LebensWert: Glaube und Identität

Benny Sünkel

#10 – Anbetung, Identität & Berufung | mit Ivan Martins

28.01.2026 152 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode spreche ich mit Ivan Martins über seine Reise im Glauben, seine Herkunft aus Brasilien und seinen Weg in den Lobpreis.
Er erzählt von seiner Familie, seinen kulturellen Wurzeln, der Entstehung seiner Leidenschaft für Musik und davon, wie Gott ihn Schritt für Schritt in seine Berufung geführt hat – von Brasilien nach Deutschland.

Wir sprechen offen über Anbetung, Identität in Christus und darüber, warum Lobpreis keine Pflicht ist, sondern eine Antwort auf Gottes Gnade.
Ivan gibt ehrliche Einblicke in seine Jugendzeit, seine Zeit in der Gemeinde, seine musikalische Ausbildung und wie Gott ihn durch verschiedene Lebensphasen hindurch geprägt hat.

Du hörst, wie wir über Fernbeziehung, Ehe, Pandemie, Wachstum im Glauben und den Alltag an der Uni sprechen – und darüber, wie wichtig es ist, in Gottes Liebe verwurzelt zu sein, die eigenen Gedanken bewusst zu steuern und sich selbst in Christus anzunehmen.

🎧 Diese Folge ist für alle, die tiefer verstehen wollen, wer sie in Christus sind – und wie Anbetung, Berufung und Identität zusammenhängen.

🙏 Danke fürs Zuhören! Ich wünsche dir, dass dich dieses Gespräch stärkt, ermutigt und neu auf Jesus ausrichtet.

👉 Thema: Anbetung, Identität in Christus, Berufung, Gnade, Selbstwert
👉 Format: Tiefes Gespräch über Glaubensreise, Musik, Kultur und persönliches Wachstum

FOLGE IVAN:
Spotify: https://open.spotify.com/artist/1PtJBvy7zbfUG0JknAuFT0?si=gE1C-R-5SOuPay9Qgp2xqQ
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KAPITELMARKEN
00:00:00 Intro & Vorstellung
00:00:56 Erste Begegnung mit Ivan
00:03:31 Herkunft und Verbindung zu Deutschland
00:08:09 Entstehung der Leidenschaft für Musik
00:09:25 Weg zur Gemeinde in München
00:13:27 Leben in Brasilien
00:22:58 Rückkehr nach Deutschland
00:26:38 Hochzeit und Fernbeziehung
00:35:39 Herausforderung während der Pandemie
00:40:45 Wachstum im Glauben
00:42:35 Glaubensreise und Jugendzeit
00:51:42 Glaube im Uni-Alltag
01:07:26 Lobpreis und persönliche Erfahrungen
01:15:27 Der Weg ins Lobpreis-Team
01:16:40 Gottes Wege der Nutzung
01:19:23 Die Anfänge der Musik
01:21:46 Professionalisierung im Lobpreis
01:23:19 Balance zwischen Profession und Authentizität
01:39:19 Technik und Gemeindevision
01:42:39 Die Identität in Christus
02:06:49 Gnade und Identität
02:25:52 Gedanken steuern und Selbstliebe
02:31:40 Ermutigung zur Treue

Transkript

Ivan
00:00:00
Gott, der bleibt Gott, wenn ich anbete oder nicht, weißt du, der, wenn ich ihn preise oder nicht, wenn ich ihn anbete oder nicht, er bleibt Gott. Er braucht das nicht unbedingt, dass ich ihn anbete, aber derjenige, der das braucht, das bin ich.
Benny
00:00:16
Aber man muss realisieren, dass wir machen das als aus Reaktion auf seine Gnade. Wir machen das nicht, um seine Gnade zu bekommen, sondern aus Reaktion.
Ivan
00:00:26
Und dann hat mein Jugendleiter in der Gemeinde gesagt, tausche nie 10, 20 Sekunden Vergnügen für Jesus um. Jesus ist immer mehr wert. Und dieser Satz hat mich auch so, okay, ich gebe nie auf. Ich werde Jesus nie mal umtauschen für irgendwas.
Benny
00:00:56
Hi Joa, schön, dass du da bist. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast da zu sein. Geht's dir gut?
Ivan
00:01:01
Ja, gut. Mir geht's gut. Uns geht's gut, als Familie auch.
Benny
00:01:06
Ja, sehr schön. Ich habe ein paar Fragen, ein paar Sachen mitgebracht, aber auch allgemein einfach ein bisschen was mal so zu hören. Du bist ja ein ganz schön ein Musiker aus Leidenschaft, was ich so ein bisschen... Herausgefunden hat, wenn man dich so ein bisschen recherchiert, was findet man? Man findet Sophia und man findet Musik. Das sind so die Sachen und deine Family. Das ist das, was so zu dir passt. Eine Sache, die ich interessant fand, was mich sehr verwirrtet war mit den Nachnamen. Das habe ich nicht gecheckt. Die Sophia heißt so und du heißt so. Und dann war das irgendwie ganz verwirrt. Kannst du kurz mal aufklären?
Ivan
00:01:42
Der Name ist eigentlich relativ lang, weil ich glaube, das ist eher kulturell. In Brasilien, Portugal tut man den Namen immer quasi adion. Je nachdem, wie man heiratet und so, kommt immer ein Name dazu. Und bei uns ist auch ein Name von Papa und Mama drin. Und in meinem Namen habe ich den Martins do Rio, das ist quasi die portugiesische Familie. Und Moreira ist quasi von der brasilianischen Familie. Und deswegen Martins Dorio Moreira. In der Schule, ich bin auch Lehrer, in der Schule habe ich gesagt, okay, dann nehme ich lieber den Namen Martins, weil dann können die Kinder das ein bisschen besser aussprechen als Moreira, weil dann sagen die Moreira. Da habe ich gesagt, ich nehme Martins, ich glaube, das klingt ein bisschen deutscher sozusagen. Und die Sophia hat wiederum den allerletzten Namen genommen für Social Media, sie heißt Moreira. Aber der Name heißt tatsächlich tatsächlich Martins do Rio Moreira. Das ist ein langer Name. Es gibt dann die Familien in beiden Ländern noch eigentlich. Ein paar Verwandte hier und da.
Benny
00:02:48
Ja, spannend. In Deutschland ist das einfacher mit der Nachname.
Ivan
00:02:51
Das Coole war beim Heiraten, standesamtlich damals war meine Mama hier in Deutschland und sie meinte zu so vier, Ach, der Name Neumann, sie hatte den Namen Neumann. Meine Mama so, oh, lass den Neumann da, das ist so schön. Bevor sie unterschrieben hat, der Neumann, der Name ist so schön, lass Neumann. Und die Sophia, nee, nee, nee, nee, ich nehme den ganzen Martinsdorium oder jeder. Und meine Mama so, lass den lustigen portugiesischen Namen weg. Aber die Sophia wollte das gerne so, den ganzen Namen übernehmen.
Benny
00:03:22
Ja, cool, voll cool. Du kommst ursprünglich aus Brasilien und bist du in Brasilien geboren, aufgewachsen? Was ist deine Verbindung zu Deutschland? Kannst du da ein bisschen erzählen?
Ivan
00:03:35
Genau, also in Rio geboren, aber meine Familie ist ja nur so eine 50-50, also Portugal-Brasilien. Das gibt es auch oft in Brasilien durch die Geschichte der Kolonisation. Früher bis heute haben wir viele Familien, die eben diesen portugiesischen, brasilianischen Hintergrund haben. Und geboren bin ich in Rio, aufgewachsen dort und später erst, da war ich schon 16, 17, habe ich von Gott das mitbekommen, also habe ich verstanden, dass Gott mich durch Sprachen und Musik in der Welt gebrauchen wollte, möchte. Und von daher habe ich mich entschieden, Sprachwissenschaft zu studieren und habe dann an der Bundesuniversität Rio angefangen mit Deutsch-Portugiesisch. Danach habe ich dann mein Spanisch und mein Englisch auch ein bisschen verbessert. Aber auf alle Fälle war das wirklich so ein Call, so eine Berufung quasi, wo Gott gesagt hat, hier, ich möchte dich gebrauchen überall. Damals hatte ich schon sogar die Prüfung geschrieben für Jura. Ich wollte dann erst mal Jura studieren. War praktisch drinnen und dann hatte ich so einen Klassenkameraden, der meinte so, irgendwie passt die Jura gar nicht zu dir, du bist so ein lustiger, gar nicht so formell, wie man sich so vorstellt, bei so einem Rechtsanwalt oder so und ich habe tatsächlich aufgegeben, das mit Jura und habe nochmal, bei uns kann man die Prüfung jedes Jahr nochmal schreiben habe dann quasi die Richtung geändert zur Sprachwissenschaft und das war wirklich dieses Gehorchen Ich habe Gott gehört und meinte, okay, dann machen wir so. Und dann habe ich investiert die Zeit damals an der Uni in Sprachen. Und tatsächlich hat Gott das in Erfüllung gebracht, dass er mich eben wohin, das in der Welt gebraucht hat und gebraucht immer noch.
Benny
00:05:33
Ja, und wie bist du dann nach Deutschland gekommen?
Ivan
00:05:36
Genau, nach Deutschland war das so, an der Uni konnte ich quasi immer eine Sprache, also Portugies ist quasi Pflicht, und wir durften immer eine andere Sprache auswählen. Es gab Hebräisch, Arabisch, alles mögliche. Das ist ein riesiges Zentrum für Sprachen dort in Rio. Und ich habe gesagt, nee, aber ich möchte so eine Sprache, die wirklich so eine Herausforderung ist, so eine schwierige. Und ich habe mich dann entschieden, okay, dann machen wir Deutsch, weil Spanisch und Englisch ging schon etwas okay. Ich habe gesagt, nein, dann lass mal hier Deutsch lernen. Und dadurch bin ich oft nach Deutschland gekommen, erst mal um die Sprache zu lernen. War bei einer Gastfamilie in Berlin, habe Gemeinden unterstützt mit Musik, dass die Sprache sich ein bisschen verbessert. Und ich habe nie gedacht, dass ich eine Deutsche heirate, weil für mich eigentlich klingt das nicht so, ich muss eine Deutsche heiraten. Und von daher kam eben diese Verbindung. Erstmal war das so ein bisschen im Hintergrund, weil Gott möchte mich gebrauchen durch diese Sprache. Vielleicht irgendwas Theologisches mit Deutsch, Martin Luther, irgendwas Theologie oder sowas. Und letztendlich hat Gott so viele Türen aufgemacht, so viele Möglichkeiten gezeigt durch alleine das Sprachlernen, wo ich bis heute nur erstaunen kann. Das ist echt krass.
Benny
00:07:01
Und wie lange warst du, als du nach Deutschland kamst?
Ivan
00:07:04
Zum ersten Mal, nur so zum Kennenlernen, da war ich... 20, 21, 2006, ich bin geflogen mit einem Kumpel nur zum Kennenlernen, er hat auch Deutsch gelernt bei mir dort beim Goethe-Institut und genau, wir waren so knapp 20 Tage da, kurz nach der WM, jetzt weiß ich, kurz nach der WM 2006, was in Deutschland war, das war so eine tolle Stimmung, wir waren auch hier in München und das war so eine tolle Stimmung generell, das war wirklich eine tolle Zeit. Und dann seit 2006 hat Gott das schon in Erfüllung gebracht, diese Verheißung. Der hat dich gebraucht. Und seit 2006 bin ich zum ersten Mal mit 20 in so einen Flieger eingestiegen. Das ist krass. Machen Gott Lateinamerika, alle so mit Auto fast. Und seitdem, 2006, bin ich immer hin und her geflogen. Krass. Gott hat das schon in Erfüllung gebracht, dass er in unterschiedlichen Ländern Sprachen lernen, kennenlernen, Menschen ins Gespräch zu kommen. Einfach krass, wie Gott das in Erfüllung gebracht hat.
Benny
00:08:09
Ja, wow. Und hast du dann Auch in der Zeit angefangen, schon so ein bisschen Leidenschaft für Musik zu entwickeln. Kam das später? Wie kam das da so dazu?
Ivan
00:08:20
Dort, wo ich war in Rieh in der Baptistengemeinde, das ist die erste Baptistengemeinde, in Rieh, eine ganz große Gemeinde, habe ich immer mit Musik was zu tun gehabt. Durch die Musikschule war ich schon unterwegs mit Geige, Percussion, ein bisschen so die Basics. Und später dann zu den Instrumenten, die ich heute sehr gerne immer noch spiele, Gitarre, Klavier und Gesang ist eigentlich mein Hauptinstrument. Ich sage mal, meine Stimme ist mein Hauptinstrument. Und seit 13 war ich schon beim Lobpreis Pen, bei den Baptisten und habe immer gesungen, schon Lobpreis geleitet mit 14, 15 und dann ist es immer mehr geworden. Ich meine, man ist schon Musiker, aber das Herz brennt schon für Lobpreis. Also ich packe die beiden immer zusammen, das fungiert dann immer sehr schön.
Benny
00:09:14
Und das heißt, du bist ein Teenager, Jugendlicher, studierst Sprachwissenschaften, liebst internationale Sprachen, hast Deutsch gewählt, hast Deutschland angefangen zu besuchen. Wie bist du dann in die Gemeinde, in die CWG in München gekommen?
Ivan
00:09:29
Das ist eine ganz tolle Geschichte. Ich war ein Jahr als Gastlehrer in Bamberg. 2011 war das.
Benny
00:09:38
Du bist Lehrer, das heißt, du hast quasi Lehramt studiert. Genau.
Ivan
00:09:42
War fertig mit meinem Studium in Brasilien, Portugiesisch-Deutsch. Und war schon eben, habe schon gearbeitet in der Deutschschule in Rio damals schon. Und dann kam diese Möglichkeit, ein Jahr nach Deutschland zu fliegen, um die Sprachkenntnisse zu verbessern. Und nämlich Bamberg, so ein musisches Gymnasium. Das war perfekt. Ein musisches Gymnasium und ein Jahr in Deutsch. Das war perfekt. Sprache und Musik. Und dadurch, dass Bamberg hier in Bayern liegt, bin ich oft mit dem Bayern-Ticket nach München gefahren, weil ich von einem Kumpel aus Brasilien gehört habe, hier in München gibt es so eine brasilianische Gemeinde. Und die spielen Fußball jeden Donnerstag oder so war das damals. Und ich bin dann gefahren. Meistens war ich schon fertig in der Schule dort am Donnerstag. Am Freitag war nichts, soweit ich mich erinnern kann. Und deswegen bin ich dann gefahren nach München, um Fußball zu spielen. Und das ist dann der Bruno, der damals bei der CBG war. Und er meinte, komm, du kannst auch bei mir hier schlafen, bleibst das ganze Wochenende. Ich bring dich zur brasilianischen Gemeinde, dann lässt du die Leute kennen. Und da war ich zum ersten Mal, das war bestimmt so irgendwann zwischen März und Mai, 2011 war ich zum ersten Mal da und habe das voll genossen, mit manchen ein bisschen Portugiesisch zu quatschen, mit den anderen so Deutsch und dann Lobpreis, die Lieder mal englisch, deutsch, portugiesisch zu singen. Das war eine ganz tolle Kombo und die Gemeinde ist ja sehr stark und hat mich auch immer sehr stark gesegnet, dass ich super gerne gefahren bin mit dem Zug von Bamberg nach nach München, das zu erleben.
Benny
00:11:22
Krass. Und das heißt, du hast dann so dein Deine persönliche Beziehung zur CBG, also die Gemeinde München dann, für die, die es nicht kennen, hast du entwickelt, dass du quasi einfach Fußball spielen wolltest und dann hast du so angefangen, die Leute kennenzulernen und wie war das so für dich dann in der Zeit, du bist nach Deutschland gekommen für dieses Jahr, hast du in der Zeit auch schon angefangen, so Musik und Lobpreisen sowas zu machen, war das so eine Sache, das dann eher so auf die Seite gegangen ist?
Ivan
00:11:53
Ich habe diese Prägung von der Gemeinde drüben, da haben wir Kirche gegründet, unterschiedliche Gruppen, Tanzgruppe, immer mit Musik und Lobpreis. Das habe ich mitgenommen hierher und das war dann etwas Neues in einer Sprache, das alles zu erleben. Menschen ein bisschen was mitzugeben, was du gerade kannst, komm, versuch mal so, so und so. und auch im Lobpreis, gerade in Gottesdiensten, das zu erleben, war einfach eine ganz starke Erfahrung. Ich habe das dann mitgebracht, weil ich eben wusste, der Herr möchte alles gebrauchen, was man im Koffer mitbringt. Und deswegen war Lobpreis und Musik quasi immer dabei. Ich habe das nie wirklich aufgehört. Das war toll damals.
Benny
00:12:47
Und hast du eine Gemeinde in Bamberg gehabt?
Ivan
00:12:50
Ja, eine ganz liebe Gemeinde. Ich bin bis heute sehr lieb. Das ist auch eine Baptister-Gemeinde dort. Da habe ich auch ein bisschen Unterstützung, ein bisschen Musik beigebracht, mitgespielt mit den Bands. Ich durfte auch sehr viel lernen von denen auch dort. Liebe Grüße an die Gemeinde in Banda, wenn Sie mich gerade schauen. Es ist wirklich eine sehr, sehr schöne Zeit gewesen dort.
Benny
00:13:15
Und war das eine deutsche Gemeinde oder eine brasilianische?
Ivan
00:13:18
Nee, das war eine deutsche Gemeinde.
Benny
00:13:20
Das war eine deutsche Gemeinde,
Ivan
00:13:22
Genau. Und in München ist halt die brasilianische, meine Lieblings.
Benny
00:13:27
Ja, cool. Und bist du nach dem Jahr dann zurück nach Brasilien?
Ivan
00:13:35
Ja, also ich bin dann 2011, das war schon Januar 2012, war dieses eine Jahr vorbei. Das ist ein Programm von dem Pädagogischen Austauschdienst für ausländische Lehrkräfte, eben alles zu verbessern. Nach einem Jahr fliegst du wieder nach Hause und tust quasi der lokalen Schule dort, wo ich arbeite, diese Kenntnisse zurückgeben quasi, einsetzen, umsetzen. Und da war ich nämlich noch ein paar Jahre, von 2019 bis 2019, also gute zehn Jahre, von diesen zehn Jahren ein Jahr hier und die anderen neun Jahre dort. Und das war auch natürlich eine ganz tolle Erfahrung, dass man dort viel mehr von der Kultur, viel mehr weitergeben konnte an die Schüler. Und 2019, Dezember, war eben Schluss, wo wir festgestellt haben, Gott hat was Neues und er öffnet eine neue Tür, wo wir uns eben entschieden haben.
Benny
00:14:36
Zurück nach Deutschland zu kommen.
Ivan
00:14:37
Aber dazwischen habe ich vergessen. Entschuldigung, ich habe vergessen. Da ist noch viel dazwischen. Genau, ich habe vergessen zu erzählen, dass 2014, 2014 habe ich geheiratet, die Sophia. Das war genau dazwischen.
Benny
00:14:49
Das heißt, 2012 bist du jetzt zurückgegangen und du hast ja... So 2014 geheiratet. Das heißt aber, war das so, dass ihr dann eine Fernbeziehung hattet? Das heißt, du hast in Brasilien gewohnt und sie in Deutschland und du bist dann ab und zu nach Deutschland gekommen, sie nach Brasilien.
Ivan
00:15:10
Genau, sie war quasi, also zusammengekommen sind wir erst 2013, ich war hier 2011, aber es war nichts und erst 2013 war sie kurz in Rio, hat zum Kennenlernen die Gemeinde, meine Familie und so weiter. Und dort erst Juli 2013 haben wir uns entschieden, okay, lass mal versuchen. Und wir haben gebeten, haben einen gewissen Frieden gehabt im Herzen und ein Jahr später, Ende Juni 2014, haben wir eben schon geheiratet. Aber das war tatsächlich eine Fernbeziehung. In einer wunderschönen Location. Das war doch eine restaurierte Kirche.
