber wir haben angefangen und wir bereuen es nicht und deswegen, weißt du, warum ich meinte gerade, ich finde es so cool, dass du diese Antwort gekriegt hast, weil ich liebe, dass wenn Gott so klar redet. Aber man muss es halt auch verstehen. Weil ich kann dir nicht 1000 Prozent sagen, das war das Go von Gott. Auch wenn ich das Gefühl habe von meinem Geist, das war das Go. War das aber auch so eine Summe an Ermutigungen, die mir Leute zugesprochen haben. Aber wir haben mit. Zwei oder drei Leuten darüber redet. Wir haben das wirklich niemandem erzählt, dass wir einen Podcast machen wollen. Außer am Anfang die ersten Gäste. Aber ich habe allen Leuten gesagt, erzähle das niemandem. Und erst als der Podcast gelauncht wurde, zwei, drei Tage davor, haben wir dann gesagt, hey, pass auf, wir machen einen Podcast. Zum einen, das hat ein bisschen damit zu tun, dass wir auch sagen, wir wollen nicht groß rum erzählen, wir machen was, sondern machen wir nichts. Das ist einfach unsere Art, wie wir Dinge machen. Ich bin lieber so jemand, hey, pass auf, wir launchen was und wir haben schon drei Episoden, schau dir das an, weißt du? Ich finde das viel besser, als zu sagen, pass auf, wir launchen das und hast du erstmal nichts. Aber es war auch so ein bisschen natürlich, es war so die eine Sache und die andere Sache waren, aber auch Zweifel haben mich dann zurückgehalten, anzufangen. Aber, das muss ich noch dazu sagen, ich habe immer passiv vorbereitet und dann bin ich auch manchmal auch an einen Stopp gekommen. Und dann ging nichts weiter und dann wochenlang. Und auf einmal hat sich die Tür wieder aufgemacht in der Vorbereitung, in der passiven Vorbereitung. Und dann konnte ich wieder ein paar Schritte weitergehen. Und es war wirklich wie so ein Schleusensystem. Weil ich hatte immer noch diese Zweifel, habe ich ja passiv vorbereitet. Und es war immer so, Gott hat immer so Schleusensystem mäßig gemacht. Und irgendwann mal waren wir in einem Punkt und dann haben wir Gott uns durch diese ganzen Schleusen gebracht. Und auf einmal war es so, okay, ich glaube, wir sind bereit jetzt zu launchen. Und dann war das aber, waren wir so okay, ich glaube wir sind bereits zu launchen und haben uns durch diese ganze Schleuse geführt. Gefühlt waren es 2000 Schleusen, aber es war nicht so viel aber es war so ein Prozess und am Ende war es dann so, okay, ich glaube wir sind bereit und dann habe ich auf einmal eine innere Freiheit gespürt, es zu machen, und dann haben wir gesagt okay, wir launchen jetzt und dann war das aber dieser krasse Schritt für uns im Glauben wir launchen diesen Podcast, auch wenn ich nicht schwarz auf weiß von dir, Gott, habe, Benni, du musst eine Podcast. Ich wollte, dass Gott mir ein Papier vom Himmel fällt und drauf steht, Benni, du musst einen Podcast.
Kai
02:16:31
Kann ich gut verstehen, ja.
Benny
02:16:32
Das wollte ich haben, weil ich wollte nicht was Falsches machen.
Kai
02:16:36
Ja, verstehe ich.