Benny
00:15:52
Die so im Zweiten Weltkrieg kaputt wurde.
Ivan
00:15:54
St. Pauli Ruine heißt das. Das ist eine Ruine geworden und die haben quasi das Dach komplett im Glas. Das werden wir nie vergessen. Es war einfach ein herrlicher Traum, wo wir eingesegnet wurden. Mit dieser Brücke da. Genau, und dann kam die Sonne rein, genau in dem Moment, wo sie uns gebetet haben. Das war auch eine ganz tolle, also der Tag war einfach perfekt. Ich habe Sophia gesagt, kann man das nie zurückdrehen, dass wir nochmal das alles erleben. War so schön.
Benny
00:16:26
Ja, ich weiß noch, was ich... Was für deine lockere Art sprach. Ich weiß noch, du hast dein Traumversprechen auf dein Handy geholt.
Ivan
00:16:34
Das war lustig.
Benny
00:16:34
Ich weiß noch, das war so lustig.
Ivan
00:16:36
So ein iPhone 4.
Benny
00:16:38
Ja, genau. Jeder holt sich die krassesten Zettel. Wir hatten auch Leute, die ein Herz ausgeschnitten haben. Und du hast dein Handy rausgeholt.
Ivan
00:16:48
Das stimmt. Der Text war schon sehr gut. Aber das war sehr simpel. Einfach so zack. Und die Sophia hat wiederum schon einen Zettel gehabt. Was wir vergessen haben zu sagen, ist, dass die ich kenne die Adisophie durch die CBG. Das habe ich eben vergessen zu sagen. Damals, 2011, habe ich sie schon mal kennengelernt in der Gemeinde, so dachte, vor allem gibt es einen lustigen Spruch, wenn die Frau, sehr hübsch ist und du fühlst dich selber, also ich bin nie so auf dem Niveau, sagt man bei uns, das ist zu viel Sand für meinen kleinen LKW.
Benny
00:17:21
Okay.
Ivan
00:17:22
So ein Spruch. Da habe ich schon gedacht, die ist zu viel Sand für meinen kleinen LKW.
Benny
00:17:27
Ja, ich verstehe.
Ivan
00:17:27
Wird nichts.
Benny
00:17:28
Heißt sozusagen, sie ist in einer anderen Liga.
Ivan
00:17:31
Genau, die ist so hübsch und geistig. Ich werde es nie schaffen, aber trotzdem hat Gott das organisiert.
Benny
00:17:37
Aber du hast viele Versuche.
Ivan
00:17:40
Ja, ja schon. schon ein bisschen probiert hier und da, aber ich dachte, mal gucken, vielleicht klappt das eher nicht. Aber irgendwann 2000, zwischen Januar 2013 bis Juni ungefähr, wo sie nach Rio geflogen ist, war mehr dieses Kennenlernen, eigentlich über das Internet. Wie geht es dir? Was macht das Leben? Was letztendlich, wenn ich jetzt nach hinten schaue, ich finde das super gesund so. Sich einfach kennenlernen, ohne unbedingt ständig natürlich auch schön, aber das war trotzdem eine tolle Zeit, wo man sich ganz gut kennenlernen durfte.
Benny
00:18:20
Das heißt, ihr habt euch mehr oder weniger durch WhatsApp, Facebook, so was dann geschrieben.
Ivan
00:18:28
Skype, ab und zu. Aber eher geschrieben, genau.
Benny
00:18:32
Okay, das heißt, ihr habt dann So euch quasi kennengelernt und dann 2014 geheiratet und dann war das so, dass ihr 2015 seid ihr nach Brasilien gezogen, oder?
Ivan
00:18:43
Genau, eigentlich gleich nach der Hochzeit.
Benny
00:18:47
Nach der Hochzeit direkt.
Ivan
00:18:48
Das war, genau, das war, wir hatten diese vierte Woche, irgendwann Mitte Juli bin ich schon geflogen nach Rio erstmal, so dass ich weiß noch, das Finale der WM, wo Deutschland Weltmeister geworden ist, war schon in Rio. Also wir waren alle Brasilianer dankbar, dass Deutschland gegen Argentinien gewonnen hat, dass die Argentinien nicht in Brasilien gewinnen. Das wäre für uns schon krass.
Benny
00:19:14
Schlimmer als die Niederlage gegen Deutschland.
Ivan
00:19:16
Genau, da haben alle schon vergessen. Die haben gesagt, dass die Deutschen die Argentinien hier rausgeschmissen haben, war jetzt gut. Und da war Deutschland gleich vergeben bei uns sozusagen. Und dann, genau, ich bin schon geflogen, dass ich das Finale da war und die Sophia kam einen Monat später, das war schon wahrscheinlich Anfang August ungefähr, war sie, sie wollte da, also für die Leute, die gerade schauen und hören, die Sophia, ich habe es sogar angeboten hier, ich bin auch Portugiese, ich habe EU-Pass, wenn du magst, kann ich ihr kündigen in der Schule und wir können gleich in Deutschland leben und ich kann auch mal eine Schule suchen für mich dort. Und sie meinte, nee, ich möchte nach Brasilien, ich möchte diese Sprache lernen, ich möchte deine Familie erleben. Ich fand das so stark. Die Sophia hat angefangen, alles zu verkaufen. Auto, Zeug und dann die Wohnung abgegeben. Das war so stark von ihr und sie ist einfach dahin geflogen und hat angefangen, dort das Leben. Und wir haben dort fünf, eine halbe, sechs Jahre gelebt.
Benny
00:20:22
Und was habt ihr so in Brasilien dann gemacht? habt ihr dann angefangen, Musik zu machen, Lobpreis zu machen, in einer Gemeinde zu arbeiten. Was habt ihr so die Jahre gemacht?
Ivan
00:20:35
Wir haben quasi festgestellt, sie war in meiner Home Church, in meiner großen Baptistengemeinde, was ein bisschen traditioneller ist. Und alle sind portugiesisch. Da war ihr Portugiesisch jetzt noch nie so fit, dass wir dann geguckt haben, Okay, welche Gemeinde können wir dann besuchen, wo sie vielleicht eine Art Übersetzung bekommt oder dass jemand auf Englisch predigt. Und wir haben tatsächlich eine Gemeinde gefunden, dort wo der Pastor aus Amerika war, hat dann Englisch gepredigt mit hier Übersetzung, so ein Mädchen. Aber sie hat dann erstmal alles in Englisch. Quasi gehört und eben so verstanden. Und trotzdem, haben wir weiter, also ich habe dann 2016 erst mal meine neuen Lieder, also das war ein Album im Portugiesisch Release dort, und habe dann angefangen, ein paar Gemeinden zu spielen. Da hat die Sophia noch nicht so präsent mitgesungen, aber sie war schon teilweise auf der Bühne, hat mitgesungen. Aber wir haben es schon gerne gedient und sehr oft in Gemeinde mit der Band gewesen. Und am Sonntag waren wir eben bei dieser anderen, die etwas moderner war. Und das war für sie auch ziemlich gut, dass sie gleich alles verstanden hat. Und diese Stolmetschen, diese Übersetzung gleich danach zu hören, das ist eine ganz tolle Sache, dass sie gleich wusste, wie das klingt auf Portugiesisch und konnte die Sachen langsam so speichern. Das war eine tolle Strategie, wenn jemand gerade hier Sprachen lernen möchte. Das war eine ganz tolle Strategie. Mit so tollen Mädchen kann man vieles aufnehmen. Und das war ziemlich stark. Und das Coole dabei war, dass wir diese Gemeinde gefunden haben über die Vanessa, die Tochter von Jorginho. Der lustigerweise oder zufälligerweise einer der Gründe von der Gemeinde hier in München ist. Die Vanessa kam zu uns, sie kannte die Sophia von der CBG. meinte, komm mir, komm zu meiner Gemeinde, da ist es auf Englisch, man könnte ja kommen. Und das finden wir bis heute super krass von Gott geleitet, sodass wir eben durch sie den Weg gefunden haben zu dieser Gemeinde und haben auch ganz tolle Freundschaften geschlossen damals, bis heute. Wo wir bis heute befreundet sind, selbst wo wir hier leben, haben wir immer noch Kontakt mit den Leuten. Sehr cool.
Benny
00:22:59
Sehr schön. Und ihr seid da 2019 dann nach Deutschland zurückgezogen. Hatte das einen bestimmten Grund? Hatte ihr gesagt, wir wollen fünf Jahre, sechs Jahre dort sein und gehen dann rüber. Was war so ein neues Kapitel?
Ivan
00:23:16
Wir haben schon ganz gezielt gebetet, dass Gott uns zeigt, wo er uns möchte. Der Punkt war bei uns in Rio, wenn man dort lebt, wo sowieso viele Gemeinden sind. Dort ist es so ein Segen, dass in jeder Gemeinde genug Leute sind. Und hier in Deutschland ist genau das Gegenteil. hast oft wenige Leute, nicht nur im Bereich Kirchen, sondern überall. Wir reden hier in Deutschland oft über Personal, Probleme mit Personal. Und wir haben eben so gezielt gebetet. Hier gibt es in der Gemeinde vier Gitarristen, drei Bassisten, vier Schlagzeuger, so viele Sänger. Und egal in welcher Gemeinde du bist, die Bräsenien sind sehr musikalisch und spielen nicht professionell auf der Bühne. Und wir so, zeig uns, wo du uns gebrauchen möchtest, vielleicht ist irgendwo anders Bedarf und zeig uns den richtigen Moment, wo wir einfach checken, die Türen sind langsam zu und es öffnet sich jetzt eine neue Tür und wir haben wirklich so gebetet, das ist ich sage mal, es war so ein Kamikaze-Gebet, weil wenn Gott wirklich zeigt, jetzt ist hier zu, diese Türen sind zu und du gehst dahin. Musst du schon mitmachen. Weil das ist dann der Moment, wo du sagst, okay, geht los. Und dann haben wir uns schon 2019 haben wir schon ein bisschen Bewerbung hier und da schickt. Richtung Sachsen, weil die Familie von Sophias aus Sachsen, und dort hätten wir ein bisschen die Unterstützung von den Großeltern, war für uns erstmal so die Idee. Und Ende 2019, genau wo ich gerade so zehn Jahre in dieser Deutschschule war in Rio, kam eine Meldung von einem Schulleiter, der sagt, wir würden gerne mit dir telefonieren. Wir fanden deine Bewerbung ganz gut. Wir haben ein paar Videos geguckt auf YouTube von euch und wir hätten dich gerne als Lehrer bei uns in der Schule. Und da haben wir gecheckt, wow, krass, wie Gott die Türen öffnet. Und dass wir schon im Januar 2020 alles so gut wie verkauft bekommen haben. Und wir waren hier schon Und genau Mitte Februar waren wir schon hier. Das ist richtig, richtig krass gewesen. Es sind so viele Worte, Verheißungen in Erfüllung gegangen dadurch. Ich weiß es noch, dass der, das war im Dezember 2019, der 29. Dezember war ein Gottesdienst bei der ICF Rio. Bruno und Paolo, André, die haben dort diese ICF Rio gegründet. Und dann war damals der Tobias Teichen da. Und dann hat der Bruno mich kontaktiert, kannst du nicht mal den Tobias Teichen hier auf der Bühne übersetzen? Ja, gerne, kann man machen. Ich dachte, der redet dann auf Deutsch. Ich habe dann mein Deutsch extra, wir sind hier, ich habe ein bisschen Wortschatz geguckt und so, was predigt der, welche Passage. Und letztendlich hat er auf Englisch gepredigt. Das war natürlich, muss man switchen die Sprache. Aber nach dem Gottesdienst hat die Frau von ihm den Eindruck gehabt, sie meinte, Ivan, Sophia, ich weiß es nicht, aber, Gott hat irgendwas für euch in Deutschland. Das war Dezember. Sie wusste nicht, dass wir schon angefangen hatten, Bewerbungen zu schicken. Und wir dachten bestimmt nach sechs Monaten, nach einem Jahr, wenn irgendeine Möglichkeit, wenn eine Tür eben aufgeht. Und wir hätten nie gedacht, dass alles in Erfüllung kommt, schon dass wir im Februar hier in Deutschland sind. Das ist verrückt. Mal nie vergessen.
Benny
00:27:01
Krass. Gott hat es ja voll geführt. Sehr schön. Und das heißt, okay, und dann seid ihr in Deutschland angekommen. Wie ging es weiter?
Ivan
00:27:09
Das war tatsächlich die harte Zeit, weil 2020 sind wir hier gelandet im Februar. Der Große, der Arthur, war gerade so dreieinhalb. Ja, mir lieber noch nicht zwei. Oh, 2020?
Benny
00:27:27
Also während Corona?
Ivan
00:27:28
Genau, und das wollte ich gerade sagen. Wir sind gelandet, ich habe angefangen in der Schule im Halbjahr quasi, Also passiert eher selten. Meistens fangen die Lehrer an im August, September. Und wollte gerade so reinkommen und die Stoffverteilungspläne schreiben, gucken. Und ich glaube, nach drei Wochen kam Lockdown. Was ist das jetzt? Was ist das jetzt? Und das war für uns schon so ein Dusch. Okay, zu Hause. Wir hatten noch nicht so eine feste Gemeinde. Wir hatten noch nicht die Freunde da. Das war schon hart. Und dann kamen die Hindernisse, die dazu normalerweise kommen, wenn man Land wechselt. Und bei mir war das zum Beispiel der Führerschein. Weil mein Früherschein ist nie aus Portugal, sondern aus Brasilien. Und in Deutschland tun sie das nie umschreiben. Du musst wirklich alles von vorne nochmal starten.
Benny
00:28:19
Alles wirklich?
Ivan
00:28:19
Alles von vorne. Ach krass. Die App, die ganzen Fragen. Ich meine, manche Sachen kennen wir schon. Andere Sachen, gerade Verhältnisse im Winter oder so, Wildwechsel oder so, kennt man bei uns nicht. Deswegen schadet ja nicht, wenn man es lernt. Aber das war für mich schon nebenbei mit den Sachen der Schule so ein Stress. Das war so krass. Und da spielt die Sophia natürlich auch eine krasse Rolle. Sie hat auf Portugiesisch ab und zu gesagt, Kalma, ganz ruhig, Kalma, wir schaffen das, peu en peu. Und dann war die Pandemie, wir haben dann in der Gemeinde dort unterstützt, mehr per Streaming, dass ich extra nach Leipzig gefahren bin. In der Hauptfiliale quasi von der Gemeinde dort habe ich mitgespielt und dann zurück nach Dresden, nach dem Gottesdienst, weil es war alles per Streaming, Maske und so weiter. Und das war von daher eine schwierige Zeit, ein bisschen anzukommen, weil eben alles, man durfte nichts, das war alles zu. Meine Familie musste flüge Känzer, die wollten uns gleich besuchen. Aber Gott hat uns trotzdem so geleitet, so supported in dieser Phase als Familie, dass wir dann mehr oder weniger, es gab natürlich gute Momente und wieder tiefe Phasen, wo ich selber bin, ein fröhlicher Mensch, Ich bin auch super gut gelaunt immer, weil das war tatsächlich für mich damals zum ersten Mal im Leben, dieses... Soll man sagen, diese Tiefe, wo ich aufpassen musste, bin ich hier langsam deprimiert, also was ist los? Und habe dann stark mit Gebet gekämpft, habe versucht, mich einzubringen, irgendwo zu unterstützen hier und da. Gott hat uns wirklich sehr stark unterstützt in dieser Phase, dass wir durch sind. Und dann irgendwann war 2022, ging es wieder, dass man ein paar Leute kennenlernen konnte und in der Gemeinde besser unterstützen konnte. Aber das war tatsächlich hart. Also gerade mit dem Führerschein nebenbei war schon hart. Aber Gott sei Dank haben alles bestanden. Ich habe alles bestanden und jetzt läuft alles ein bisschen entspannter.
Benny
00:30:31
Du hast ja gesagt, ihr habt volle Bestätigungen bekommen, hey Gott schickt euch nach Deutschland. Und dann seid ihr doch schon angekommen und dann ist Lockdown. Wie war das so für dein Glauben? Also das so, Gott, wusstest du es nicht? Oder wie waren so deine Gefühle?
Ivan
00:30:49
Ja, eine gute Frage, weil wir haben damals, wir konnten durch Corona auch sehr reflektieren. Wie stark ist mein Glaube, wenn man rauskommt aus diesem Muster Sonntag, siehst die Leute, einmal spielen, einmal Lobpreis leiten. Wer bist du, wenn du diese Sachen nie hast, dann verlierst du ein bisschen deine Rolle im Ganzen. Und das war der Moment, wo Gott eben den Glauben in uns gestärkt hat und auch bestärkt hat, dass wir okay, ich glaube trotzdem hier weiter. Und bei mir ist es so, Lobpreisleiten eine Gemeinde, bei mir ist es so, Lobpreis ist der Moment im Gottesdienst, wo, das ist quasi meine Rolle als Worshipleiter, wenn ich die Hand der Braut hier, die Kirche nehme und die Hand des Bräutigams.
Benny
00:31:40
Ja.
Ivan
00:31:41
Das ist meine Rolle. Ich packe die zusammen hier. Ja. Und ich muss dann selber aussteigen von dem Moment, dass die Braut und der Bräutigam deren Honeymoon erleben können. Das ist der Moment, wo der Worshipleiter dann verschwinden soll. Du hast das hier connected. Am besten steige ich ein als Braut auf und gehe mit. Und da habe ich festgestellt, krass, wenn man gerade rauskommt aus diesen Rollen, wie ist dein Glauben? Da war der Glaube einfach so alleine. Das war der Moment, wo ich gecheckt habe, okay, da ist mein Glauben tatsächlich nie so stark, wie ich dachte. Ich muss hier bessere Ernährungs...
Benny
00:32:27
Tiefere Wurzeln.
Ivan
00:32:29
Wurzeln, dass man das hier stärkt, das steht ohne das Drumherum. Das war eine tolle Reflexion damals für uns.
Benny
00:32:39
Und wenn du aber an die Zeit so zurückdenkst, du meintest ja auch vor so ein bisschen mit, hey, boah, krass, werde ich gerade depressiv, wie geht es mir da gerade? Was würdest du sagen, so im Alltag, was hat dir geholfen in dieser Zeit? Hast du da gewisse Dinge gemacht, hast du gewisse, ich nenne es jetzt mal Rituale, Gänsefüßchen für die Leute, die nur zuhören. Wie würdest du das beschreiben?
Ivan
00:33:06
Ich musste tatsächlich neue Strategien entwickeln, dass ich meinen Glauben stark erhalte oder stark mache. Der Lobpreis alleine am Klavier oder selbst ohne Instrumente in meiner Stube, wenn die Kids schon schlafen, war super wichtig, dass ich im Glauben gesund bleibe. Das ist wirklich wichtig. Diese Zeit mit Gott zu verbringen, ist so wichtig. Egal, was passiert da draußen, dass man diese Zeit nimmt für den Herrn, dass man seine Stimme hört, dass man Motivation bekommt, eine Ermutigung. Und das habe ich tatsächlich geändert. Es war viel mit der Band, mit den Leuten. Und hier fing ich an, diese Zeit alleine mit Gott zu erleben. Hatte ich schon früher, aber das war viel intensiver. Das war vielleicht die beste Strategie, Zeit mit Gott zu verbringen. Entweder gerade so, wenn die Kids schlafen oder eben früh, wenn man in dieser Ehe aufsteht. Diese Strategie war sehr wichtig. Später, dann quasi nach Corona, war uns auch klar, wie wichtig das ist, Kontakt zu Menschen zu haben. Wieder, Austausch, hier, was hat Gott in deinem Leben gemacht, wie machst du das so? Und ich habe das alles ein bisschen neu eingestellt, wie es hier auch tickt, also wie das Leben, wie die Christen hier auch, deren Glauben leben, muss sich einiges anpassen, manches bleibt so anders als bei uns, bei uns ist es vielleicht ein bisschen mehr Lärm, ein bisschen lebendiger vielleicht. Und diese Strategie muss sich dann entwickeln, wie zum Beispiel, ich habe immer gerne Bibel gelesen, aber ich habe nie wirklich die Zeit genommen, die Bibel komplett durchzulesen. Und genau hier in Deutschland, wo die Zeiten schwierig waren, wo man draußen nicht wirklich Menschen kennenlernen konnte, habe ich diese Zeit genommen. Ich habe gesagt, komm, ich lese das hier komplett durch. Und das war eine der schönsten Sachen bisher. Lobpreismomente mit dem Herrn alleine und Bibel lesen ganz stark. Und da habe ich gemerkt, wie der Herr mich wieder hoch aus diesem Tiefen hochgebracht hat. Dass man behandelt wird, das ist wie wenn man beim Arzt ist, du wirst behandelt ganz tief in der Seele. Wenn du einfach diese Zeit schaffst dem Herrn. Das war eine neue Strategie, die ich damals nie ganz verwendet habe. Ja, okay.
Benny
00:35:45
Das heißt, man kann ja schon so sagen, dass so in Brasilien so ein Alltag war, wo auch viel Routine drin war, was auch dann ein Stück weit Identität gegeben hat. Genau. Da nimmt euch Gott nach Deutschland und Corona und du hast es tief und Gott lehrt dich neu, ihm zu begegnen. Genau, genau. Und... Würdest du sagen, dass es dir jetzt dann auf der anderen Seite der Situation, sage ich mal, geistlich gesehen besser geht, als du dann in Brasilien warst?
Ivan
00:36:16
Ich merke, dass mein Glauben stabiler ist, stärker ist. Wenn irgendwas nochmal käme, merke ich, dass dieser Glaube etwas mehr Basis hat heute. Und das war eben die Lehre damals, ich habe als hätte das so eine, so ein Zement drumherum durch Corona, durch das neue Land jetzt, neue Kultur alles, kam der Herr machte so mit dem Hammer und das alles, auseinandergefallen und da drinnen habe ich gecheckt, der Glaube war nicht so stark wie ich dachte, es war relativ so nackig da und ich so, okay ich muss ein bisschen investieren und heute sehe ich so durch Hohen und Tiefen, dass der Glaube an sich stabiler ist. Ich hatte mehr Zeit, Kenntnisse, einzutauchen in Gottes Wort. Ich merke das so. Auf der anderen Seite sind wir hier jetzt schon seit gut sechs Jahren. Dadurch, dass ich eben diese neue Rolle erlebe, Vater, Gemeinde am Sonntag, Lehrer und so weiter und so fort, ähm, hatte ich im Moment der Krise. Ich habe nicht mehr diese starke Identität, Lobpreisleiter und das ist meine Rolle, sondern das hat ein bisschen reduziert. Und das war am Anfang sehr schwer für mich zu akzeptieren, weil wir wollen gerne in diesem Muster bleiben, wo wir sind. Wir wollen raus aus der Komfortzone. Gott hat ständig gezeigt, genieß jetzt die Zeit als Papa. Genieß deine Kinder. Das kommt nie wieder, diese Zeit. Die wachsen so schnell. Die Kleine ist schon drei Jahre alt. Ich denke, das ist der Wahnsinn. Und akzeptiere das, was ich dir gerade zeige, was ich dir gerade gebe. Kannst du ruhig ein bisschen reduzieren. Kannst vielleicht einen Sonntag im Monat spielen und das reicht. Und das war eben für mich eine neue Sache, wo ich akzeptieren musste. Ich musste das einfach diese Schuhe anziehen und sagen, okay, ich genieße den Moment.
Benny
00:38:24
Klingt ein bisschen so wie wieder lernt, ein Kind zu sein, gell?
Ivan
00:38:26
Genau, weniger aktiv, verrückt. Und meine Mama ist, ich sage immer, die beste Psychologin der Welt. Sie ist ja Psychologin, aber sie ist tatsächlich die beste Psychologin der Welt, sage ich immer. Weil mit ihr habe ich dann ab und zu telefoniert, geredet und sie meinte, Ivan, es ist völlig normal. Irgendwann sind die Kids etwas größer und du steigst wieder ein bei Sachen, die du früher gemacht hast. Oder vielleicht sogar neue. Sei hoffend. Vater sein. Und das war eben für mich eine Krise, weil ich früher super intensiv, gerade in Bezug auf Lobpreis, gesucht habe, dass ich da vorne, Substanz habe, den Leuten was zu geben. Sonst bist du auch leer da vorne. Und ich habe mir sogar Vorwürfe gemacht, jetzt in 19 ungefähr bis jetzt. Oh Mann, ich bin nie mehr so krass aktiv in meinem Secret Place mit Gott und so. Und da habe ich diese sanfte Stimme des Herrn gehört. Du dienst, du dienst und du tust deinen Job richtig liefern, wenn du ein guter, präsenter Vater bist. Das ist die achte Weise, wie du mir heute dienst. Das war für mich so ein Moment, wo wow, das ist mein Dienen. Ich glaube, ich hatte diese Krise mit diesem, kennst du den Begriff in Englisch, Missing, wenn man etwas vermisst, wenn man denkt, man verpasst etwas woanders.
Benny
00:39:58
FOMO, Fear of Missing Out.
Ivan
00:40:00
Genau, ich dachte immer so, ich verpasse irgendwas woanders. Und meine Mama hat dann gesagt, ja, ganz ruhig, verpass nicht. Außer du verpasst deine Kinder jetzt am Wachsen. Nimm diese Zeit, sei präsent. Es tut gut, ein bisschen zu reduzieren. Und ich konnte da diese Ruhe finden, Das war gut. Und Gott hat mir die Sicherheit gegeben, hier, alles hat seine Zeit. Irgendwann steigst du wieder ein, hier und da, vielleicht schaffst du zweimal im Monat zu spielen. Das ist dieser Moment im Leben, wo man ein bisschen reduziert. Irgendwann bist du vielleicht ein bisschen aktiver wieder. Und das zu akzeptieren, anzunehmen, war auch sehr, das hat auch geheilt, ganz viele Sachen drinnen. Die Krisen, die man hat. Ich bin nicht mehr dasselbe wie früher. Nein, du bist heute, du hast eine andere Rolle. Genieß diese Zeit. Das war wichtig.
Benny
00:40:52
Man wird ja auch erwachsen. Man hat die Zeit, als man jugendlich ist, man ist nicht verheiratet, man hat keine Kinder, da hast du viel mehr Freiheit, Dinge zu machen und dann wirst du erwachsen, hast einen Job, hast eine Ausbildung und dann hast du da Sachen zu tun und dann irgendwann heiratet man und man hat so viele Phasen. Manchmal merkt man dann gar nicht, was man in seinem Herzen hat und Gott hat dir oder euch offenbart, hey, da sind Sachen im Herzen, die Heilung brauchen. Ich kann mir vorstellen, Gott hat so gesagt, hey, ich bringe mich nach Deutschland, weil ich was Großes mit der Vorhabe, aber bevor ich euch das gebe, muss ich euch sehen, ob ihr im Kleinen treu seid. Und ich glaube, Gott hat das Fundament bearbeitet und dann kommen jetzt große Dinge.
Ivan
00:41:34
Amen, so sehen wir auch.
Benny
00:41:36
Und ich glaube, Gott muss ja am Fundament arbeiten, weil ich meine, ihr gebt euch was ganz Großes, aber unten weil es das Fundament stimmt nicht, dann bricht das alles zusammen.
Ivan
00:41:46
Richtig, richtig. Bringt nichts, wenn das Fundament nicht da ist. Man kann auch sehr schnell den Faden verlieren. Diese Faden. Und deswegen bin ich Gott dankbar, dass er uns nichts Großeres gegeben hat erstmal, dass wir mal das Fundament alles richtig formulieren. Genau so sehen wir das.
Benny
00:42:05
Und jetzt haben wir ja schon angefangen, ein bisschen über Glauben zu reden. Mich würde ein bisschen so ein paar Jahre zurückgehen und dann interessieren, wie du so du bist ja wahrscheinlich gläubig aufgewachsen. Kannst du so ein bisschen so sagen, wie so dein dein persönlicher Weg mit Jesus war. Ich meine, es fängt an von, du bist im Kinderdienst gegangen als Kind, aber wie fing das an und was war so dein Moment mit Jesus, wo du so voll mit Gott gegangen bist oder hattest du das nicht? Wie würdest du das beschreiben?
Ivan
00:42:37
Ja, in der Gemeinde quasi geboren. Aber erst bei der Jugend, da wo ich 15 war, hatten wir so ein Camp und das kann ich auch allen, die uns heute schauen und hören, Einfach mitgeben, das tut so gut, die Kids mal zu so einem Camp zu schicken. Da erleben sie immer was Neues mit dem Herrn, mit dem Heiligen Geist. Das ist so toll. Ich bin so dankbar für meine Jugendzeit damals in Brasilien in der Gemeinde. Wir hatten so eine Art Camp und wir hatten einen Pastor aus Sao Paulo dabei. Und er hat so tief, so krass gepredigt damals, dass wir alle als Jugend quasi nochmal oder neu hingegeben haben. Wir haben gesagt, Herr, wir wollen dir dienen, wir wollen für dich leben, wir geben andere Sachen auf, nur für dich. Und dieses Camp hat so eine krasse Bedeutung für uns, dass wir damals so einen Moment hatten. Geweint vor Gottes Thron und haben gesagt, hier bin ich, gebrauche mich. Und da war ich tatsächlich 15. Das war der Moment, wo ich eben verstanden habe, oh krass, das, was meine Eltern mir die ganze Zeit gegeben haben, ist das most powerful. Da steckt so viel Power drin. Und ich kann das verwenden. Der Herr kann mich auch gebrauchen damit überall. Das war im Jahr 2000, nämlich. Auf diesem Camp 2000. Und seitdem, seitdem ich gesagt habe, Herr, ich war 15, habe auch ein bisschen Blödsinn gemacht in der Schule, ein bisschen Quatsch hier, Quatsch da, aber der Groschen, wenn das fällt, wenn der Groschen fällt und du checkst, wow, der Herr kann mich, meine Talente, die Sachen, die ich beherrsche, gut gebrauchen, da bin ich einfach eingetaucht in diese neue Welt und habe damals dann angefangen, Bands zu gründen. Chöre, haben ganz tolle Möglichkeiten gehabt bei uns in der Gemeinde. Der Weg war immer ganz nah am Herrn. Alles, was ich gemacht habe, war immer mit dem Segen meiner Eltern im Hintergrund. Das ist auch sehr wichtig. Und auch für meine Jugendleitern damals. Ich werde nie vergessen, meine Mama hat eigentlich einen ähnlichen Satz gesagt wie mein Leiter in der Gemeinde, wo wir zum ersten Mal nach Deutschland geflogen sind. Ich mit meinem Kumpel Vinicius hat Mama gesagt, ihr seid dort alleine, Jugendherberge, ihr seid völlig frei. Ihr habt ein paar Euros in der Tasche und keiner guckt. Keiner von uns ist in der Nähe zu gucken, was ihr dort macht. Seid trotzdem Licht und Salz für diese Welt. Und dann hat mein Jugendleiter in der Gemeinde gesagt, tausche nie, zehn, zwanzig Sekunden Vergnügen für Jesus um. Jesus ist immer mehr wert. Und dieser Satz hat mich auch so, okay, ich gebe nie auf. Ich werde Jesus nie mal umtauschen für irgendwas. Und das hat mich so geprägt, dass ich diesen ganzen Weg gegangen bin, ohne den Herrn zu verlassen, in diesem Sinne. Natürlich gibt es diese hohen und tiefen, aber man läuft, Man geht immer weiter mit dem Herrn. Und ich kann Gott wirklich nur danken, dass er durch die Gründe der Familie, durch meine Rolle in der Gemeinde, die Sachen, die ich mittlerweile released habe, die Lieder und so weiter, ich merke, wie Gott treu ist und wie dieser Plan, diese Familie, der Plan Familie einfach unheimlich stark ist. Und das alles zu erleben, das Ziel zu verfolgen, ist so schön.
Benny
00:46:34
Und das heißt, du bist christlich aufgewachsen, hast in der Jugendfreizeit Gott richtig erlebt, hast dich da voll für Gott so entschieden und hast immer so einen Weg mit Gott sozusagen gehabt, wenn ich dich jetzt richtig verstehe. Und wie war das dann für dich, als du so älter, so jugendlicher oder sagen wir, junger Erwachsener geworden bist, war Glaube für dich immer so präsent und immer im Herzen? Gab es eine Zeit, wo du gemerkt hast, ich gehe gerade mehr von Gott weg? Oder ist das wirklich konstant gewesen von klein auf? Also so phasenmäßig?
Ivan
00:47:14
Relativ konstant schon, aber gerade wo ich angefangen habe an der Uni, das ist schon wirklich ein sehr interessantes Thema, gerade wenn Jugendliche uns hören, Uni ist immer so eine gefährliche Sache. Natürlich sparst du ganz viel an Wissen, aber man muss natürlich auch aufpassen, die ganze Philosophie dahinten, die ganzen Werte, die vielleicht eben nie ganz passen zu dem, was ich glaube, was wir glauben. Und diese Zeit an der Uni, wo ich 18 war, bis ungefähr, ja doch 18, 19, diese vier, fünf Jahre plus etwa in Dariath damals, es ist eine Zeit, wo man sehr stark konfrontiert wird mit anderen Philosophien. Schriftstellern. Weltanschaum. Genau. Ist ja gut, man kann es gerne lernen, auch zu wachsen, aber ich musste sehr stark, soll man sagen, reagieren auf manche Tendenzen, auf manche Ideologien, die man an der Uni quasi lernt und hört, dass ich mein Glauben nicht komplett verliere. Und es gab natürlich Momente, wo ich so, oh Mann, Gott, zeige dich. Ich spüre dir nichts. Wo bist du, wenn man entweder gemobbt wird oder was auch immer. Man kann unterschiedliche Situationen erleben, die auch negativ sind. Und ich habe mir vorgenommen, ich bleibe hier auch Licht und Salz. Ich will das nie einfach machen für den Feind. Ich mache das nicht einfach. Und diese Einstellung, die ich damals gefunden habe, hat tatsächlich erlaubt, dass ich so viele Früchte im Nachhinein ernten durfte. Derjenige, der über mich gelacht hat, weil ich ein Gläubiger bin und bin an der Uni, ist derselbe, der nach, ein paar Monate zu mir kommt, ein bisschen so unter vier Augen, hier kannst du dort für mich beten, deine Gemeinde, weil ich gerade zu Hause das erlebe, meine Eltern scheiden sich und das und jenes. Und ich so, gerne, wir beten für dich, wir beten für dich, das heißt, man muss durch, man muss durch, es gibt einen Moment, wo man das Gefühl hat, die lachen, die machen sich alle lustig über mich, weil ich bin der Einzige hier, der was glaubt. Am Ende dreht sich komplett dir das spiel der der erst mal der coole war der checker von der klasse kommt zu dir und sagt hast du nicht da mal beten für mich in der kirche und da merkt man schon wie die welt auch verloren ist und die brauchen auch diese. Die brauchen Gott, denn Gott ist ja derjenige, der dieses Loch, was jeder hat, ausfüllen kann. Und das war für mich damals eine krasse Situation, mehrere an der Uni, wo ich eben die Chance hatte, anderen Menschen zu erzählen, dass ich eben so lebe, relativ stabil in meinem Glauben und ich lasse das nie wackeln, sozusagen. Das ist auch eine Einstellung, die man nehmen kann, muss an der Uni. Weil ich habe wiederum viele Freunde verloren, die auch im Glauben waren, in dieser Uni-Zeit, die anders geprägt wurden durch die Uni. Manche sagen Eindoktrinierung oder was auch immer, Ideologien und so weiter. Aber ich merke, wenn man wirklich mit dem Herrn weitergehen möchte, muss man wirklich auf dem Felsen. Man muss wirklich das Fundament haben und fest stabil sein. Und das ist eine tägliche Sache, die man bauen muss. Sonst ist man zu sehr wackelig mit der ganzen Ideologie und da kann man richtig fallen. Da kann ich dem Herrn wirklich danken, dass ich es geschafft habe, in dieser Unizeit stabil im Glauben zu bleiben. Aber es gab natürlich Momente, wo man, oh Mann, schwer gerade.
Benny
00:51:20
Ja, und... Wenn du an die Uni-Zeit zurückdenkst, wie würdest du sagen, wenn du das noch weißt, hast du so dein Glauben gelebt, waren das mehr so Dinge? Weil wir haben viele Leute, die jung sind und zuhören und zu schauen einfach, was bedeutet es denn so in der Uni sozusagen den Glauben zu nehmen? Wenn du so auf deine Zeit jetzt zurückschaust, was hat es für dich bedeutet, wenn du an deinen Uni-Alltag denkst? Nein zu Sachen sagen, Ja zu gewissen anderen Sachen zu sagen?
Ivan
00:51:54
Es gibt dann die Momente, wo man entscheiden muss, jetzt zeige ich hier gerade so in dieser Situation meine Werte. Und es gibt natürlich Leute, die fänden das wahrscheinlich ein bisschen peinlich und würden den Momenten nichts sagen. Manche sind ein bisschen schüchterner. Ich war eben der, der, komm, Jesus ist ein Kreuz gestorben für mich. Der hat sich nie geschämt. Wer bin ich jetzt, mich zu schämen? Und dann gab es zum Beispiel an der Uni solche riesige Partys. und ähm, Der Herr hat mich immer gesegnet durch diesen Pferd, das kann ich euch mal vorlesen, das ist der Vers in Johannes 17, wo er mit Gott spricht und sagt, ich bitte dich nicht, sie, meine Kinder, aus der Welt zu nehmen, aber schütze sie vor der Macht des Bösen. Und er betet so, ich sage nicht, dass du sie komplett aus dieser Welt nehmen sollst, sondern schütze sie vom Bösen. Das war wirklich ein Motto für mich. Meine Mama hat auch gesagt, ich habe auch gesagt, was denkst du, ist es schlimm, wenn ich dort auf dieser Uni-Party nach dem Unterricht, es gab es manchmal draußen, und ich so, Mama hat auch gesagt, komm, sei Licht, weil Salz. Und bei uns ist es so, in Brasilien zumindest, dass die Gläubigen so gut wie gar nichts trinken. Und ich habe dann gesagt, weißt du was, ich bin auf der Part mit meiner Cola-Dose in der Hand und zeige dabei, dass ich nie trinken muss, um Spaß zu haben. Und das ist ein ganz minimales Zeugnis von meinem Glauben da. Und manche haben tatsächlich staunt, wie krass der Ivan trinkt seine Cola ganz entspannt und genießt das genau wie Diana. Also gerade die Musik und so. Also ich habe dann sehr gerne dieses Zeugnis gegeben in kleinen Aktionen. Und wo man wirklich zeigen kann, wo deine Werte sind. Und der Punkt war für mich auch entscheidend im Unterricht, gerade bei Vorlesungen, habe ich festgestellt, wenn ich mich nicht vorbereite vorher, wenn ich nicht irgendwas lese, wo ich Substanz habe, mit diesen Dozenten zu argumentieren, auch mit Klassenkameraden, verliere ich jeden Kampf. Und das kann ich den jungen Leuten heute mitgeben. Bereitet euch vor. Lies mal was über Schöpfung, über die Schöpfen, über den Schöpfer der Erde. Sammelt Wissen, dass ihr nicht nur, ach, ich glaube so, weil meine Eltern haben es mir so beigebracht. Mein Pastor hat auch gesagt, und du weißt nicht genau warum. Bereitet euch vor. Lest ein Buch, ein Podcast, wo du Informationen, es gibt gerade Ich hatte so viele Möglichkeiten. Und ich habe meinen Papa, der ist auch Dozent an der Uni für Geografie, Geophysik und so weiter. Und der ist auch ein Krasser, der kennt sich aus. Und der sagt selber, äh, Ich sehe einen Schöpfer dahinter. Es kann nicht sein, dass jemand Biologie studiert und nicht sieht, wie krass das ist. Und ich habe dann durch meinen Papa und auch andere Kanäle quasi ganz viel an Wissen, an Informationen geholt, damit ich natürlich mit Respekt, mit Dozenten oder auch mit Klassenkommandanten damals argumentieren konnte. Und wenn wir Christen wüssten, wie stark diese christlichen Argumente sind, der Kreationismus, wo man glaubt, Gott hat das alles geschafft. Und es gibt so tolle Argumente, so tiefe Aussagen, die man nehmen kann, um zu beweisen, um zu zeigen, hier Gott ist echt, der ist da, er zeigt sich durch die Schöpfung, er zeigt sich in ganz vielen Bereichen, wie Physik, wie Chemie, Natur, alles. Und ich hätte tatsächlich einiges nicht geschafft, wenn ich mich vorher nicht gut vorbereitet hätte. Deswegen kann ich die jungen Leute hier, würde ich gerne mal ermutigen, bereitet euch vor, lest Sachen. Wenn ihr an der Uni seid, ihr müsst jetzt nie diskutieren im Sinne vom Streit mit den Dozenten. Aber einfach eine Meinung geben und wie du das siehst und wie du das erlebst. Und da gibst du schon ein bisschen was mit. Und irgendwann passierte es, dass manche mich gesucht haben. Wie ist das bei dir so? Erzähl nochmal, ich fand das super interessant. Und dann ist quasi diese Balance gewesen bei mir an der Uni, dass ich mich nie verliere, habe ich festgestellt, Ich muss auch mal nach Wissen suchen. Und Intellekt in Kirchen wurde Jahrzehnten irgendwie vernachlässigt, dass man nur hört das, was man hört. Das ist die absolute Wahrheit. Wir wissen ja, Gottes Wort ist ja die Wahrheit. Aber ich kann auch wachsen mit meinem Wissen, dass ich auch mal was argumentieren kann mit den Menschen, nicht nur sagen, ich glaube so, weil es so ist. Dass man eben die Gesellschaft auch positiv beeinflussen kann durch das Wissen. Deswegen habe ich keine Angst, ein bisschen zu lernen und ein bisschen Wissen zu sammeln. Da hast du mehr Substanz eben, ein bisschen dagegen zu kämpfen, wenn das der Fall ist.