Benny
02:16:37
Aber das Krasse war, Ich habe mich deshalb nicht so, voll Gott hingeben, aber Gott war so geniedigt, dass er uns halt trotzdem in dieser passiven Vorbereitung, nenne ich das wirklich bewusst, weil ich halt quasi mich um alles andere gekümmert, was so meine Aufgabe war in meinem Leben oder ist und halt nebenbei Sachen halt vorbereitet und halt mit niemandem darüber geredet, außer halt jetzt den Pastor zum Beispiel oder einem Freund und dann halt so, Stück für Stück diese Schleusen gemacht, weißt du, das war so unsere Vorbereitung dafür und vielleicht vielleicht war das aber auch von Anfang an der Plan Gottes, vielleicht hat Gott auch gesagt mein Herz auch bewahrt, ich weiß es nicht, aber das war so unser Prozess und ich finde das so, das ist so der Hintergrund von unserer. Von unserer Geschichte, von unserem wie wir unseren Podcast gelauncht haben und deswegen hat das gerade so mich so bewegt, weil du gesagt hast, hey du hast diesen Dienstagseantrag von Gott gekriegt, diese Zeichen. Und manchmal ist es so, man kriegt es voll gut und manchmal nicht. Und ich glaube, man muss ich würde mir wünschen, dass Gott immer so mit uns reden würde wie zu dir. Aber manchmal tut er das und manchmal will er, dass wir im Glauben gehen. Ich denke halt manchmal so, ich denke mir dann immer so die Bibelgeschichte, hey, du hast das mit dem Tau gemacht, mit dem Papier, mit der, was war das? Ja, ein Papier, Papier gab es damals noch nicht. Diese Fälle ausgelegt, genau, und. Dann fließt Tau, genau, du weißt, welche Geschichte ich meine, genau. Und ich dachte mir so, Gott, ich will das auch haben, ich will auch so ein Übernatürliches Zeichen haben, mach, dass das oder das passiert. Und es passiert halt nicht, aber es passiert halt anders. Und für uns war das halt so dieses, für mich war es halt, auch wenn wir oder ich das passiv vorbereitet habe, habe ich Gottes Führung gespürt. Auch wenn es nicht sein Wille gewesen wäre, sagen wir jetzt mal, einfach hypothetisch gesehen, habe ich seine Führung durch diese Schleusenart gespürt, weil ich gemerkt habe, okay, wir haben jetzt das vorbereitet. Okay, jetzt haben wir das vorbereitet, aber wir merken, die Schleuse ist noch nicht offen, wir müssen gerade bleiben. Okay, dann sind wir zum nächsten Step gegangen, dann haben wir das vorbereitet. Wir haben im Januar angefangen vorzubereiten und wir haben Anfang Oktober gelauncht. Und es war eine lange Vorbereitung. Viel Gebet, viele Schleusen, viel Gebet, viele Zweifel, aber auch am Ende haben wir es gemacht. Und jetzt wissen wir, hey, wüssten wir, das ist ein starkes Wort, jetzt glauben wir, dass es das Richtige ist. Und ich glaube, dass dieses zum Weg mit Jesus, da braucht man so dieses. Ähm diesen Glauben, dass man geht diesen Schritt und man glaubt daran, dass es das Richtige ähm. Wenn man, glaube ich, wenn man auch diese. Freiheit spürt, das zu machen. Wir haben eine Freiheit gehabt und Gott hat uns, diese Location geschenkt. Er hat, Türen geöffnet in diesen Schleusen. Wenn aber von Anfang an überall nur Roadblocks gewesen wären und wir wären nicht mal die erste Schleuse aufgegangen, dann glaube ich, hätte ich wahrscheinlich nicht weiter gemacht. Aber weil sich eine Schleuse nach der anderen aufgetan hat, weil ich Zuspruch erhalten habe, glaube ich, hat das alles so dazu geführt. Und manchmal, das hat der Bernd ja am Sonntag so cool gesagt, Gott, mein Plan, eine gerade Linie und Gottes Plan ist kreuz und quer für die, die nur zuhören. Ich zeichne gerade in der Luft willkürliche Pläne. Und genau, ich glaube, das ist einfach auch dieses zum Thema, was ist essentiell in dem Leben mit Jesus, ist so dieses, zum einen den Mut, Schritte im Glauben zu gehen, auch wenn man sich im Dunkeln fühlt, aber auch zu wissen, Gott ist souverän und gnädig, wenn man seinen eigenen Weg geht. Wenn man dann doch entscheidet, hey, weißt du, worst case wäre, wir haben es aus eigener rausgemacht, aber ich weiß, wie viele Leute gesungen wurden. Also am Ende des Tages dass, weißt du, haben wir nichts verloren, weil wir was für Jesus gemacht haben und Leute Jesus gehört haben.
Kai
02:21:13
Genau, ja.
Benny
02:21:15
Und ja, es ist für mich nicht so, dass es eine Zeitverschwendung gewesen wäre, wenn es, aber wir sind so, wir machen das gerade und wir sind voll und feiern, wir lieben, was wir tun, weil wir merken, wow, Gott ist voll dabei. Aber es ist halt dieser Weg mit Gott.
Kai
02:21:34
Ja. Ja. Ja, spannend zu hören, ja. Ja, nee, es ist nicht immer so, auch bei mir nicht, dass es immer so deutlich wäre, dass den Gottes in diesem Fall, wo ich dann einfach glasklar wusste, okay, der Zeitpunkt ist noch nicht da. Also ich kenne das sehr gut. Ich wünsche mir auch häufig genug dieses vom Himmel runterfallen, Kai, tu dies, Kai, lass jenes, aber so ist es häufig nicht.