Benny
00:57:22
Ich glaube, es ist voll wichtig, dass man authentisch ist, dass man seinen Glauben kennt, weiß, woran man glaubt. Und ich finde, was oft Leute, glaube ich, verwechseln, was ja du jetzt gerade meinst, ist ja, wir diskutieren im Sinne von, dass du den Leuten Gründe für deinen Glauben gibst und auch ihnen quasi die Argumente gibst, woran du glaubst und dass man quasi sich damit beschäftigt. Aber man will ja nicht Leute kaputt argumentieren im Sinne von, dass man den Menschen verliert. Genau. Und ich glaube, das ist...
Ivan
00:57:58
Man braucht da den Balance.
Benny
00:57:59
Genau, man muss als Kind Gottes, braucht man die Weiße. Ja, es ist wichtig, für den Glauben einzustehen. Es ist wichtig, mit den Leuten zu reden, die Argumente zu bringen. Aber im Endeffekt gilt es das Ziel, diese Diskussion des Herzens des Menschen für Jesus zu gewinnen. Aber wenn ich den Menschen jetzt kaputt diskutiere, dann hat man den Menschen verloren und Argumentation gewonnen. Und ich finde, das ist nicht so der Sinn der Sache.
Ivan
00:58:22
Genau, man braucht da die Balance, unbedingt.
Benny
00:58:24
Genau, und ich habe mal ein... Ein Prediger, der gesagt hat, ich bin nicht hier, um Diskussionen zu gewinnen. Und das fand ich ein guter Gedanke. Was ich richtig liebe, ist, was ich dir anschaue, ist Apologetics Canada. Also Apologetik. Ich glaube, das ist die richtige Besetzung dafür. Und das ist so Wes Huff nennt sich das, so einer, der auch bei Joe Rogan war und der sich voll damit beschäftigt, die Bibel aus wissenschaftlicher Sicht zu belegen und halt sich damit mit Sprache, mit Text, Literatur und Geschichte beschäftigt und kann quasi absolut richtig schlüssig argumentieren, warum die Bibel stimmt und warum die Bibel kein Widerspruch ist, was die Bibel eigentlich ist, eine Sammlung aus 66 Büchern und so, wie viele Autoren und so, das finde ich voll spannend und was ich auch gesehen habe, es gibt so einen Kurs, es gibt so einen, na, wie heißt das, so einen Kurs online, den man machen kann, wo man heißt, wie man das Christentum gut erklärt. Und das finde ich halt voll cool, weil es kostenlose Online-Kurses, die man sich anschauen kann, wo ein bisschen dargestellt wird, wie man Glaube gut darstellen kann, wie man den Glauben
Ivan
00:59:51
Präsentieren kann.
Benny
00:59:52
Präsentieren kann, genau.
Ivan
00:59:54
Das ist richtig, was du sagst. Man braucht wirklich die Balance. Es gibt Menschen, die brauchen eher das Herzliche, das Sanfte. Die brauchen gerade Hoffnung, die brauchen gerade Auftanken. Und es gibt die Menschen, die eben argumentieren wollen, die sind ein bisschen so eingestellt, die wollen die Diskussion gewinnen. Es geht nie ums Gewinnen tatsächlich, es geht darum, dass wir auch mal Substanz haben. ein ganz bisschen mit, gerade in so einer Diskussion ein bisschen mitzumachen. Man gibt das, was man kennt, halt mit. Natürlich kann derjenige, der muss dann sich entscheiden, glaube ich, das eben oder eben nicht. Aber das ist tatsächlich der Punkt. Man soll, Substanz holen, dass man nie dasteht und man kann nicht ganz ein bisschen erzählen, wie ich glaube. Und gleich in dem Moment lesen, Was braucht dieser Mensch gerade? Eher diese Hoffnung, eher diese Ermutigung. Oder ist das jemand, der, also ich hatte Situationen an der Uni, wo wirklich, man hat das Gefühl, der kommt richtig dagegen. Und will dich pressen gegen die Wand. Aber ich denke so und so und so. Und ich glaube so und so. Und deswegen ist es wichtig, dass wir da Gleichgewicht finden. Dass wir Menschen eben den Grund unseres Glaubens erzählen können.
Benny
01:01:16
Ich meine, Paulus hat ja geschrieben, das steht in der Bibel, also auch als Aufforderung, dass man allzeit jedermann den Grund für sein Glauben sagen kann.
Ivan
01:01:24
Genau.
Benny
01:01:25
Das ist jetzt in eigenen Worten zusammengefasst, glaube ich. Aber Julia, vielleicht kannst du dich schnell einmal raussuchen und uns kurz zeigen. Und da ist es so... Man muss, wie du sagst, Substanz dahinter haben. Das heißt, die Leute müssen wissen, das, was du glaubst, da steckt was dahinter. Und du kannst mit Leuten reden. Aber ich habe zum Beispiel auch in der Familie ein paar Leute, die nicht glauben. Und mit denen ist es ganz lustig, weil alles über den Kopf geht. Also Wissen und Wissen, Wissen, Wissen und wen ich glaube. Für die ist es so, die haben schon so viele Argumente gehört. Und es geht einfach nicht rein.
Ivan
01:02:10
Genau, kenne ich auch.
Benny
01:02:11
Und dann weißt du dann, bei solchen Sachen ist es so, okay, du tust deinen Teil, du erzählst ihm, du lebst dein Glauben, hier und da sagst du wieder was. Und wenn dann eine Diskussion aufkommt oder über Werte oder so, dann muss man natürlich einstehen dafür. Aber ansonsten glaube ich auch, dass man einfach diese Leute, die dann einfach nichts hören wollen, auch Gott abgibt und wie sagt man, es gibt ja immer einen eintropfen, eine Person eintropfen, andere Personen. Genau. Und dann irgendwann mal wird es so sein, dass eine Person bringt dann das Fass zum Überlaufen.
Ivan
01:02:49
Ja, genau.
Benny
01:02:50
Richtig.
Ivan
01:02:50
Das ist der Moment der Liebe, sage ich immer. Ja. Das ist tatsächlich Menschen, die, wie mein Papa auch, mit Kollegen, die auch Physik oder so studiert haben, irgendwann haben sie alle Argumente gehört, haben alle Ideen gehört und das ist der Moment, wo wir sagen, hier, her, gebe ich ab und du arbeitest in diesem Herz mit deiner Liebe, dass dieser Mensch das spürt, weil da ist der Weg. Manchmal ist es wirklich so. Die Liebe ist der Weg in dem Moment.
Benny
01:03:20
Und was bedeutet das oder hat das für dich bedeutet, so dann authentisch den Glauben zu leben? War das dann, ja, wie würdest du authentisches Leben dann so als Christ bezeichnen?
Ivan
01:03:33
Das habe ich mir vorgenommen damals schon an der Uni. Ich habe gesagt, nee, der Herr, der Herr Jesus ist gekommen. Gott wurde Mensch. Er gibt sich hier komplett ab und stirbt für uns, damit wir leben dürfen. Und wer bin ich jetzt, mich zu schämen, nur weil vielleicht zwei, drei danach irgendeinen Spruch, irgendeinen Quatsch sagen. Das war für mich eben, komm, ich lebe draußen. Und das war für mich so, ich lebe draußen genauso, wie ich in der Gemeinde war. Es war wirklich mein Ziel. Genau wie ich in der Gemeinde rede mit meinen Kumpels, mit der Band, mit den Leuten. Ich möchte auch so authentisch sein da draußen. Und ich habe angefangen, meinen Glauben einfach zu erinnern. Tatsächlich so zu erleben, so zu zeigen draußen. Warum sage ich nicht das Wort segnen in der Öffentlichkeit, weil alle checken dann gleich, das ist einer, der gläubt. Und ich habe tatsächlich gesagt, hier, ich, ich, sagen wir mal so, irgendeiner kommt und sagt, ich habe heute eine Prüfung. Komm, du schaffst das. Ich segne dich, dass du es schaffst. Das war immer so eine, und das war für mich eine ganz tolle Möglichkeit, authentisches Leben. Warum sage ich in der Gemeinde nach dem Gottesdienst, Gott segne dir, lieber Geschwister, lieber Bruder, schöne Woche, gesegnete Woche. Warum sage ich das nicht? Wie ein Kumpel von mir immer meinte, warum lass mal beten, dass bei Cola-Dosen mal Jesus loves you kommt oder so. Warum nie? Man kann den Glauben authentisch leben. Natürlich muss man aufpassen mit manchen Begriffen und so. Das verstehen die Leute vielleicht nicht, wenn man so sehr tief theologisch spricht. Aber man kann das, was wir erleben da drinnen in der Gemeinde, rausnehmen und den Menschen weitergeben. Ah, gut zu wissen, deine Eltern lassen sich denken, okay, ist es okay, wenn wir heute bei unserem Gebetstreffen in der Gemeinde für dich bitten als Familie. Das war für manche so, ja, gerne. Das war zumindest meine Strategie. Ich bin hier an der Uni, genauso wie ich in der Gemeinde bin. Ich muss nie doppelt zwei unterschiedliche Persönlichkeiten haben. Absolut. Das war meine Strategie. Ich sage dasselbe überall.
Benny
01:05:51
Ich glaube, das ist so wichtig, dass man... Und von Sonntag bis Sonntag ist man einfach der Gleiche. Und das, was man erlebt in der Gemeinde, ist nicht nur für die Gemeinde bestimmt, sondern es ist für die Welt da draußen. Und man nimmt es, was Gott einem Herzen getan hat und geht raus. Ich glaube, oft wird das verwechselt und man geht in die Gemeinde, isoliert sich und hat nichts mehr mit der Welt da draußen zu tun. Aber wir sind ja dazu berufen, Salz und Licht der Welt zu sein, um einen Unterschied zu machen. Ich glaube, man muss natürlich differenzieren, das heißt nicht, man muss jetzt bei jeder Sache mitmachen, bei jeder Party dabei sein, wenn man evangelisieren will. Man muss doch weise sein. Wenn jemand ein Problem mit Alkohol hat und da wird viel getrunken, vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass Heilung erfährt. Das ist der Moment zu vermeiden,
Ivan
01:06:40
Genau.
Benny
01:06:41
Ich glaube, da muss man einfach weise sein.
Ivan
01:06:43
Immer prüfen, immer prüfen vorher.
Benny
01:06:45
Aber im Prinzip ist es wichtig einfach, dass man das Evangelium, glaube ich, verkündet, authentisch ist und Und genau, Julia hat den Vers mit uns da gezeigt, vielleicht kannst du ihn vorlesen, weil der Monitor ist ein bisschen schief, ich kann es nicht lesen.
Ivan
01:07:02
Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn euch andere nach der Hoffnung fragen, die euch erfüllt. Genau, 1. Petrus 3, Vers 15.
Benny
01:07:13
Genau, danke dir, Julia. Und das ist ja genau das, immer bereit sein, einfach das zu erzählen. und ich glaube, das ist ja unsere Aufgabe einfach ist als Kindergottes. Genau. So, ich trinke uns einen Schluck.
Ivan
01:07:26
Ja, richtig.
Benny
01:07:33
Ja, lass uns mal über dein Herzensthema Lobpreis reden. Du machst ja schon lange Musik. Ich habe anfangs ja schon gesagt, wenn man dich recherchiert, dann findet man eine Sophia und man findet Musik. Das sind die zwei Sachen, die zu dir gehören. Was würdest du sagen, wie ist deine Liebe zum Lobpreis entstanden oder wer ist deine Inspiration?
Ivan
01:07:59
Wer? Also wer ist schwer zu sagen. Viele haben mich schon beeinflusst im Laufe des Lebens. Aber mein Herzverlobpreis ist so geworden durch die Erfahrung schon in der Gemeinde in Brasilien. Die Brasilianer machen das schon sehr. Leidenschaftlich. Gerade so Musik in ganz Amerika, selbst in Nordamerika. Wenn man unterwegs ist in Mexiko, egal wo in Lateinamerika, ist das ja lebendig. Und ich habe dadurch diese Power des Lobpreises erlebt. Und es gibt nichts Schöneres. Wenn ich da vorne stehe und ich sehe eine Gemeinde vor dem Herrn anbeten, das ist wirklich ein Blick des Himmels, sage ich immer. Und von daher kommt viel Leidenschaft. Und ich bin nach Deutschland gekommen, schon mit dem Ziel. Dass wir hier natürlich ein bisschen dazu was beitragen können, dass Menschen hier tatsächlich noch mehr Lobpreis erleben. Und diese Erfahrung, ich weiß, oft wird es vermischt, Lobpreis mit Musik. Man kann auch Lobpreis machen durch andere Sachen, indem man gehorcht, indem man Eltern gehorcht. Oder man kann Lobpreis, man kann Gott loben durch ganz viele unterschiedliche Wege. Aber gerade durch die Musik ist es sehr üblich. dass man gerne dem Herrn was ausdrücken möchte und kann durch die Musik. Und mein Herz brennt schon seit immer, weil ich sehe, dass Gott in uns so viel heilt, so viel Macht in uns, wenn man bereit ist, Gott anzubeten. Viele haben gefragt, damals auch in der Uni oder mal unterwegs, was ist das für ein Gott, was du hast? Der ist schon ganz schön egoistisch. Der möchte unbedingt angepriesen, angebetet werden. Ist dieser Gott von dir nicht ein bisschen hochnäsig? Habe ich gesagt, nee, pass auf, ich erzähle euch was. Gott, der bleibt Gott, wenn ich anbete oder nicht, weißt du, wenn ich ihn preise oder nicht, wenn ich ihn anbete oder nicht, er bleibt Gott. Er braucht das nicht unbedingt, dass ich ihn anbete. Aber derjenige, der das braucht, das bin ich. Ich bin derjenige, der geheilt wird, wenn ich Gott preise und anbete. Ich bin derjenige, der neue Perspektive bekommt. Ich bin derjenige, der eine neue Identität findet. Deswegen sagen viele, I was born to worship you. Ich bin geboren, um dich zu preisen, dich anzubeten. Weil in dem Moment, wenn man Gott preist und anbetet, entdeckt man, warum man geboren ist. Das ist so stark. Und ich habe dann gesagt, nee, Gott braucht nicht, dass ich ihn anbete. Er bleibt Gott, wenn ich ihn anbete oder nicht. Aber ich bin derjenige, der das braucht, wenn ich Gott preise und anbete. Ich bin nicht geheilt, habe ich eine neue Identität, finde ich mich wieder, falls ich mich verloren habe, finde ich mich wieder. Und mein Herz brennt da so stark, dass ich, es gibt immer Momente, wo Gott sagt, mach mal Pause, reduziere ein bisschen hier, spielst nie von Montag bis Montag irgendwo. Und ich gehorche, ja, und mache manchmal Pause, zwei Monate oder so. Aber ich merke, wie wichtig das ist. Die Zeit ist gut, man tankt wieder auf. Aber ich merke, ich muss wieder Lobpreis machen. Das ist mein Benzin, das ist mein Sprit. Ich brauche wieder Lobpreis. Weil das ist der Moment, wo der Herr zeigt, was in uns verbessert werden kann, was in uns geändert werden kann oder muss. Und von daher kommt diese Prägung. Und daher auch das Ziel, dass wir das hier in Deutschland gerne weitergeben. Durch ein Lied, das wir mal online releasen oder selbst live auf dem Gottesdienst, wo wir im Gottesdienst spielen und singen. Egal wie. Oder ein Video auf YouTube oder so. Egal. Lass, dass die Leute mal Zugang haben zu noch einer Quelle sozusagen. Es gibt natürlich andere tolle Sänger, andere tolle Gemeinden, die tolle Musik machen. Aber dass Gott das auch gebrauchen kann, als Möglichkeit, dass die Menschen ihn finden. Ja, genau.
Benny
01:12:24
Und ... Du hast beschrieben, dass Lobpreis für uns, also Lobpreis, man betet Gott an, aber wir sind diejenigen, die Lobpreis brauchen. Und wie hast du diese Erkenntnis erhalten?
Ivan
01:12:42
Durch die Erfahrung, meistens alleine, das ist interessant, nie unbedingt in diesem großen Raum mit so vielen Leuten drinnen, Meistens alleine in diesem intimen Moment mit dem Herrn, in diesem secret place, wie man sagt. Dadurch, dass man die Zeit nimmt und Zeit verbringt mit dem Herrn, checkt man irgendwann, wie gut ist das denn, wenn ich diese Zeit nehme und mit dir rede und ich preise für das, was du bist. Ohne irgendeine Erwartung, wenn ich heute hier Gott so stark suche, kriege ich morgen das, das und das. Also ohne dieses, ich gebe hier, damit er mir hier gibt. Einfach so für wer, für das, was du bist. Du bist einfach gut. Und diese Erkenntnis kam durch diese Momente mit dem Herrn in dem secret place, in diesem geheimen Platz, wo Gott ganz klar gezeigt hat, hier siehst du, wie es dir gleich gut geht, wenn du mich suchst, die du auftankst. Und dann kam bei mir dieser Punkt, krass, du bleibst Gott, egal ob wir hier singen oder nicht. Das tut uns einfach gut. Diese Berührung, wie bei dieser Frau in der Bibel, die so kämpft, um nur ein ganz bisschen Stoff von dem, was Jesus anhatte, sie berührt Jesus nur so ein ganz bisschen. Weil sie weiß, wenn ich nur ein ganz bisschen berühre, werde ich geheilt. Und ich habe immer dieses Bild im Kopf bei Worship. Wenn ich dich nur kurz berühre. Passiert so viel, passiert schon so viel. Und diesen Schritt nach vorne zu gehen, Vater, ich suche dich heute mit allem, was ich bin, mit allen meinen Macken. Ich bin nie perfekt, aber wenn ich dich nur berühre, und da war es mir klar, ich bin derjenige, dass die Kirche, die Gemeinde braucht das. Und oft war ich in Gemeinden, wo man vorne steht und du siehst ein paar Leute ein bisschen unmotivierend, ein bisschen aus dem Motto Gott kenne ich schon, würde nie mehr als das, was ich kenne. Und dann ist dieses Bild, das hilft. Ob du aufstehst, ob du mitmachst oder nicht, bleibt der Gott. Aber wenn wir den Schritt machen, es passiert was mit uns. Und diese Leidenschaft, dieses Bild, trage ich immer mit. Egal, wo ich hingehe, habe ich immer wieder die Hoffnung. Wenn ich dich nur kurz berühre, passiert was.
Benny
01:15:28
Und wie bist du in den Lobpreis gekommen? Also ist es so, dass du als Jugendlicher einfach so gemerkt hast, ich mag einfach Musik und deswegen mache ich Musik, weil ich Lobpreis mag? Oder hast du auch in eine andere Richtung gehen können?
Ivan
01:15:50
Ich glaube, bei mir war das tatsächlich so, dass Musik und Lobpreis sich gut fungiert haben. Und ich habe dann irgendwann gemerkt, ich drücke mich so gut aus durch meine Stimme, durch die Art und Weise, wie ich spiele. Menschen werden auch berührt, dass ich dann verstanden habe damals, okay, das ist ein Kanal, hier kann ich eben gebraucht werden. Gott hat mir aber auch gezeigt andere Wege, wie zum Beispiel, wo wir in Rio mit... Jugend mit einer Mission. Wir waren unterwegs mit 400, 500 Leuten. Mit Pedro Duboreo, der Pedro hat auch bei CBG gepredigt. Wir waren mit Pedro unterwegs. Im Karneval in der Nähe von Sambutrom. Gott hat uns auch anders gebraucht manchmal. Gerade die Leute von der Band waren dabei, Flyer verteilt, haben Essen verteilt, haben Pantomime gemacht auf der Straße, wo die Leute da manchmal eine Woche unterwegs sind. Und Gott zeigt auch, dass er uns gebrauchen kann in anderen Bereichen, wo wir vielleicht nie Experte sind. Und bei mir war natürlich die Sprache, Musik mit Lobpreis hat super geklappt. Es war bei mir klar, dass Gott mich da sehr stark gebrauchen kann und möchte. Ich habe mich aber auch freigestellt, Herr, du kannst mich auch gebrauchen, wenn ich mal über diese gute Nachrichten, auf der Straße mit jemandem spreche, gerade wenn ich ins Gespräch komme mit jemandem auf der Straße oder mal eben durch eine Pantomime auf der Straße. Gott kann uns immer wieder gebrauchen. Da gibt es auch ganz oft Menschen, die sagen, ich habe keine Talente. Ich beherrsche nichts, was Gott gebrauchen kann. Stimmt nicht. Wir müssen nur versuchen, wir müssen nur uns mal hinschmeißen in so eine Situation. Wie gerade, wir waren in Dresden unterwegs am 31. Oktober, das war Halloween. Und wir waren mit den Leuten, mit den Pastoren von unserer Gemeinde dort in Dresden, das ist dieser Awakening-Movement. Wir waren unterwegs bei Halloween und ich hatte, selbst mit meiner Erfahrung im Sambodrom, in Rio und so, hatte ich ein bisschen so, oh man, wie wird das sein, die Leute hier in Hexen oder was auch jemand verkleidet. Und wir haben einfach versucht, wir haben einfach hingestellt, Flyer sind ins Gespräch gekommen mit Menschen und ich habe gecheckt, wow krass, die Leute sind super offen. Auch dort, man sagt oft, in Osten ist alles schwieriger, aber es war angenehm, wir konnten mit Leuten sprechen, ohne, eben wie du meintest vorhin, ohne dieses, ich muss das hier gewinnen, ich muss dieses Gespräch hier gut argumentieren. Ohne das, einfach hören, was die Leute zu erzählen haben, was ist deren Erlebnisse mit Glauben oder so, Erfahrung mit Glauben. Und das war herrlich. Ich habe mich gefreut, dass Gott mich da in dem Moment gebraucht hat, ohne dass ich eine Gitarre in der Hand hatte, ohne durch andere Wege quatschen mit Leuten auf der Straße, einmal Spanisch, einmal Englisch, einmal nochmal Deutsch. Und Gott kann uns gebrauchen. dann einfach starten, einfach den Schritt machen. Wer gebraucht uns schon? Selbst wenn wir denken, wir sind da nie so talentiert. Er kann uns, er wird uns gebrauchen. Wir haben ja die schönste Botschaft der Welt, einfach weitergeben.
Benny
01:19:23
Ja, und ja, Hast du dann so als Kind von deinen Eltern so eine Gitarre bekommen oder eine Tambourine oder irgendwas und hast du sozusagen so eine Liebe dafür entwickelt? Oder war das so?
Ivan
01:19:40
Doch, doch. Also bei den Baptisten ist natürlich Musik auch super stark. So eine Gemeinde, wo wir Chöre, Orchester haben, Gruppen, Bands, spielt natürlich Musik immer eine krasse Rolle. Meine Eltern wollten schon immer, dass ich dann starte mit Geige, weil bei uns in der Gemeinde ist ein großes Orchester und so weiter und so fort. Und dann Musikschule, das war schon damals die Unterstützung von meinen Eltern sozusagen. Und das hat natürlich was gemacht. Man pflanzt schon, weil man sät ein bisschen was. Und später war tatsächlich die Geige, die ich genommen habe. Ich kann es immer noch spielen. Aber das ist jetzt nicht mein Hauptinstrument. und ich bin irgendwann gekommen zur Gitarre, zum Klavier. Ich habe in der Gemeinde manchmal am Nachmittag alleine probiert. Das waren schöne Zeiten ohne Smartphone. Schöne Zeiten waren das, wo man mehr Zeit genommen hat für bestimmte Sachen. Und die Disziplin ist auch sehr wichtig. Dass man dabei bleibt. Man muss nie von heute auf morgen Profi werden, Profi sein. Aber gerade diese, was man braucht, um mal so eine Gebetsrunde, dass man so ein Liedchen spielt. Und das war die Unterstützung meiner Eltern damals. Die haben gesagt, komm, mach mit. Und ich habe dann selber gecheckt, es war interessant, mit so einem Mini-Keyboard, was ich auf dem Tisch hatte. Ich habe dann leicht hingekriegt, gerade läuft ein Lied, was ich nicht kenne. Ich habe die Melodie von diesem Lied quasi gefunden, wo sie ist und konnte ein bisschen mitmachen soll, nachmachen, diese Melodie nach oben, nach unten. Ich habe schon gecheckt, war wo ich zehn oder neun war. Krass, ich kann das gut hier folgen. Und ich habe das dann eben von meinen Eltern, vor allem, die haben das gecheckt, haben mal ein bisschen gefördert. Aber in der Familie war tatsächlich immer Musik. Papa singt bis heute in der Gemeinde Solos oder so. Etwas traditioneller als ich bin ein bisschen mehr Pop unterwegs. Mehr Pop unterwegs, aber das war tatsächlich ein starker, Einfluss in der Familie.
Benny
01:21:47
Und dann hast du sozusagen von jung auf angefangen in der Gemeinde zu helfen und das hat sich dann einfach so weiterentwickelt und dann hast du so eine Liebe zur Musik, sag ich mal, bekommen und ich finde, du hast ja auch echt voll ein tiefes Verständnis von dem, was Lobpreis, Musiklobpreis kann man ja sagen, weil du, wie du ja richtig sagtest, Lobpreis kann ja verschiedene Sachen sein, auch gehorsames Lobpreis und ja, Ja, würdest du sagen dann, dass du über die Jahre versucht hast, dich zu professionalisieren, um einfach gewisse Dinge besser zu machen? Du veröffentlichst ja auch Musik regelmäßig. Hast du dann noch irgendwann so eine Lobreichschule besucht? Und weißt du, wie waren so deine, vielleicht kannst du kurz so ein bisschen erzählen, wie so deine Erfahrungen dann geworden sind, so diese Sache zu professionalisieren und dann auch zu dem Punkt zu kommen, dass du jetzt sozusagen regelmäßig Musik rausbringst.
Ivan
01:22:47
Das ist ein ganz toller Punkt, was du gerade bringst, weil das ist gerade die... Der größte Kampf gerade in vielen Gemeinden überall in der Welt, weil man kämpft gerade eben so, soll man diese Musiker, die wir haben, etwas professioneller schaffen?
Benny
01:23:05
Ja.
Ivan
01:23:06
Oder soll man nicht so professionell sein und relativ, sagen wir so, eine Amateurrunde behalten, dass es so authentisch ist beim Herrn, dass man jetzt nicht hoch.
Benny
01:23:17
Professionell… Authentisch schief singt.
Ivan
01:23:20
Ja, also, dass man eben so ein bisschen bescheiden bleibt, sag ich mal so, bescheiden bleibt mit dem Goldpreis und so. Päzientisch schaut der Herr immer aufs Herz, ins Herz hinein. Und das ist tatsächlich, man braucht hier so eine Balance, dass man sagt, okay, ich möchte immer wachsen, ich möchte diese Talente verbessern, um Menschen eben mit Qualität, sag ich mal so, zu erreichen. Dass diese Botschaft klar ankommt bei den Menschen und dass es berührt und so weiter. Man soll, das ist ja auch biblisch, das immer verbessern. Ich kann nicht irgendwas bekommen, wie in der Bibel steht, das mit den Talenten. Und dann vergraben. Vergraben und dann hierher, ich habe nur das hier, ich habe es zumindest nicht verloren. Es ist immer noch da, aber ich habe es nicht multipliziert. Und das ist dann der Punkt für mich, okay, man soll ständig, ständig immer wieder probieren, immer wieder probieren, sich verbessern. Auf der anderen Seite das Risiko ist, dass viele sich eben verlieren im Sinne von, sie sind super professionell, sie wissen, was sie tun im Gottesdienst auf der Mühne, Auf der anderen Seite verlieren sie ein bisschen dieses Geistliche, dieses Authentische, dieses ganz Entspannende zu sein vor Gott, weil es kommt immer der Druck, wir müssen das ja gut liefern. Deswegen meine Empfehlung immer bei Gemeinden, wenn wir irgendwie einen Workshop geben oder einen Lobpreisquatsch, einen Vortrag. Gebe ich das immer so mit, findet die Balance zwischen sehr professionell zu sein und richtig schlecht und schief. Das wollen wir auch nicht, dass man da so ein Mittelmaß hat, dass man eben wächst, aber dass man vielleicht nicht unbedingt, ich muss so professionell sein wie die Gemeinde X in Amerika oder in Australien oder wo auch immer, dass man eben in der Balance so ein Gleichgewicht findet da. Und das ist für mich immer so der Punkt. Ich kann gerne und ich habe immer in meiner Woche ein bisschen Zeit zum Üben und hier ein neues Lied. Aber ich passe immer auf, dass das nicht zu sehr die Priorität wird und alleine das Lobpreis machen kleiner wird.
Benny
01:25:44
Und spielst du zum Beispiel mit Klick? Ja. Also Metronom halt.
Ivan
01:25:50
Ja, ja.
Benny
01:25:50
Und tust du auch mit Multitracks arbeiten, sodass du ein Pad reintust.
Ivan
01:25:56
Genau.
Benny
01:25:57
So ein Airbnb. Machst du solche Sachen auch dann? Genau. Oder wenn du Sets gestaltest?
Ivan
01:26:01
Genau, wir machen sowas. Aber ich muss zugeben, manchmal, wenn ich in einer Gemeinde spiele, alleine, ohne zu viel Schickimicki, auf Deutsch gesagt, ja. Ich genieße das auch sehr, weil es eben sehr simpel ist und da spüre ich auch, manchmal kommt ein Gänsehautmoment in diese Simplicity, in diese ganz einfache Runde. Nur die Gitarre, manchmal tue ich hier ein Pad, so durchs Handy, ohne irgendeine Box, mache da ein Pad im Hintergrund, vielleicht hört ihr ein bisschen. Und wir singen hier schon ganz entspannt What a beautiful name it is What a beautiful name it is und das reicht, selbst ohne selbst ohne, nur mit der Gitarre hier ist auch wunderschön es gibt natürlich auch Gottesdienste wo mehr Technik ist und die Leute kennen das eben so mit den Tracks und mit dem Hintergrund, ist auch schön man muss das auch bedienen können man muss auch Zeit nehmen zum Kennenlernen so ein bisschen reinzukommen. Was ich merke, gerade ein großes Thema, gut, dass du darüber redest, ein großes Thema in vielen Gemeinden, was viele Gemeinden erzählen, ist, dadurch, dass sie sowas benutzen, die Technik, fühlen sie sich etwas begrenzt in diesen Tracks. Man muss da auch wachsen. Und das ist wichtig, dass man hier in unserer Lage versteht, der Abstand zwischen Amateurleuten in Gemeinden, die sind eigentlich gut schon, Aber ich sage Amateur, weil sie nie von Musik leben. Spielen am Sonntag. Wir nutzen schon die Tracks. Aber der Abstand zu richtig professionell sein ist riesig, Leute. Wir sind viele nie.
Benny
01:27:48
Viele Jahre dazwischen auch.
Ivan
01:27:50
Man muss wirklich Zeit investieren.
Benny
01:27:52
Also ich finde, zum einen ich bin Technikleiter in der Gemeinde. Das heißt, ich habe zu Genüge die Kommentare gehört. Braucht man das, ist das notwendig, für was ist das gut. Aber gleichzeitig auch habe ich eine Firma, wo auch wir Technik an Kirchen verkaufen und ja, Wo einfach dann der Wunsch nach Professionalität da ist, aber auch gleichzeitig die Angst vor Einengen ist. Und ich finde aber, dass diese Einengung ist eine Angst, weil man Tracks nicht versteht. Das ist aus meiner Sicht, weil Tracks ist ja dazu da, zum Beispiel jetzt hast du es im Ohr mit Chorus,
Ivan
01:28:38
Vers 1. Genau, diese Cues, sagt man, die Cues, die Ansagen quasi.
Benny
01:28:42
Genau, und das hast du aber ja nur, wenn du mit Tracks arbeitest. Und da ist es ja so, du hast es ja, weil es dir eine Struktur reinbringt und du vorher planst, wie dein Lied laufen soll. Aber du hast ja jederzeit die Möglichkeit, die Tracks zu pausieren oder zu minimalisieren. Du kannst ja zum Beispiel ein Fußpedal nehmen und der Lobhausleiter oder der Musical Director hat das Fußpedal und dann drückt er ein Fußpital drauf und dann gehen die Tracks runter und dann macht er nur ein Headarm.
Ivan
01:29:10
Genau, das kann man einbauen.
Benny
01:29:11
Genau, und dann kannst du ja einfach, dann bist du nicht mehr eingeengt. Du bist nur eingeengt, wenn man, oder man ist nur eingeengt, wenn man nicht versteht, wie man das benutzt. Genau. Und das ist halt die Sache, man sagt, oh, ich will unbedingt professionell werden, kauft sich für 600 Euro ein Abo im Jahr,
Ivan
01:29:26
Ja, ist echt krass.
Benny
01:29:27
Benutzt es, aber man beschäftigt sich nicht damit, wie passt das ins Gesamtbild vom Lobpreis an, wie bringt das uns als Band voran, wie segnet es uns als Band und ich glaube, die Angst ist nur da, weil man nicht versteht, wie es funktioniert, finde ich. Und wenn man aber sich hinsetzt und sich wirklich damit beschäftigt, so baut man es ein, dann funktioniert das auch. Und ich sage auch immer, wenn ich mir Leute, oder denke mir auch immer so, manche Leute kommen hier und sagen, hey, braucht man diese Art von Technik? Und dann sage ich, Brauchen tut man gar nichts. Stimmt. Wir brauchen keine drei Kameras, wir brauchen keine acht Lichter, 34 Glühbirnen auf der Decke. Wir brauchen aber auch keine Pflanzen im Raum. Wir brauchen auch keine Stühle. Wir brauchen theoretisch auch keine drei Gitarristen,
Ivan
01:30:21
Keinen Schlagzeug.
Benny
01:30:22
Ich sage es massiv provokativ, weil die Sache ist so, du schaffst Stühle, damit Leute sich wohlfühlen, damit sie nicht auf dem Boden sitzen müssen, damit sie sich ausprobieren können, damit sie aufmerksam sind. Du schaffst Deko, damit es schön ist. Du machst mehrere Gitarren, du machst ein Keyboard, ein Bass, eine E-Gitarre, weil es zusammen ein wunderschönes Bild ergibt, um mit man Gott preisen kann. Richtig. Genauso hat man auch Technik, die genau das gleiche macht, die einen anderen Zweck hat. Und ich glaube, dass der eine Dienst und der andere Dienst, wir arbeiten zusammen und wir lernen, zu uns zu ergänzen. Und deswegen sage ich es etwas provokativ, weil das ja eine Sache ist, die einfach allgemein bei Gemeinden ist, dass man nicht versteht, wie diese Sachen funktionieren und für was man was braucht. Also ich meine, grundlegend reicht es, wenn du eine Gitarre und ein Keyboard hast. Und das würde reichen, auch wenn du eine Pflanze vorne hast. Aber wir wollen ja mehr haben. Wir wollen das Beste machen. Wir wollen exzellent sein.
Ivan
01:31:26
Genau. Ich finde, sehr guter Punkt. Du hast gefragt vorhin, ob ich irgendein Seminar oder irgendeine Lobpreisschule gemacht habe. Bei mir war das so, ich habe oft überall in der Welt, in Amerika habe ich sowas gemacht, auch hier in Europa, in Brasilien damals. Ich war oft auf Konferenzen, habe ganz viel Know-how gesammelt. Und schon damals, ich war nie wirklich so fünf Jahre in so einem College, habe ich nicht gemacht. Ich dachte immer, ich würde diese Zeit lieber schon gleich investieren in Gottes Reich. In der Praxis gleich. In der Praxis, aber wenn einer das gemacht hat, finde ich auch ganz toll. Das sind auch coole Erfahrungen da drin. Und was ich dann überall höre auf solchen Konferenzen, entweder Lobpreiskonferenzen, es gibt auch Konferenzen, die in dieser Menge Musik und Technik gehen, damit man lernt, wie man das beherrscht. Und ich sehe zwei grosse Gruppen mittlerweile. Tatsächlich die Gruppe, die sagt, hör auf, wir brauchen nicht so viel Technik, wir tun es zu schwierig. Das ist so schwer, dass alle Leute das beherrschen, bis alle das können. Komm, wir machen das hier ganz simpel. Gott ist okay damit. Ich kenne auch die andere Gruppe auf der anderen Seite, die sagt, ach komm, die Welt macht auch volle Kanne, wenn sie können. Ich gehe mal zu einer Show hier von oben. Du musst kein großer Sänger sein. Ein mittelmäßiger Sänger. Du siehst schon die Technik auf der Bühne. Und das kommt gut an. Und das ist angenehm.
Benny
01:32:54
Das stimmt, das habe ich auch schon gehört.