Benny
02:21:57
Ja, Jesus will keine Marionetten, er will Freunde. Und ich fand das so cool, ich habe mal einen Ein Prediger gehört, es ist auch ein Prophet und er hat ein prophetisches Wort gegeben und dann hat Heilige Geist zu ihm gesagt, das war ein cooles Wort, was du gegeben hast. Also nach dem Motto, ich habe das nicht gesagt, aber du hast es gesagt. Nein, hat er aber gesagt und dann hat Heilige Geist zu ihm gesagt, aber was wäre ich für ein Freund, wenn wir nur das machen würden, was ich will. Und das fand ich voll, wow, voll der, Eye-Opening voll offenbart, weil es zeigt, hey, wow, dass der Heilige Geist auch ihn dann nicht sozusagen. Also, nee, es war schon ein ich bin mir sicher, es war ein Wort, das, im Rahmen war, jetzt nicht, du wirst morgen eine Million Euro bekommen, weißt du so, aber schon ein Wort, das im Rahmen ist, dann bestätigt der Heilige Geist ist, aber vielleicht auch, wer weiß, vielleicht auch nicht, ich will es nicht kleinreden, aber ich finde einfach, es ist besonders, man kann die Geschichte anzweifeln, wenn man will, aber man kann davon diese Geschichte nehmen. Wow, ich glaube schon, dass es passiert ist und ich glaube einfach, was ich auch für mich mitnehme, ist, der Geist ist auch ein Freund und er geht mit uns, auch wenn wir mal was falsch abdriften, ist er trotzdem da und. Fängt einen auf, wenn man Mist macht. Oder vielleicht ein Weg geht, der nicht unbedingt optimal ist. Ja, jetzt habe ich vergessen, wie ich da hingekommen bin. Aber du verstehst, was ich meine?
Kai
02:23:46
Ich glaube schon.
Benny
02:23:47
Ja, genau.
Kai
02:23:48
Ne, in einigem kann ich mich selber auch wiederfinden, ja. Also kommt mir bekannt vor.
Benny
02:23:53
Ja. Nice. Was, äh, zum Abschluss wie geht's weiter bei dir? Was sind deine nächsten, so, wie geht's weiter für I, Schlepp, Schleppko, das W spricht man nicht aus.
Kai
02:24:06
Oder? Das spricht man nicht aus, ne.
Benny
02:24:07
Genau. Was ist dein, wie geht es weiter für euch?
Kai
02:24:13
Du meinst für uns als Family?
Benny
02:24:14
Family, Arbeit, falls du irgendwas erzählen willst.
Kai
02:24:18
Ja, so ein bisschen kann ich gerne erzählen. Arbeitsmäßig ist es eine Zeit der Veränderung aktuell. Mein aktueller Chef, der wird im Herbst 27 in Rente gehen.
Benny
02:24:39
Ich dachte, du meintest, er wird 27.
Kai
02:24:42
Nein, nein, nein, das wäre erstaunlich. Nein, nein, nein, nein, der wird dann in Rente gehen. Und klar, das ist noch ein bisschen hin, aber der Wechsel von ihm hin zu dem Nachfolger, der ist schon in vollem Gange. Der Nachfolger, der ist auch schon da. Also die arbeiten parallel aktuell und das wird auch für mich Veränderungen bringen. Wie die genau aussieht, das weiß ich noch nicht so genau. Es waren jetzt immer wieder mal ganz interessante Optionen, die so aufpoppten in den letzten Monaten, was das für mich bedeuten könnte. und manches davon klang sehr spannend und auch attraktiv, sage ich mal. Aber es ist zu prüfen, weil alles, was für mich, so sehe ich das zumindest aktuell, Mit beruflich spürbar mehr Verantwortung einhergehen würde, würde automatisch heißen, dass ich an anderer Stelle kurz ertreten muss, weil meine Kapazitäten sind. Da ist nicht mehr viel Spielraum. Also sehe ich es aktuell. Ich weiß, mit Gott, dem Glaubenden ist alles möglich und Gott kann die Kapazität natürlich erweitern, das weiß ich. Aber wenn ich so auf den Ist-Zustand gucke, dann würde das, würde ein berufliches Mehr an Verantwortung, würde definitiv, also bin ich mir sicher, würde bedeuten zum Beispiel, gemeindlich weniger zu machen. Es würde nicht anders gehen, was ich nicht machen möchte. Ja. Deswegen ist es eine spannende Phase. Aber es ist für mich auch immer wieder so, dass ich sage, okay, Papa, lass deinen Willen einfach geschehen. Lass einfach ganz deutlich werden, was richtig