Ivan
01:32:57
Warum steckt die Welt so viel Geld rein und so viel Qualität zu haben und wir sind dann in Gemeinden da immer noch mit akustischer Gitarre nur. Ich kenne beides. Ich sage immer, es gibt was Schönes, indem man das ganz simpel macht mit einer Gitarre, ohne zu viel Technik oder so. Und was ich auch empfehle, gerade Gemeinden, wo die Leute, gerade junge Leute spielen, die kennen sich teilweise aus mit der Technik und mit den Tracks und so. Probieren wir das aus, erstmal bei der Probe, bis ihr ganz drinnen seid, bis ihr das wirklich eingesetzt habt. Und dann könnt ihr das tatsächlich am Sonntag im Gottesdienst einplanen und das benutzen. Und das gibt natürlich tolle Vorteile. Und das Wichtigste da drinnen, bei den Tracks, bei den ganzen Klicks, der Metronom, falls jemand das hört und nicht weiß, was Klick ist, das Metronom, was hier drinnen bleibt, damit die Musiker drinnen bleiben, intakt. Ich meine, wichtig ist, dass man checkt, dass der Prozess, bis man richtig frei, völlig frei ist, da drinnen in den Tracks, ist ein langer Prozess. Es geht super schnell, dass man innerhalb drei Wochen das schon benutzt im Gottesdienst, erst mal so. Probieren wir mal, play. Und wir machen das. Aber der Weg, wo dieser Abstand, was ich meine, der Weg auf der anderen Seite, damit man richtig, richtig frei, völlig frei ist da drinnen, da muss man wirklich Zeit investieren Man baut ja bestimmte Takte nach dem Song, dass man eben dieses Spontane hat. Dann kann man da bleiben, ein bisschen Klick und ein bisschen Pad. Und manchmal sagt der Paar so, komm, wir singen nochmal den Chorus, wir singen nochmal den Hefrain. Und dann drückt einer auf Play nochmal und dann kommt das Ding von alleine auf den Chorus wieder und die Band kommt mit und dann volle Körner nochmal Chorus. Und diese Freiheit zu haben da drinnen, das kostet Zeit. Man muss wirklich investieren. Manche machen das super gerne, weil sie gerade die Technik sind, sind sehr begeistert von der Technik. Ich meine immer so, man kann das gerne machen. Du schaffst mehr Qualität. Du kommst vielleicht ein bisschen schneller, besser, schöner ans Herz von manchen. Aber ich sage immer so mit Balance auch, nie komplett vergessen, das ist eine ganz simple Runde, wenn man sich zu Hause bei jemandem trifft. So ein Cajon, eine Gitarre, ist auch super powerful, super schön. Deswegen muss es den Gemeinden bewusst sein, wenn sie starten mit 600 Euro Abo für Tracks und so weiter und so fort, dauert. Lange, bis man wirklich auf diesen Punkt ist. Ich sage das so, weil ich einmal auf einer Konferenz war mit Jesus Coach und ich habe dann den, Das war entweder der Chris, ich weiß nicht mehr mit wem ich, das war vielleicht der, ich glaube das war der Gitarrist, der, der, oh man, Jeffrey?
Benny
01:36:02
Ich weiß nicht, wie heißt es,
Ivan
01:36:04
Ich kenne Chris und Kim. Genau, ich habe auch mit der Kim damals gesprochen, ich habe den gefragt, das war so ein Workshop, klein, da konnte man Fragen stellen, das war super toll. und ich habe gefragt, benutzt ihr Klicks die ganze Zeit, die Track? Ja. Was passiert, wenn ihr, den verpasst? Und dann meinte er zu mir, it doesn't happen. No, passiert nicht. Wie? Aber jede Band, irgendwann verliert ein bisschen, sodass derjenige, der das leitet, quasi der AMD oder so, der tut ein bisschen tappen, damit man wieder drinnen ist, im Tempo. Und er meinte, it doesn't happen. Passiert nicht. Und dann hat er erklärt, wie er das meint. Wir sind auf so einem Level. Und das hat er super bescheiden erzählt. Er ist gar nie hochnäsig oder so. Wir sind die Guten. Er hat erzählt, wir sind so krass da drinnen. Aber so krass da drinnen. Dass wenn du heute diese Tracks und diese Klicks alles wegnehmst von uns, sind wir so gut wie gar nichts auf der Bühne. Sie sind auf der komplett anderen Ebene. Wenn du das wegnehmst von denen, da hat die Kim auch gesagt, sie hat sich entschieden, dass sie den Klick nehmen möchte. Sie kriegt nur tatsächlich den Sound von der Band, ganz pur, weil die Jungs halten da im Hintergrund alles ganz gut, weil sie will nie als Sänger dieses Pi-pi-pi die ganze Zeit. Und was sie dann erzählt haben, das hat mich auch sehr stark geprägt, wenn man auf so ein Niveau kommt, du musst, eigentlich brauchst du das Ding immer. Und du bist so geübt da drin, dass du nie mehr rauskommst von diesem Klick, von diesem Tempo. Und das ist die Problematik bei Kirchen, die eben gerade anfangen damit. Du hast ein paar amateurere Leute und das ist auch super okay so, aber die kommen eben, die bräuchten viel mehr Zeit, dass sie auf so ein Level kommt. Und da muss man gucken, wie benutzen wir das? Benutzen wir das so, dass es ein bisschen besser klingt? Und trotzdem behalten wir unsere Art und Weise, Amateur zu spielen? Oder wollen wir das krass verfolgen, dass wir so ein krasses Niveau erreichen, wie die Band X oder Y? Und da ist die Balance wieder. Was erwartet der Herr von uns? Was wollen wir eben schaffen, gerade wenn Besucher kommen, ist wirklich diese Thematik, die wirklich in der ganzen Welt gerade manche Leute schreien, hört auf mit den Tracks. Das fängt ein bisschen den Lobpreis in so einen Käfig. Die anderen sagen, nee, stimmt nicht. Man kann einfach das positiv einbinden.
Benny
01:38:49
Man muss wissen, wie man es benutzt.
Ivan
01:38:50
Genau. Es ist die Kunst der Sache.
Benny
01:38:55
Es ist halt aber auch so, Entschuldigung, ich bin noch ein bisschen, für mich noch ein bisschen erkältet. Also ich finde, es ist so, wie ich ja schon gesagt hatte, versuchte zu erklären, dass einfach meiner Meinung nach die Leute halt, die diesen Respekt davor am Track zu benutzen, halt diese Angst haben davor, weil sie nicht verstehen, wie man es benutzt. Und es sind so diese Leute, die gerade anfangen, wie du sagst. Und dann gibt es die großen Gemeinden oder die andere Seite der Sparte, wo Leute halt sagen, hey, wir machen das, weil wir es brauchen. Aber ich finde, es ist auch eine Sache, die die Firma, die ich auch habe, mein Bruder und ein Freund, die sich auf Veranstaltungszeichen in der Kirchen spezialisiert, wir sagen immer und fragen, was ist eure Vision? Und wir haben auch T-Shirts zum Beispiel, weil ja auch von einer Konferenz auch Aussteller waren, wo steht, Technik folgt der Vision. Immer. Und Technik folgt immer der Vision. Und das ist halt so, weil wenn die Vision der Gemeinde ist, wir sind jung, wir wollen junge Leute erreichen, Und wir wollen einen richtig guten Lobpreis haben. Und wir wollen, dass die Leute her zu uns kommen. Dann brauchst du zwangsläufig Sachen, die die Jugend heutzutage interessiert. Genau. Und dann kannst du nicht mit einem Tageslichtprojektor reingehen und Hymnen aus 1400 sonst was singen.
Ivan
01:40:24
Richtig. Du musst das anpassen.
Benny
01:40:26
Genau. Und du musst schauen, okay, dann nehmen wir einen Beamer mit ein paar schönen Hintergründen, tun ein paar Lichter rein für die Atmosphäre. Und dann fangen wir an, können wir anfangen, Tracks zu benutzen, weil das anfängt, das Ganze zum A zu professionalisieren, aber auch B auch Atmosphäre schafft. Und wenn das die Vision ist, aber wenn die Vision ist, hey, wir wollen einfach, wir sind eine ministerialistische Gemeinde und uns reicht es, wenn wir einfach nur den Herrn loben und einfach einen schwarzen Hintergrund auf der Leinwand haben und weißen Text drauf haben und es geht. Wir brauchen keine PA, wir brauchen keine Mikros, dann ist das okay, aber für diese Gemeinde ist das die Vision. Das sind keine Tracks.
Ivan
01:41:09
Siele reicht für die.
Benny
01:41:10
Genau. Und ich glaube deswegen es ist halt so, wie du sagst, es gibt diese zwei Lager, aber diese zwei Lager haben halt die Scheunklappen auf und sie sagen halt nur so wie sie es sehen. Aber ich finde, man muss viel mehr aus diesen Lager hinausgehen und schauen, aus welcher Position sagen sie das. Für mich jetzt persönlich, ich sage das ja jetzt gerade alles sehr neutral unabhängig davon ähm Wie gesagt, unabhängig davon, was meine Gemeinde macht, ich gehe in die CBG in München. Wir arbeiten nicht mit Multitracks, wir haben aber eine hammer Lobpreisband, super talentierte Leute, die so eine Leidenschaft haben und so kennst du ja Elke, super Herzlobpreis und so sie ist auch so gut darin, weißt du. Und ich glaube, da haben wir, hatten es ja probiert, wir hatten es ja mal probiert, Multitracks zu machen und dann haben wir es eine Zeit lang gemacht und dann haben wir wieder aufgehört und weißt du was, das ist auch voll okay und ich glaube, dass wenn unsere Band sagt, hey, jetzt wollen wir es wieder machen, dann glaube ich, ist es mit Gott abgesprochen und dann ist es die Zeit dafür. Aber ich glaube, dass sie es dann auch mit einer Professionalität machen werden. Aber ich glaube, dass eine andere Gemeinde zum Beispiel vielleicht sagt, hey, wir brauchen es unbedingt, weil wir wollen jetzt unsere Band dazu zwingen, diesen nächsten Schritt zu machen und wir springen ins Wasser. Ich glaube, das ist auch okay.
Ivan
01:42:38
Ja, man kann es probieren, genau.
Benny
01:42:39
Und ich finde halt, wenn du sagst, es ist die Balance, ich finde die Balance Es ist in dem Sinne wichtig, wenn man schaut, was die Vision der Gemeinde ist. Man kann halt nicht, ich finde, weder das eine noch das andere ist richtig und das andere ist falsch, sondern es ist beides okay, beides kann koexistieren. Wir können Gemeinden haben mit vielen Lichtern, mit LED-Linewänden, wir können aber auch Gemeinden haben mit Tageslichtprojektoren.
Ivan
01:43:04
Richtig. Das, was du sagst, ist wirklich stark. Also das Ziel der Gemeinde ist, man muss gucken, was ist unser Publikum? Du meintest vorher, sind das Jugendliche oder alle möglichen Alter. Und dann passt man das schon an. Wie gesagt, ich bin da flexibel. Ich denke, die Technik kann viel unterstützen in Gemeinden. Gerade wo es oft das Problem war, dass einer nur spielen konnte, die anderen sind krank. Oder wir haben eben nie die Leute da. Das ist ein Unterschied zum Beispiel zu Brasilien. Ich nehme hier Brasilien als Beispiel. Amerika, Nordamerika ist auch so. Du fängst an mit deiner Kirche. Innerhalb vier Monaten hast du so viele Leute da. Und von diesen vielen, die da sind, drei spielen Gitarren, vier spielen Schlagzeugen, also du hast die Leute da. Und hier bei uns in Deutschland ist die Lage komplett anders. Personal ist, wie gesagt, schon ein Problem überall. Nicht nur in Kirchen, sondern bei Betrieben, Firmen. Überall ist dasselbe. Und die Tracks haben das tatsächlich ermöglicht, dass die Gemeinde so einen angenehmen Klang bekommt. Und wenn gerade nur Schlagzeuger da ist und einer hier mit akustischen Gitarren singt, die beiden alleine mit den Tracks schaffen es schon einen angenehmen Ton im Raum, dass man nie so trocken da spielt, nur weil die anderen können heute nicht. Oder wir haben noch nicht die Leute da. Das ist super toll. Das sind tolle Tools, die wir mittlerweile haben. Auf der anderen Seite darf man auch nie unterschätzen, wenn einer sagt, der Komisch macht sich alleine so hier ein bisschen Stimme und Gitarre. Geht natürlich auch. Aber wie gesagt, wie du auch meintest, ziemlich top- Das Ziel der Gemeinde ist wichtig. Wie wollen wir Menschen erreichen? Wo ist die Vision? Und dann läuft man in diese Richtung. Und dann kommt es dazu, dass man eben die Zeit ein bisschen investieren muss. Und das habe ich in manchen Gemeinden schon gemacht, dass einer gefragt, kannst du nicht mal einen Monat bei uns vorbeikommen, jeden Samstag bei der Probe, und du zeigst den Jungs dort ein bisschen, wie das geht. Ich sage, ja, können wir machen, gerne. Ebenamtlich kommen wir vorbei und zeigen ein bisschen, wie sie es bedienen. Und es ist schon passiert, dass manche mittlerweile viel besser das Ding beherrschen als ich selber, weil ich als Worship-Leiter bediene das nie so oft. Eher die Bänder hinten. Und das freut mich zu wissen, dass sie das beherrschen und sie setzen das um, auch für Gottes Ehre und Menschen zu erreichen. Von daher wunderschön.
Benny
01:45:36
Ich glaube einfach Multitracks und Lichter und alles Sachen sind wunderbare Ergänzungen für einen Lobpreis. Sie unterstützen den Gottesdienst und sie helfen, eine Atmosphäre zu schaffen, aber sie werden niemals das Wichtigste ersetzen, was die Gegenwart Gottes ist. Sie sind nur dafür da, uns in die Gegenwart Gottes hineinzuführen, aber sobald sie stören, sobald sie stören, Das ist nicht richtig.
Ivan
01:46:04
Oder zusätzlich zentral werden.
Benny
01:46:05
Ja, aber man muss natürlich jetzt aufpassen, bei Stören muss man eine Fußnote machen, objektiv stören. Nicht jetzt ein Moving Heads und eine Nebelmaschine wird vielleicht eine 90-Person voll stören, aber einen 20-Jährigen wird es nicht stören. Deswegen sage ich objektiv stören, weil man natürlich schauen muss. Aber ich sage meinem Team immer, hey, gute Technik ist unsichtbar. Wenn du nicht gemerkt hast, dass wir da waren, dann haben wir einen guten Job gemacht.
Ivan
01:46:36
Ja, das stimmt. Sehr gut.
Benny
01:46:39
Das ist einfach, wo das Herz einfach sein muss. Wir dienen, wir bauen gemeinsam Recht Gottes. Und dann, ja, wie ist deine Erfahrung mit du machst ja viel Musik so und unterwegs international auch, wie ist so dein ja, so deine Erfahrung so mit Mit der Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden merkst du, dass die Leute einfach sagen, hey, sie sind voll offen für das, was du mitbringst? Oder sagen sie dir mehr so, hey, das ist die Setlist, das musst du singen. Also wie viel von dir darfst du mitbringen und wie viel ist so vorgegeben?
Ivan
01:47:22
Das ist ein sehr sensibles Thema. Wenn ich wirklich ernst bin, spüre ich hier tatsächlich, vielleicht ist das meine persönliche Erfahrung, vielleicht haben andere das anders erlebt, aber das ist so etwas, Also die Leute haben hier deren Struktur, sozusagen Kirchen. Gerade diese modernen mit Planning Center Apps.
Benny
01:47:49
Ja, kenne ich Planning Center.
Ivan
01:47:50
Genau. Und was ich auch gemerkt habe hier, ist, dass man ganz tief fest klemmt an diese Struktur durch die Apps, vor allem diese Planning Center. Und der Deutsche, der ist extrem organisiert in seiner Kultur generell. Es gibt natürlich Ausnahmen hier und da, aber der Deutsche ist da extrem organisiert. Und da besteht eben die Gefahr, dass man zu sehr da reinrutscht, sodass die App uns nicht mehr dient, sondern wir dienen der App. Was die App sagt, in der Theorie hat jemand das, eingeschrieben, heute spielt der X, Y und Z und die Lieder hat jemand eingegeben, aber man tut das so sehr wahrnehmen und als absolute Wahrheit, was da steht, dass man eben sehr eingeschränkt ist teilweise. Das ist die Gefahr gerade hier in der deutschen Kultur, die ich erlebt habe. Und da konnte ich tatsächlich ein paar tolle Sachen, die ich aus Erfahrung in Amerika, Südamerika mitbringen, hätte mitbringen können, mitgeben können, habe eben nicht gemacht, weil ich nicht so sehr, ich sage hier lieber nichts. Sie machen das schon so, wie sie machen und damit man das ein bisschen geändert bekommt, ist es auch super schwer, weil sie meinen es nicht böse, die sind einfach zu sehr. Also, wenn ich mir das vorstelle, das ist so wie Gips. Du kannst dich schon bewegen, aber du bist quasi da drinnen.
Benny
01:49:25
Ja, eingeschränkt.
Ivan
01:49:27
Und das war eine ganz krasse Reflexion, die ich mit mir durchgeführt habe und auch mit anderen Freunden, die in der Gemeinde aktiv waren. Bei uns in unserer Kultur, sagen wir hier ganz Amerika, von oben nach unten, sind wir generell so, dass wir die App nur als Tool, hier steht Aufbau ab 8 Uhr.
Benny
01:49:51
Ist ein Vorschlag.
Ivan
01:49:53
Wir können auch um 8.04 Uhr starten oder um 8.06 Uhr, je nachdem. Und bei uns war das zu sehr fest. Streng und und bei uns drüben ist so nicht so der sagt bescheid hier wir müssen ungefähr bis 9.30 Uhr schon relativ fertig sein hier dass wir dann schon das und das und das noch schaffen schnitt der probe oder das und jenes und der punkt ist tatsächlich so man findet nicht wirklich diese freiheit irgendwas mitzugeben. Ich kann es nicht behaupten, was wir der Brasilianer hier uns beibringen. Vielleicht liegt das dran oder eben nicht. Vielleicht liegt es dran, egal woher du kommst. Nur so, wir haben die Struktur schon so, wie es ist und wir wollen das nicht ändern. Und manche hier aus Deutschland haben selber erklärt, Ivan, das ist eigentlich so, selbst bei Ämtern oder irgendwo, wo man unterwegs ist, die Tendenz ist, dass man in Deutschland das weitermacht, so wie man es kennt. Und man will da keine große Änderung, weil das kostet vielleicht mehr Aufwand, mehr Energie. Und das war für mich tatsächlich auch ein Kampf. Wie kann ich denen ein bisschen weitergehen? Wie kann ich sie ein bisschen weiterbringen, wenn sie so sehr da drinnen in diesem Käfig sind? Genau, das war ein bisschen schwer, aber ich denke, langsam schafft man schon, hier, probier mal so mit dem Pad im Hintergrund, probier mal so den Akkord X so zu machen. Man kann schon langsam ein bisschen was mitgeben, aber es ist etwas härter und das ist eben, was ich meine, die Gefahr. Bei uns ist die Gefahr, die Musiker sind super gut, die sind so gut, dass vielleicht Probe ein bisschen weniger wichtig ist, das ist auch gefährlich. Hier auf der anderen Seite ist hoch organisiert und hoch geplant, dass man eben nicht so sehr spontan sein kann. Ja. Und vielleicht braucht man irgendwie von beiden Kulturen ein ganz bisschen was in der Mitte.
Benny
01:52:01
Ich glaube, beide Kulturen können voneinander lernen, glaube ich.
Ivan
01:52:04
Könnte man ein bisschen was lernen von jeder Seite, genau.
Benny
01:52:06
Ja, also ich meine, ich jetzt als jemand, der... Meine Mutter kommt aus Australien, mein Vater ist Deutscher. Das heißt, ich bin auch mit deutsch-australischer Kultur aufgewachsen und ähm so die meiste Zeit eines Lebens habe ich immer so mich so, ich bin deutsch und das ist meine Kultur, bis ich dann geheiratet habe und dann krass gemerkt habe, wie doch australische Tendenzen ich habe. Und dann habe ich so gemerkt, okay, ich merke schon so, ich habe beides in mir und ich finde beides irgendwie cool, aber manchmal habe ich schon so einen inneren Konflikt, weil ich mir denke, irgendwie Pünktlichkeit ist mir mega wichtig. Andererseits will ich auch äh locker sein, aber ich kann nicht, ich finde Disziplin so wichtig, weißt du, dann hat man so innere Konflikte und dann hat man so diese Werte, aber bei uns in Deutschland ist Pünktlichkeiten mega wichtig und
Ivan
01:53:01
Das Mischen ist toll, zum Beispiel in Brasilien war oft so, Pobe kann man sagen 19 Uhr, letztendlich fangen wir um 20 Uhr an, weil der ist 20 Minuten später gekommen, der andere ist 30 Minuten später gekommen, das ist wiederum eine Sache, die ich hier natürlich top finde, wenn wir alle da sind, 5 Minuten vor Beginn, oder zehn, alle Sachen sind schon gesteckt und dann geht's los und das ist eigentlich ein Traum, wenn man diese zwei Möglichkeiten ein bisschen zusammenpacken könnte, dass man eben etwas spontan sein kann, etwas lockerer sein kann und vielleicht.
Benny
01:53:38
In gewissen Dingen spontan,
Ivan
01:53:40
Aber diese Disziplin und Struktur ist auch sehr wichtig.
Benny
01:53:45
Ich finde zum Beispiel, es ist schon wichtig, wenn wir um 13 Uhr Gottesdienst haben, bei uns jetzt auf CBG bezogen, 13. Gottesdienst und wir treffen uns um 11.30 Uhr, dann ist es halt wichtig, dass du um 11.30 Uhr da bist und nicht erst um 14 Uhr. Weil man braucht die Leute für den Aufbau, für den Gottesdienst. Und ich glaube aber, bei anderen sagen so Spontanität, hey, wie gestalten wir ein Set oder hey, wie baut man das oder das auf? Da kann man vielleicht spontan sein. Ich glaube, gewisse Dinge sind so.
Ivan
01:54:14
Genau, man muss das gut kombinieren und immer diese Reflexion haben. Tut die App mir alles sagen, was ich machen muss? Oder nehme ich dir das? Natürlich hilft das. Es ist eine Erleichterung für viele. Du guckst hier schon, Beginn ist um 10.30 Uhr. Und immer die Reflexion durchführen. Ist das ein Tool? Oder benutze ich das? Ich diene zu sehr der App. Ich war in einer Gemeinde in Dresden, wo ich dann drinnen den Ablauf vom Gottesdienst bei Planning Center, da stand schon ein Ablauf drin und dann kam so ein lustiger Begriff, Dann kam so ein lustiger Begriff zum Thema. Also nach der Predigt kam so ein Reaktionslied. Das ist quasi, man reagiert auf die Predigt, was gepredigt wurde. Das ist das Lied, mit dem man quasi auf die Predigt, was gepredigt wurde, reagiert. Ist ja gut, du kannst ja… Das klingt ja mega lustig. Das Thema war angenommen, Gott ist treu. Dann holst du ein Lied mit treu, mit irgendwas, was in diesem Sinne passt. Aber dann stand drinnen, wie war das nochmal, das Reaktionslied ist nur die Hälfte des Lieds. Leute, nochmal, was bedeutet das, dass nur quasi die Hälfte des Lieds gesungen werden muss? Nee, weil das ist ja nach der Predigt, man singt nur so die Breach und dann einmal den Hefrän und dann geht es schon weiter zu, entweder zu Info, und dann nochmal ein letztes Lied am Ende. Und ich so, in mir, mit meinem Verstand von Lobpreis, aber wenn der Geist doch. Gerade wenn das so eine Chance ist, alle Herzen sind da völlig geschmolzen schon. Und wir wollen diese Gegenwart des Herrn genießen. Und dann steht da drinnen, die Hälfte des Lieds nur, manchmal so eins über zwei Song. Ich so, was ist das für ein Begriff? Und wenn es ist, dass wir das wiederholen wollen und wiederholen wollen. Ich denke, die werden natürlich vielleicht doch ein bisschen flexibler, wenn der Lordship-Leiter doch ein bisschen länger zieht. Aber alleine diese Begrifflichkeit ist schon zu mir fast zu sehr eingeschränkt für das, was der Geist macht. Und wir wissen auch, wie viel passiert nach der Predigt. Ich habe einen Pastor in Brasilien gehabt, der hat immer Spaß gesagt. Ach, der, das fängt wirklich, wie hat er das gesagt nochmal, es ist richtig warm, meistens nach der Predigt, so hat er das übersetzt gesagt. Und wir wissen, nach der Predigt ist so viel möglich. Und Gott hat schon Herzen berührt und man kann da so viel mitgeben im Lobpreis, Möglichkeiten, dass man wirklich in der Gegenwart des Herrn, diese Gegenwart genießen kann. Und dann kommt so ein, okay, dann müssen wir nur die Bridge einmal und Chorus und dann geht es schon weiter Richtung Infos, letzter Song. Zu sehr getackt und ich so, oh schade, wäre ich der Geist hier, wäre ich ein bisschen.
Benny
01:57:25
Ja, ich glaube, du sprichst halt diese klassische Debatte an, Gemeindeleitung versus Worship-Leitung, so ein bisschen so klassisch, es gibt die
Ivan
01:57:35
Größte Struktur und ich glaube.
Benny
01:57:37
Ich verstehe voll, was du sagst, ich glaube, dass beides seine Richtigkeit hat, ich finde das voll spannend, weil ich glaube, man kann Argumente für beides finden, man kann Argumente finden für, warum was du sagst, hey, lass uns doch offen sein für den Heiligen Geist, Du weißt, dass der andere sagt, die Leute saßen jetzt schon zwei Stunden hier, lass uns die nicht zu lange halten. Aber wiederum verstehe ich, was du sagst, weil man sich ja irgendwo auch denkt, für was machen wir das Ganze denn eigentlich? Wenn wir den wichtigsten Teil des Gottesdienstes dann nur halb machen.
Ivan
01:58:11
Ja, das waren meine Gedanken manchmal, ja.
Benny
01:58:13
Ich verstehe, was du sagst.
Ivan
01:58:14
Ja, schwierig.
Benny
01:58:15
Ich verstehe auch die Seite einer Gemeinderleitung. Ich meine, ich weiß jetzt nicht, wer das war, aber wenn sie sagt, hey, deswegen. Also ich meine, das ist so eine...
Ivan
01:58:23
Ich kann das auch verstehen. Ich habe selber drei Kids. Ich weiß selber, eigentlich keine Ahnung, 12.30 Uhr. Wir haben Hunger, wir müssen schon gehen. Ich verstehe super, kein Problem. Das ist wirklich bei manchen Gemeinden die Lösung, langsam zu Ende zu kommen, dass die Leute gehen. Kein Thema. Manche machen irgendwas dazwischen, was ich auch interessant finde. Wenn sowas passiert, dass es so eine Freiheit ist, sagen sie, wer gehen muss, alles gut, manche müssen Mittagessen und gerade warm machen und woanders essen, bei Oma, macht los, kein Problem. Und wer eben die Zeit hat und gerne in der Gegenwart des Herrn bleiben möchte, die bleiben einfach. Und die machen das eben so, dass derjenige, der gehen muss, kann ja machen. Und die anderen, die bleiben wollen, bleiben. Finde ich auch ein guter Kompromiss irgendwie. Gerade wenn die Thematik so ist. Aber ich kann beide Seiten super verstehen. Aber diese Hälfte, diese Hälfte war, okay, spielen wir nur die Hälfte des Songs, okay. Ja. Und was ist dann passiert?
Benny
01:59:26
Hast du dann am Ende nur die Hälfte gesungen?
Ivan
01:59:28
Ja, wir haben oft so diese Reaction-Song, diese Reaktionslied haben wir oft so tatsächlich so angenommen. Nämlich das Lied hier, ähm... Hier, gewagte Liebe. Und dann haben wir gleich die Bridge. Du leuchtest alle Schatten, kennst alle Berge, wir sind gleich dort eingestiegen und einmal oh, wie endlos. Und dann war schon Schluss. Es war tatsächlich nur eine Reaction auf die Predigt. Alles gut. Wenn es trocken ist.
Benny
02:00:05
Hat man es viel erwählt.
Ivan
02:00:06
Kann man auch machen. Es gibt da keine feste Regel an sich. Aber je nachdem, wie der Bedarf natürlich der Gemeinde. Aber das war für mich damals schon ein bisschen so, okay, ich kannte es nicht. Das war völlig neu. So eine Hälfte des Songs.
Benny
02:00:25
Witzig. Hey, mal ein Thema außerhalb vom Lobpreis. Du bist ja jetzt schon lange in der Gemeinde aktiv. Du bist ja schon lange auch im Lobpreis unterwegs und für dich Du hast jetzt viele Sachen gesehen, miterlebt, viel mit Gott erlebt. Was würdest du sagen, ist so diese eine Sache im Glauben, die dich immer wieder so voll catcht und voll wieder so voll, weißt du, ich meine, so voll so krass. Diese eine Offenbarung, die mir Gott immer wieder gegeben hat. Gibt es da so eine Sache?
Ivan
02:01:02
Ich muss sagen, meine Perspektive hat sich schon sehr stark geändert, als ich es geschafft habe, die ganze Bibel durchzulesen. Das kann ich euch allen nur empfehlen, gerade für Menschen, die Schwierigkeit haben beim Lesen, weil sie zu sehr die Aufmerksamkeit verlieren. Sie haben angefangen bei 1. Mose und denken gerade schon an etwas anderes. Nutzt gerne über Spotify oder solche Streamings. das gibt... So viele Bibeln in einem Jahr hören. Und das ist so gut, Leute. Du findest ganz viele Möglichkeiten auf Deutsch. Es gibt in Portugiesisch, ich habe Schau gemacht. Das kann ich wirklich nur empfehlen. Warum? Bei Spotify zum Beispiel, wenn du anfängst, bei 1. Mose Kapitel 1, Vers 1, man kann mittlerweile, das wird quasi automatisch generiert. Und du kannst den Text mitlesen. Das ist so gut. Und du hörst, gerade Menschen wie ich, wo das Gehör ist, meine Sprache, das, was ich höre, ist so wichtig, das hat mich so gesegnet. Deswegen gebe ich vor allem Jugendleute, macht das. Ein Jahr Bibel lesen durch irgendeinen Kanal auf Spotify, es gibt es auf YouTube auch. Man kann irgendwo was finden und das tut richtig gut. Und gerade, wo ich es geschafft habe, die ganze Bibel durchzulesen, und bitte nicht falsch verstehen, ich bin nie besser als die andere, Weil einer, ich war selber so, ich hatte ganz viele Plätze in der Bibel, die ich gut beherrscht habe. Ich konnte die Geschichte ganz, habe das schon studiert und ein bisschen eingetaucht und so. Aber ich habe einfach eine neue Perspektive über den Ganzen. Und dann zu deiner Frage zu kommen. Wir waren auf einer Konferenz bei Awakening im Süden, Richtung Basel fast, so eine Grenze Lörer. Und die haben ein ganz großes Kreuz auf der Bühne und es gab eine Möglichkeit, dass ich nach vorne gegangen bin. Und Lobpreis lief und ich habe, das ist immer wieder das Thema, was mich catcht, ich habe dieses riesige Kreuz gesehen vor mir, so ein Holz.
Benny
02:03:15
Ja.
Ivan
02:03:17
Und ich konnte nur weinen und weinen. Ich habe gesagt, ist das krass, was du gemacht hast. Das, was du gemacht hast, ist so krass. Ist so krass. Dass du gekommen bist, dass du Mensch geworden bist. Dass du ins Gespräch gekommen bist mit uns Menschen. Dass du das alles getan hast. Du hast Menschen geliebt, du hast Menschen geheilt. Du hast alles gemacht für uns als Volk, als Gesellschaft. Du hast alles gegeben. Ich konnte dieses Kreuz, ich weiß nicht mehr, welches Lied da lief. Ich war nur fixiert an diesem, bei uns in der Nähe von Dresden gibt es den Bibelgarten. Es ist ein super cooles Gebäude mit so vielen Eindrücken von damals. So einer Art, so einer Replica quasi vom Grab von Jesus und so weiter. Und die echten möglichen Kreuze sind auch da. Du kannst sehen, wie groß sie wirklich war. Dieses Bild, was wir haben von dem riesigen Kreuz, wo man hängt, wie im Filmen, ist eigentlich nie ganz. Man sieht es ein bisschen kleiner und der hängt ganz schief und ganz schlecht. Aber gerade so bei dieser Konferenz habe ich einfach dieses riesige Kreuz wirklich wahrgenommen. Und dachte immer wieder, ja, ist das krass, was du alles gemacht hast für uns. Das Kreuz ist für mich, gerade nachdem ich das Ganze gelesen habe und einen großen Überblick habe von allen, ist das Kreuz plus das leere Grab. Das sind die beiden Sachen, die mich wirklich interessieren. So bewegen, so bewegen. Ich habe einen Onkel in Brasilien, der kennt sich auch gut aus. Und er hat immer gesagt, es ist eigentlich cool, wenn Christen mal ein Sticker mit Kreuz oder mal ein Pulli, aber das leere Grab ist eigentlich das größte Zeichen des Christentums sozusagen. Und ich hatte dieses Kreuz vor mir so und dachte, immer dieses Gedanke, Kreuz plus das leere Grab quasi danach. Ich habe gesagt, Herr, was du gemacht hast für uns, ist krass. Und das hat mich so mitgenommen, der Moment. Ich konnte nur, das sind die Tränen der Freude plus dieses Erstaunen.
Benny
02:05:39
Ehrfurcht vor dem, was Gott getan hat.
Ivan
02:05:41
Und ich war so, boah, da fällt alles aus. was alles, gerade zum Thema Technik und Lichter oder was auch immer, das sind tatsächlich nur Nebensachen. Du bist vor dem Thron und das ist einfach herrlich. Und ich danke Gott für diese Möglichkeit über Spotify oder was auch immer Bibel komplett zu lesen, weil das spricht meine Sprache. Und deswegen für die Jugendlichen, egal wie alt du bist, nutze diese Möglichkeit. Hör die Bibel ein Jahr lang, jeden Tag, Manchmal sind das 10 Minuten, manchmal sind es 12 Minuten. Macht das. Das ändert die Perspektive komplett als das, was wir kennen, wenn wir nur Verse isoliert lesen. In so meinen Predigen der Gemeinden am Sonntag. Das tut so gut. Und da bekommt man eine neue Perspektive vom Evangelium.
Benny
02:06:36
Wenn du jetzt so gerade sagst, hey, du realisierst voll, was Jesus für dich getan hat, Wie würdest du beschreiben, wer du in Jesus bist? Deine Identität in Christus.
Ivan
02:06:50
Ganz tolle Frage. Ich sehe mich so nach vielen Jahren im Glauben, dass ich quasi das Produkt von der Gnade bin. Ich wäre sowieso nichts ohne Gottes Gnade, ohne das Opfer. Und wenn ich sehe, was ich in der Vergangenheit getan habe, obwohl ich, wie gesagt, am Anfang hatte ein relativ gutes Leben im Glauben immer gehabt, aber man macht immer hier und dort einen Fehler. Aber meine Identität ist durch die Gnade, durch Gottes Liebe, merke ich, dass ich gefunden wurde von seiner Liebe. Seine Liebe hat mich quasi gefunden, mich gecatcht. Und deswegen sehe ich mich als Sohn, als erreteter Sohn Gottes, der mich nimmt, wie ich bin und mich so sehr liebt, dass er mich nie so lässt, wie ich bin, sondern es geht weiter. Du wirst jetzt verändert. Ich mache aus dir was Schönes. Und das ist meine Identität heute nach dem Ganzen. Wo man denkt, dadurch, dass man so aktiv ist in Kirchen, denkt man oft, ich tue und mache so viel. Aber ich bin nie geliebt wegen das, was ich leiste oder mache. Sondern ich bin. Wie ein erretteter Sohn, wie ein erretteter Sohn von diesem Opfer von Jesus und Gott in dieser Gnade.
Benny
02:08:31
Ja. Ja. Ich glaube, eine Sache, die Gott mir mal gesagt hat, war, der Dienst wird dich nicht retten, nur ich. Richtig. Und Und weißt du noch, als du mir das gesagt hast, war das so krass. Ich kann so viel tun für Jesus. Ich kann so viel machen. Aber am Ende des Tages wird das nichts bedeuten, wenn ich nicht ihn annehme. Und ich glaube, das ist, wie du gesagt hast, die Gnade. Die Gnade ist das Produkt einer Gnade. Das ist das Einzige, was uns erlöst. Das musst du dir mal vorstellen, weil Julia und ich, wir lieben Gottes Gemeinde und wir lieben es, Gottes Haus zu bauen und wir lieben es, in der Gemeinde zu dienen und viel zu dienen. Wir lieben das. Aber man muss realisieren, wir machen das aus Reaktion auf seine Gnade. Wir machen das nicht, um seine Gnade zu bekommen, sondern aus Reaktion. Aber man oft, wie oft ist das so, dass man das verdreht. Und wir denken, wenn ich jetzt ganz viel diene, dann bin ich errettet.
Ivan
02:09:56
Gefährlich. Sogar gefährlich. Man kann das so schnell vertauschen.
Benny
02:10:00
Ja, was du gesagt hast, als ihr nach Deutschland kamt, was ihr bekommen habt, diese Zeit, hey, es reicht einmal im Monat und sei ein guter Vater. Das ist alles, was ich haben will. Und ich finde, das ist so krass.
Ivan
02:10:12
Das ist wirklich...
Benny
02:10:14
Ja, wie gesagt, ihr lasst ja in meiner Gnade genügen. Ich glaube, das ist so ein starker Vers, weil es uns zeigt, hey, wir müssen nicht performen, um angenommen zu sein, sondern wir geben oder wir performen, weil wir angenommen sind.
Ivan
02:10:28
Genau, das ist so schön, wenn Gott uns einfach zeigt, den Wert von uns, also den Wert, den wir haben. Ohne, dass wir überhaupt irgendwas leiten, irgendwas liefern, irgendwas. Und das ist so ein Moment gewesen bei mir, wo er meinte, du bleibst geliebt und errettet. Selbst so, wenn du jetzt mir von Sonntag bis Sonntag auf der Bühne stehst. Das ist so schön, das ist pure Gnade. Und was die Konsequenz davon ist, dann habe ich gerade mehr Lust, hier zu dienen. Das ist natürlich quasi die richtige Reihenfolge von der Sache. Und das ist tatsächlich powerful, wenn man das versteht. Und das ist nie ganz einfach, wie man denkt. Viele lassen nie los. Bei uns gibt es einen Spruch, der lässt den Knochen nie los. Ein Hund, der mir was los, Gottes Reich geht weiter mit ohne mich. Ich darf, ich kann gerne was dazu beibringen. Aber alles hat seine Zeit. Sei Vater, sei präsent.
Benny
02:11:39
Ich glaube, das ist die zwei Fische und die fünf Brote. Das ist, was wir bringen. Gott braucht es nicht, aber er benutzt es gerne und er freut sich und ich glaube, das ist das Besondere. Wir dürfen Gott dienen aus Dankbarkeit und er nimmt uns an und das ist es, ich glaube, das ist das Besondere einfach in unserem Herrn, dass wir nicht es verdienen müssen, nicht verdienen können, sondern es ist ein Geschenk, es ist aus Gnade. Und wir geben, was wir haben und damit ist der Vater zufrieden. Und ich glaube, das ist einfach eine Sache, die man auch lernen darf, in Gott zu sein. Und wie du sagst, es gibt einem Lust auf mehr. Und man muss natürlich aufpassen, dass man dann nicht ins Extrem rutscht und gar nichts macht. Im Sinne von, dass man halt nur auf sich selber schaut und nur rumliegt und Gottes Gegenwart genießt. Also ich glaube, alles hat seine Zeit. Es gibt die Zeit für die Heilung, Zeit für die Gegenwart Gottes und es gibt Zeit, wo viel ist. Und es gibt eine Herzensvorbereitung, auch wie du gesagt hast, als du nach Deutschland kamst. Du warst eine Herzensvorbereitungszeit.
Ivan
02:12:47
Richtig. Das ist eine ganz tolle... Ich mag den Vers mit Liebe den Herrn überall, Liebe den Nächsten wie sich selbst. Da vergessen wir oft den letzten Teil. Lieb den Nächsten auch, wie du dich selbst liebst. Diese Selbstliebe. Ich mag diese drei Beine so quasi. Ich liebe den Herrn über alle. Ich liebe den Nächsten, wie ich mich auch liebe. Mit derselben Intensität. Das ist schon interessant. Oft vergessen wir das Dritte. Wenn man hier, das ist ja genial, das ist einmal Liebe so, Einmal Liebe so zu den Nächsten.