ist hier, weil es können mir irgendwelche Optionen unterbreitet werden vielleicht, die super attraktiv erscheinen, wo man vielleicht irgendwie denkt, ah, das kann ich jetzt vielleicht doch noch machen, das hatte ich ja eigentlich schon ad acta gelegt, ja, und jetzt gibt mir Gott vielleicht doch noch eine Möglichkeit, aber in Wirklichkeit ist es vielleicht gar nicht eine Gottesmöglichkeit, ja, sondern eher eine Ablenkung, also genau. Also beruflich ganz interessant und ja, für uns als Familie, wir haben jetzt eine Tochter, die zur Schule geht, das ist irgendwie ganz spannend und genau, und haben da, ja, Ja, viel Freude an unseren Kindern. Gemeindlich bin ich auch gespannt. Ich glaube, dass Gott, mein persönliches Empfinden, aber ich will das jetzt nicht zu hoch hängen, sage ich mal, aber ich glaube, Gott hat viel vorbereitet. Mir ist immer wieder das Wort unseres Pastors im Ohr, was er im Februar gebracht hat. Und es war, ich meine, es war ein Sonntagsgottesdienst, Ende Februar, wo er gesagt hat, dass er ganz stark den Eindruck hat, dass viel Neues kommt, dass Gott viel Neues vorbereitet hat. Und das spricht mich sehr an persönlich, weil ich glaube auch, dass Gott viel Neues vorbereitet hat. Klar, jetzt sind zehn Monate vergangen und man kann sich natürlich persönlich fragen, einerseits, aber auch mit Blick auf die Gemeinde fragen, was hat sich verändert oder was bricht vielleicht gerade auf. Ich persönlich glaube schon auch, dass es auch davon abhängt, wie sehr ich als Nachfolger von Jesus auch ergreife, was sich Neues auftut, wie sehr sage ich dazu ja, wie sehr klinke ich mich da ein. Und davon hängt letztlich auch ab, was daraus wird. Gott ist ja an einem Miteinander interessiert. Er zeigt uns Dinge, die er tun will, aber er zwingt uns nicht. Wenn wir Nein sagen, dann werden gewisse Dinge auch nicht passieren. Und das finde ich eine ganz spannende Sache eigentlich. Einerseits habe ich so total auch eine Vorfreude und eine Sehnsucht nach Neuem. Ich will einfach mehr von Gottes manifester Gegenwart sehen. Also das ist eine ganz große Leidenschaft, die ich habe. Ich will mehr sehen. Ich will unser Miteinander als Christen mehr sehen. Das heißt gar nicht, dass ich unzufrieden bin. Ich bin super dankbar für unsere Gemeinde. Du hast das Frühgebet erwähnt. Es ist ein absolutes Privileg, diese Möglichkeit zu haben, jeden Tag in die Gemeinde gehen zu können, wenn man das möchte. Aber Gott hat immer mehr. Und ich erwarte, dass die Zahl derjenigen, die auch zum Glauben kommen werden, die bei uns neu in die Gemeinde reinkommen werden, dass sich das erweitern wird, dass das mehr werden wird. Ich glaube, das sind alles Dinge, die Gott vorbereitet hat. Und ich freue mich einerseits darauf und wünsche mir das sehr. Das ist die eine Seite und die andere Seite ist aber auch so, okay, was heißt das an Bequemlichkeit aufgeben, was heißt das an persönlicher Veränderung für mich, was heißt das an eventuell auch mehr Herausforderung auch für mich und mehr Hingabe vielleicht auch. Und das ja, vielleicht mal das sind so die Dinge, die mir jetzt so Spontan einfallen und ja, auch so natürlich auch, wo es für uns als Ehepaar auch als Familie hingeht was Gott da so vorbereitet hat, wo er so Schwerpunkte setzen will das ist auch immer konstant ein Thema genau das sind so die Dinge, die ich im Blick habe
Benny
02:29:09
Da heißt es im Gebet dranbleiben, Jesus dranbleiben und schauen, wo die Wolke hinzieht.
Kai
02:29:18
Ja, richtig, genau.
Benny
02:29:19
Vielen Dank für deine Zeit, Kai.
Kai
02:29:21
Sehr gerne.
Benny
02:29:22
Vielen Dank, dass du da warst, dir die Zeit genommen hast.
Kai
02:29:26
Vielen Dank für die Einladung.
Benny
02:29:27
Ja, sehr gerne. Ich freue mich, wenn wir es wieder machen.
Kai
02:29:31
Ja, gerne.
Benny
02:29:31
Und bis zum nächsten Mal.