Benny
02:13:32
Er zeigt gerade Pfeile für die, die zuhören.
Ivan
02:13:35
Und die hören nur. Einmal nach oben.
Benny
02:13:38
Manche hören nur, ja.
Ivan
02:13:40
Also diese Liebe vertikal, horizontal und die Liebe in uns hinein, wenn man selbst Liebe hat. Und oft wird das verwechselt mit Egoismus oder so. Man braucht da wiederum die Balance. Ich investiere Zeit mit dem Herrn. Beten. Zeit mit dem Herrn. Beten, beten, beten. Ich bete für meine Kinder, ich bete für die Zukunft meiner Kinder. Das habe ich von meiner Mama auch so geerbt. Sie sagt, ihr wart noch in meinem Bauch. Und ich habe schon gebetet für die Ehepartner von euch. Das heißt, das hat die Sophia einmal gehört von meiner Mama. Das war ein Moment, wo alle ein bisschen trennen. Für dich habe ich gebetet, wo der Ivan noch im Bauch war. Dass Gott eine richtige Gute findet für ihn. Und so weiter und so fort. Zeit nehmen für Gott. Relationship, Beziehung zu dem Herrn und Zeit zu investieren im Segnen anderer Menschen zu segnen und Zeit für sich, wo wir diese Selbstliebe auch mal ein bisschen üben müssen, weil das vergessen wir oft in Kirchen, es geht um den Herrn, es geht um den Nächsten, vergessen, wir vergessen selbst diese Selbstpflegung für uns und das ist eine gute Sache, eine gute Balance, dass wir uns auch investieren und dann haben wir den Faden wieder. Dann hast du den Faden wieder. Wo habe ich Energie? Wo kann ich das in der Gemeinde stecken? Oder mal Evangelisation auf der Straße. Wo kann ich das noch mitgeben? Oder mal wissen, was die anderen mitnehmen können. Gerade die Musik oder wo auch jemand, Technik. Wo kann ich das stecken, dass Leute gesegnet werden? Und diese, von daher diese drei Säule, sage ich mal, der Liebe ist wichtig. Es ist absolut.
Benny
02:15:26
Ich habe um in diesem Podcast haben wir über Selbstliebe auch viel geredet. Ich habe ein Buch, was ich gelesen habe, war God Loves Me and I Love Myself. Und das ist so gut. Das hat mir so geholfen, weil es ein Buch ist, wo es um das Thema gesunde Selbstliebe geht. Ich sage bewusst gesund, weil ich rede nicht vom Egoismus, ich rede nicht von Narzissmus, sondern ich rede von gesunder biblischer Selbstliebe.
Ivan
02:15:57
Sehr gut.
Benny
02:15:58
Und am Ende jenes Kapitels hat er Action Points. Stellt Fragen und auch Dinge, die du tun sollst. Oder halt Tipps, was man machen kann. Und das Buch hat mir so geholfen. Eine der größten Herausforderungen für mich war, das Thema sich selbst zu lieben, mich selber anzunehmen, als ich Jugendlicher war. Als ich sogar noch erwachsen war. Der Podcast heißt Lebenswert. Und glaube in diese Identität, weil es darum geht, jeder Mensch ist lebenswert, du bist lebenswert und du bist es wert, geliebt zu werden, du bist es geliebt, angenommen zu sein und du darfst deinen Wert erkennen. Es geht um Selbstwert und ich glaube, das ist auch diese Selbst, wie du sagst, auch diese Selbstliebe und dieses, diese drei Säulen einfach, das ist so wichtig, dass man erkennt, dass man geliebt und wertvoll ist und wenn man, ich erinnere mich noch daran, als ich Vor, ich glaube, zehn Jahren müsste es jetzt her sein, als es bei mir so gemacht hat, als ich auf einmal realisiert habe, boah, ich bin es wert, ich bin es wert, geliebt zu sein. Und ich weiß auch, dass ich einem Freund ein WhatsApp geschickt habe, boah, ich muss es dir erzählen, ich habe gerade realisiert, ich bin geliebt und Gott liebt mich und ich bin es wert. Und ich habe so ein WhatsApp an den Freund geschickt, weil ich mich so gefreut habe, weil ich diese Realisierung hatte, ich bin was wert. Und es war so besonders für mich, weil ich mein ganzes Leben dann geglaubt habe, ich bin nur Dreck. Und dann diese Realisierung. Und es ist so, wenn du realisierst, was du wert bist und voll bist von der Liebe Gottes, dann gibst du auch gerne aus dem vollen Herz.
Ivan
02:17:36
Richtig.
Benny
02:17:37
Und ich glaube, das ist das Besondere.
Ivan
02:17:39
Du bist alleine schon ergänzt. Und mit dem Herrn. Und ab dem Moment bist du so gesund, dass du weitergeben kannst.
Benny
02:17:47
Genau.
Ivan
02:17:48
Das ist so schön. Das hat meine Mama als gute Psychologin immer gesagt, diese zwei Sachen wichtig sind, bevor man heiratet. Du heiratest nicht, um glücklich zu sein, du heiratest eigentlich, um den anderen glücklich zu machen. Das hat sie immer gesagt.
Benny
02:18:05
Eine tiefe Wahrheit.
Ivan
02:18:06
Und sie hat auch oft gesagt, oh Mann, ich habe gerade den Faden verloren, was ich sagen wollte. Kann passieren. Kommt wieder. Alles gut.
Benny
02:18:14
Genau das, was deine Mutter gesagt hat, so Selbstliebe und Das ist um andere glücklich zu machen und was hat sie noch gesagt?
Ivan
02:18:23
Oh man, ich habe den Faden verloren, aber es kommt irgendwann wieder. Was hast du vorher erzählt nochmal von der, du hast vorher erzählt von dieser Erfahrung, wo du dir WhatsApp-Nachricht geschickt hast an den Freund.
Benny
02:18:35
Also da war das so, ich hatte diese Begegnung mit dem Heiligen Geist, wo er mir offenbart hat, ich bin was wert. Und dann ist es auf einmal in meinem Kopf ein Schalter umgelegt, der quasi so war, Benni, ich bin für dich gestorben, ich liebe dich, du bist wertvoll, angenommen, akzeptiert und du bist mein Kind. Und als ich das realisiert habe, hat sich was in mir verändert.
Ivan
02:18:59
Und du konntest gleich einen anderen Menschen.
Benny
02:19:00
Und ich musste gleich jemandem davon erzählen, was ich realisiert habe.
Ivan
02:19:04
Und jetzt weiß ich, was ich sagen wollte. Und meine Mama hat da auch dazu gesagt, genauso zu dem Thema, mit Jesus bist du ja ergänzt. Die Welt erzählt oft den Quatsch, du musst eine andere Hälfte finden. Meine Mama hat immer erzählt, pass auf, wir sind in Jesus völlig ergänzt. Wie du meintest, das ist der Moment, wo man sogar in der Lage ist, diesen weiterzugeben an andere.
Benny
02:19:28
Man ist vollkommen in Jesus.
Ivan
02:19:30
Und eben gerade dieses Bild zur Ehe. Und du heiratest nicht die Sophia, weil du bist 50 Prozent und sie ist 50 Prozent. Nein, du bist ergänzt in Jesus Christus und sie ist auch ergänzt in Jesus Christus. Und man tut sich dann zusammen, also man packt das alles zusammen und man geht zusammen. Und da hat sie in der Praxis auch mit Paaren erlebt, wenn beide grundsätzlich ergänzt sind in Jesus, hast du schon eigentlich alles, was du brauchst, dass diese Ehe klappt. Und sobald eben dieses, ich ergänze den anderen, oder der andere muss mich ergänzen, das ist ein bisschen kompliziert. Da bin ich ganz bei dir. Wie du meintest, da ist man nie vollkommen in sich. Und dann meinte sie eben das, du bist ergänzt, du bist gesund in Jesus Christus, du bist errettet und ergänzt. Und sie auch. Und jetzt kommen zwei ergänzte Menschen zusammen. Ja, absolut.
Benny
02:20:36
Es ist wahr, weil man ist vollkommen, also als Individuum bist du vollkommen ein vollkommener Mensch. Im Sinne von, dass wenn du Jesus hast, dann bist du ein ganzer Mensch, dann fehlt dir nichts mehr. Ich meine das nicht vollkommen, damit da keine Führung kommt, dass man perfekt ist, sondern dass man einfach ein, man ist voll, sage ich jetzt einfach mal. Ich finde das lustig, weil ich habe oft Leute zu mir kommen und wenn Julia nicht hast und sagen, wo ist deine andere Hälfte? Und ich sage den Leuten dann immer, ich bin ein vollständiger Mensch. Ich bin nicht ein halber Mensch. Und dann sind die Leute, weil ich den Leuten immer sage, hey, Julia und ich, wir ergänzen uns, wie du sagst, aber wir sind trotzdem voll. Es ist nicht so, dass ich ein halbes Herz hier ein halbes Herz. Ne, unsere Herzen sind beide vollkommen, voll ganz. Man muss mit den Worten ein bisschen auffassen. Und unsere Herzen sind voll und wir ergänzen einander. Und ich finde, das ist immer so lustig, weil Leute nicht damit umgehen können. Weil es ist halt so ein deutsches Ding zu sagen, wo ist deine bessere Hälfte, aber es stimmt halt einfach nicht.
Ivan
02:21:41
Eigentlich in ganz vielen Kulturen. Es gibt sogar diese Ketten, wo man die Hälfte, die Hälfte bleibt bei einem und die andere Hälfte. Natürlich, ja, romantisch ist es schon, aber wenn man es versteht, dass man in Jesus vollkommen ist. Nee, perfekt, wie du meintest, du hast eigentlich alles. Und es gab natürlich, nicht, dass Leute falsch verstehen, dass es uns immer gut geht. Nö, stimmt nicht. Es gibt natürlich Momente, wo ich zum Beispiel hier, Winter, es ist kalt und dunkel, wo ich selber so ein bisschen, oh Mann, was machen wir hier? Warum sind wir nie bei der Sonne geblieben drüben? Es gibt solche Momente und da ist es wichtig, dass einer von beiden in Jesus tatsächlich vollkommen ist, also ergänzt ist. Und das ist der Moment, wo einer so ein bisschen kippt, dass der andere wieder so ein bisschen hochkommt. Und man supportet sich gegenseitig so. Absolut. Das ist so schön. Aber an sich sind wir in Jesus Christus ergänzt. Ja. So schön.
Benny
02:22:38
Weil eben am Ende des Tages, wenn man sagt, ich bin nur ein halbes Herz, da würde es heißen, ohne den Partner fehlt immer was. Dann ist der Mensch nicht vollständig. Und das ist ja nicht richtig, weil Jesus macht uns voll. Und man braucht einander, Menschen brauchen einander. Aber es ist halt so, dass... Man nicht quasi den anderen braucht, um glücklich zu sein, sondern in Jesus haben wir alles, was wir brauchen, um glücklich zu sein.
Ivan
02:23:08
Richtig.
Benny
02:23:08
Aber wir brauchen trotzdem Gemeinschaft, weil wir für Gemeinschaft geschaffen sind. Ich glaube, das ist einfach wichtig, dass man da lernt, weise das zu verstehen, was wir hier gerade sagen. Genau. In Jesus ist man vollkommen. Und das ist das Wichtige. Und als Ehepartner ergänzt man sich gegenseitig, was so ein Geschenk ist.
Ivan
02:23:30
Das ist ein Geschenk. Und ab dem Moment, wo man so ist und so lebt und man ergänzt ist, da hast du, wie du meintest, schon, führst du ins Normal die Möglichkeit oder du bist in der Lage, gerne andere Menschen zu segnen damit, sie weiterzugeben. Dann kommt wieder diese Liebe aus dem eigenen Überfluss. Liebe in den Nächsten. Und das ist so eine tolle Basis, die wir haben können. Kontakt zu dem Herrn. Eine ganz gesunde Beziehung mit dem Herrn. Und das ist täglich. Das ist wirklich eine tägliche Sache. Ob man Lobpreis hört, ob man die Bibel liest, man sucht nach dem Kontakt zu dem Herrn. Und das war für mich immer mein Medikament. Hier in Deutschland seit 2020 mit Corona, ohne Corona, dunkel oder nicht dunkel, kalt oder minus 14 oder nicht, war für mich immer so, wo ich relativ tief war in meinen Gedanken. Ich meine, diese Beziehung mit Gott zu suchen, dieser Kontakt mit ihm, wo ich am Kreuz alles hinwerfen kann, war immer das Medikament sozusagen, die Lösung quasi, dass der Herr mich wieder hochgenommen hat. Und das kann ich gerne hier anderen weitergeben. Sucht den Herrn, nehmt Zeit mit dem Herrn.
Benny
02:24:48
Täglich.
Ivan
02:24:49
Täglich. Da gibt es keine Depression, die uns fangen kann. Weil wir kommen raus aus diesen tiefen Gedanken. Und ich habe so ein Buch von diesem, oh Mann, ich werde jetzt, das ist der Pastor, der Justin Bieber betreut.
Benny
02:25:11
Carl Lenz?
Ivan
02:25:12
Nee, der andere.
Benny
02:25:13
Judah Smith.
Ivan
02:25:15
Ja, genau. Das Buch von ihm, wo er... Jesus ist. Nee, das ist relativ neu. Es geht um You are not what you think. Es geht um Gedanken, dass man Gedanken steuern kann. Mit dem Therapeuten von ihm macht er das. Ganz interessant.
Benny
02:25:36
Ah ja, da hat er einen Podcast drüber gemacht.
Ivan
02:25:38
Wie heißt nochmal das Buch? Ich habe das im Oktober, im November gelesen. Think und you are not what you think. Oh man, peinlich das ist, das wurde mehr.
Benny
02:25:53
You are not your bad thought?
Ivan
02:26:00
Der heißt Thoughts. Ich glaube, das Buch heißt Bad Thoughts.
Benny
02:26:06
Bad Thoughts, jetzt habe ich es gefunden. Ja, Bad Thoughts.
Ivan
02:26:10
Das kann ich empfehlen, Leute. Das ist quasi wie ein Podcast. Er redet die ganze Zeit mit dem Therapeuten von ihm. Und er bringt uns hierbei in dem Buch oder gibt Vorschläge, wie wir bestimmte Gedanken steuern können. Und das hilft jedem Menschen überhaupt, weil ich als Musiker, wenn meine Kunst gerade nie gut ankommt oder derjenige, der Arzt ist und der andere, egal was du machst, es kommen immer solche bad thoughts, diese blöden Gedanken, die uns manchmal runterziehen. Und er erzählt aus dieser biblischen Perspektive, dass wir geliebt sind, dass wir es wert sind. Jesus hat uns durch dieses Opfer von ihm würdig gemacht. Wir sind geliebt. Und er gibt dir ein paar Ideen, wie man diese Thoughts, diese Gedanken besser steuern kann, dass man rauskommt aus solchen Situationen, wenn einer zu sehr tief Richtung schon Depression geht. Und der Herr ist unser Licht, der zeigt den Weg. Und das hat mir sehr geholfen, korrekt zu denken oder zumindest bestimmte Gedanken zu blockieren, wenn ich merke, das ist gerade nie das Ziel. Dass man so gesund bleibt. Und da kann ich dem Herrn auch nur, von daher nochmal dieses Tägliche. Egal, ob du auf der Bühne stehst als Orchipleiter oder du selber Pastor bist oder ob einer hier bei einem Betrieb arbeitet oder im Büro, täglich. Nehmen Zeit täglich. Ich habe gelesen, wenn man 15 Minuten Zeit für Gott pro Tag nimmt, das ist immer noch so viel Prozent vom Tag. Das ist 2 Prozent, 1 Prozent, ich weiß nicht mehr. Selbst wenn wir 15 Minuten, das ist so wenig. Aber das ändert schon kolossal, diese Beziehung mit Gott. Wenn wir eben anfangen mit 15 Minuten, 10, 15, dann irgendwann 20. Und das ist dann der Weg, wo wir gesund bleiben, auch psychisch. Der Herr behandelt uns so, wenn wir, wie am Anfang, haben wir gesprochen, wir brauchen das. Wir brauchen den Moment mit ihm. Genauso wie wenn wir essen. Ich esse nicht am Sonntag mal zwei Brötchen und erst wieder Mittwoch war es. Ich kippe um. Ich muss jeden Tag essen und mich ernähren vom Herrn, sozusagen.
Benny
02:28:48
Ja, stille Zeit ist einfach mega wichtig.
Ivan
02:28:52
Sehr wichtig, genau.
Benny
02:28:56
Cool.
Ivan
02:28:57
Haben wir noch Themen?
Benny
02:29:00
Ich glaube, wir sind, wir haben gut, alles gut behandelt eigentlich.
Ivan
02:29:07
Wahrscheinlich kann die Julia unsere Stimme gar nicht mehr hören. Ich bin immer noch ein bisschen heiser, Leute, tut mir leid, weil ich komme auch von so einer Erkältung. Das war vor Weihnachten, die Stimme ist immer noch ganz da, ein bisschen heiser.
Benny
02:29:22
Ich habe seit zwei Wochen, trage ich was mit mir rum, beim letzten Podcast war schon was Jetzt halt, meine Nase läuft die ganze Zeit. Sorry an die Leute, die die ganze Zeit meine Geräusche hören. Aber ich hatte vorher so ein J-Lo Revoice genommen.
Ivan
02:29:34
Oh, das ist gut. Hättest du es mir gesagt? Die Dinger sind gut.
Benny
02:29:38
Ja, naja. Bis nächstes Mal weiß ich Bescheid, dann frage ich dich. Sehr gut. Ich bin dir dankbar, dass du dir die Zeit genommen hast. Hast du noch was auf dem Herzen, was du mitgeben wolltest? Bist du glücklich.
Ivan
02:29:58
Du meinst hier in Bezug auf die Leute, die uns hören.
Benny
02:30:01
Ja, genau. Gibt es etwas, was du mitgeben möchtest? Bevor wir zum Schluss kommen, gibt es etwas?
Ivan
02:30:07
Ich kann in den letzten sechs Jahren hier in Deutschland nur dankbar sein. Es ist sehr schwer manchmal, diese Dankbarkeit dich zu erleben, dich auszusprechen. Das ist so wichtig. Und ich kann euch wirklich mitgeben, der Herr ist treu. und er bleibt treu und das, was er versprochen hat, das bringt er in Erfüllung. Und ich sehe, Wie er mir schon damals versprochen hat, wo ich noch in Brasilien gelebt, wo ich noch in der Uni war, ich schenke dir eine sichere Zukunft mit deiner Familie, mit deinen Sachen. Und wenn ich heute fahre in meinem Auto und gucke, Frau, Kinder, ist das nicht der größte Segen der Welt? Und der Herr ist treu geblieben und er gibt uns in der richtigen Zeit das, was er versprochen hat, dass es gesund bleibt. Nicht in der falschen Zeit, wenn man gerade so wartet, Herr, wo sind deine Verheißungen? Du hast mir mal versprochen, dass du das machst. Wir warten trotzdem in Ruhe. Der Herr ist treu. Er bleibt uns treu und er bringt das in Erfüllung, was er uns versprochen hat. Alles hat seine Zeit. Und ich bin immer noch am Lernen in diesem Bereich, dass der Herr eben peu und peu alles in Erfüllung bringt. Deswegen gebt nie auf, gebt nicht auf, bleibt dran, das, was er versprochen hat, das wird er uns auch schenken, in der richtigen Zeit, in dem richtigen Moment. Deswegen hier eine Ermutigung von mir, bleibt dran, der Herr wird das in Erfüllung bringen. Amen.
Benny
02:31:47
Amen. Ich glaube, noch besser hättest du es eigentlich gar nicht spenden können. Danke. Vielen Dank für deine Zeit, Ivar. Ich freue mich, wenn wir es wieder machen. Wenn du nächstes Mal wieder in München bist, oder je nachdem, bald du in München bist, lass uns wieder was machen. Ich freue mich und...